Anzeige

AHGZ - Das Fachportal für Hotellerie und Gastronomie

Anzeige

Das Byblos Night hat ein völlig neues Outfit bekommen Foto: Hummel

Konzept & Strategie

Die härteste Tür Hamburgs

Der Member-Club Byblos Night im Hamburger Levantehaus hat mit neuer Ausstattung wieder eröffnet / Einlasskriterien bleiben auch in harten Zeiten streng

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2005/43 vom 29. Oktober 2005
von

HAMBURG Kleider machen bekanntlich Leute. Doch im Byblos Night verschafft ein gepflegtes Äußeres dem Gast noch lange keinen freien Eintritt. „Wir haben die härteste Tür Hamburgs“, sagt Jürgen Oelerich, Geschäftsführer des wieder eröffneten Member-Clubs im Levantehaus in der Mönckebergstraße 7.

Vor drei Jahren hatte Oelerich gemeinsam mit vier Geschäftspartnern den ehemaligen Shark-Club unter dem Hotel Park Hyatt Hamburg schon einmal eröffnet. Doch Unstimmigkeiten unter den Geschäftspartnern und eine schwierige wirtschaftliche Lage führten im Frühjahr zum Aus für den Edelclub. „Inzwischen habe ich die Anteile meiner Partner gekauft“, sagt Oelerich, der sein Geld vor allem im Baugewerbe verdient.

Nach einer dreimonatigen Renovierungspause erstrahlt das 500 Quadratmeter große Lokal mit 240 Sitzplätzen in neuem Glanz. „Wir mussten unseren Gästen ein neues Gesicht bieten“, sagt Oelerich. So wurde die Kapazität der Sitzplätze an den drei Bars erweitert. Die frühere orientalische Einrichtung wurde durch neues Mobiliar ersetzt. Und das Pult des Discjockeys ist jetzt unmittelbar neben der Tanzfläche untergebracht. „Früher konnte der DJ die Tanzenden häufig nicht sehen.“

Oelerich hat bei der Neugestaltung des Clubs auch die Ergebnisse einer Befragung unter 300 Gästen umgesetzt. So wurde im Eingangsbereich eine „Davidoff-Lounge“ eingerichtet, in der Besucher in Ruhe Zigarre rauchen und Kaffee trinken können. „Viele Gäste wollen sich in Ruhe unterhalten“, sagt der Geschäftsführer. Bei der neuen Einrichtung des Lokals hat der Betreiber eng mit Herstellern von Markenprodukten zusammen gearbeitet, um die Kosten in Grenzen zu halten.

Doch auch organisatorisch hat der Geschäftsführer einiges verändert. So wurden die Aufgaben unter den fünf festen Mitarbeitern und zehn Teilzeitkräften neu verteilt. „Wir haben aus unseren Fehlern gelernt“, sagt er. So sei statt eines rotierenden Systems künftig ein Mitarbeiter für die Buchhaltung zuständig: „Wer eine Nachtschicht durchgearbeitet hat, kann morgens keine Abrechnung mehr machen.“

Oelerich kann bei der Neueröffnung auf einen Stamm von 6000 Mitgliedern zurückgreifen. Doch will er künftig durch besondere Veranstaltungen neue Mitglieder gewinnen. Während der Member-Club normalerweise freitags und samstags von 22 Uhr an geöffnet ist, soll das Lokal ab November dienstags bis donnerstags bereits ab 19 Uhr als „Business Club“ auch für Nicht-Mitglieder öffnen. Bei der Gastronomie und der Organisation von geschlossenen Veranstaltungen arbeitet Oelerich eng mit dem 5-Sterne-Hotel im Levantehaus zusammen. „Unsere Gäste können Gerichte von der Nachtkarte des Park Hyatt Hotels bestellen“, erklärt er. Auf der anderen Seite könnten Hotelgäste die Location im Souterrain für Feiern nutzen. In Zukunft bietet Oelerich Value Parking sowie einen Limousinen-Service für seine Gäste an. Bisher war dieser Luxus für die 250 Inhaber einer VIP-Card reserviert.

Im Unterschied zu anderen Member-Clubs nimmt das Byblos Night weder eine Einstandsgebühr noch Eintritt. Das Nadelöhr ist der Antrag für eine Member-Card, die der Interessierte im Internet beantragen kann. „Wir laden Interessierte in den Club ein und schauen, ob sie zu unserer Gästestruktur passen“, sagt Oelerich. Interessante Persönlichkeiten, die konsumfreudig und älter als 25 Jahre sind, haben gute Chancen auf eine Member-Card. „Es sind aber auch einige jüngere Gäste darunter“, fügt der Geschäftsführer hinzu.

Eine besondere Aufgabe fällt den Türstehern zu, die sehr sensibel das Erscheinungsbild von neuen Gästen beurteilen müssen. Der Geschäftsführer will auf Grund schlechter Erfahrungen die „harte Türpolitik“ auch in wirtschaftlichen Talsohlen durchhalten: Andere Member-Clubs seien schnell wieder vom Markt verschwunden, die in wirtschaftlich schwierigen Zeiten die Kriterien gelockert hätten. Die Frage nach dem Namensgeber des Clubs – einer antiken phönizischen Stadt im heutigen Libanon – müssen Neulinge jedoch nicht beantworten. Oelerich: „Unsere Mitglieder müssen nicht bibelfest sein.“

Kommentieren Drucken
Auch interessant

Kombidämpfer bequem überwachen

Für größere Küchen bietet Rational ein Tool an, das es ermöglicht, mehrere SelfCooking Center zeitgleich über einen Computer zu überwachen und die entsprechenden Daten bequem abzurufen. mehr...

Weitere Artikel aus Märkte und Unternehmen vom 29.10.2005 :

Rational: Kombidämpfer bequem überwachen (29.10.2005)
Walter Rau: Fette fürs professionelle Braten (29.10.2005)
Unilever Foodsolutions: Grundlage mit Potenzial: Bouillon (29.10.2005)
Touristik: Gäste bleiben aus (29.10.2005)
Kraft Foods: Winterpromotion mit Umsatzpotential (29.10.2005)
Gastgewerbe Österreich: Haubenköche in der Kongressgastronomie (29.10.2005)
Gastgewerbe Österreich: Die kaiserliche Sommerresidenz im Blick (29.10.2005)
Gastgewerbe International: Resort im Resort für exklusive Gäste (29.10.2005)
Gastgewerbe International: NH-Hoteles expandiert in Mittelamerika (29.10.2005)
Industrie: Neuer Chef bei Avaya-Tenovis (29.10.2005)

Diesen Artikel bei Google+, Xing, Twitter oder Facebook weiterempfehlen:

Bisher keine Leser-Kommentare zum Artikel