Aus der Branche
Die süße Lust muss nicht geweckt werden
Workshop der Firma Nestlé Schöller liefert Verkaufsstrategien für Gastronomen / Desserts sind besonders gewinnträchtig
von Ingrid Blumenthal
BERLIN Immerhin 63 Prozent der Gäste würden bei entsprechenden Angeboten und entsprechenden Hinweisen ein Eis bestellen. Vorausgesetzt, die Verpackung stimmt. Das hat Nestlé Schöller herausgefunden.
Wie das „süße Marketing“ funktionieren könnte, hat der Nürnberger Lebensmittelhersteller auf dem ersten Schöller Direct Forum in Berlin gezeigt. Frank Scholz, Leiter des Gastroservice-Teams präsentierte konkrete Beispiele dafür, wie man Desserts optimaler anbieten und letztlich besser verkaufen kann – mit einiger Berechtigung, schließlich lassen sich mit Süßspeisen attraktive Gewinnspannen erzielen.
Eine Möglichkeit ist es, Eisklassiker modern zu inszenieren. Man checke seinen Gläserbestand und entscheide sich beispielsweise statt der herkömmlichen Eisschale für ein Caipirinha-Glas, das die Füllung gut erkennen lässt und zudem hübsch dekoriert werden kann. In der Milchkaffee-Tasse aus dem eigenen Bestand könnte Eis mit heißen Himbeeren attraktiv angerichtet werden. Warum nicht auch mal Eisdesserts im Partnerlook servieren, möglicherweise sogar im Tragekörbchen. Die Ton-in-Ton-Inszenierung ist ebenso angesagt, beispielsweise Waldmeistereis, Kiwispalten und Weinbeeren in einem grünen Schälchen oder auch Erdbeereis mit frischen Früchten in roten Schälchen.
Inszenierungen zu den verschiedensten saisonalen Anlässen (Ostern, Weihnachten, Kindergeburtstag), zum Beispiel eine Kugel Eis im kleinen Einweckglas, arrangiert auf einem bunten Teller, verziert mit Sahnetupfen und bunten Smarties als Kinderspaß, zeugen, so die Experten von Nestlé Schöller, von der individuellen Zuwendung des Gastgebers gegenüber seinen Gästen.
Wie die Nestlé Schöller-Produktmanagerin im Bereich Eiscreme, Veronique Guédon, darlegte, sollten insbesondere kleine Portionen wirkungsvoll angeboten werden, um das Vorurteil, Desserts seien das „dicke Ende“ eines Menüs und verteuerten letztlich nur unnötig ein Essen, zu widerlegen. Sie plädiert für kleine Nachspeisen, knapp kalkuliert bis 2,50 Euro. Außerdem rät die Expertin zu Kaffee-Dessert-Kombinationen und generell zu Preiskorrekturen nach unten – bei Vor- und Nachspeisen. Die Praxis habe gezeigt, dass sich mit diesen Maßnahmen bis zu 30 Prozent mehr Umsatz erzielen lassen. Bedenke der Gastronom, dass das Dessert der letzte Eindruck ist, mit dem ein Gast nach Hause geht, dann sollte er diesen Teil eines Essens ganz besonders pfleglich handhaben.
Angekündigt für den Gastronomie-Workshop im Dorint Novotel Am Tiergarten waren Produktneuheiten, ideenreiche Inszenierungen und Insider-Informationen aus den Bereichen Tiefkühlkost, Tiefkühlbackwaren sowie Eis und Dessert. An Produktinnovationen aus dem Hause Nestlé Schöller fehlte es, wie versprochen, nicht.
Drei neue Mövenpick-Eissorten werden 2006 auf den Markt kommen, ebenfalls neu auf den Markt kommen im Bereich Tiefkühlbackwaren Eierlikör-Sahnekuchen, Amaretto-Sahnekuchen, Nuss-Sahnekuchen. Eine völlig neue Rezeptur wird es ab 2006 zudem bei Quark- und Apfelstrudel geben.


