Markt
Dortmund mausert sich zum Aufsteiger
Die Kettenhotellerie in der nordrhein-westfälischen Stadt setzt ihren Erfolgskurs fort / Sie erhöht den Zimmerpreis im Februar um 9 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat
DORTMUND. Nach einem Knick im Januar hat die Dortmunder Kettenhotellerie im Februar 2008 wieder an die guten Ergebnisse des zweiten Halbjahres 2007 anknüpfen können. Getrieben von einem um 9 Prozent gestiegenen Durchschnittspreis und einer fast 8 Prozentpunkte höheren Auslastung stieg der RevPar (durchschnittlicher Erlös pro verfügbarem Zimmer) im Vergleich zum Vorjahresmonat um mehr als 22 Prozent.
Die Stärke der Dortmunder Kettenhotellerie ist ihre Auslastung. So überschritt die Belegungsrate im Februar die 70-Prozent-Marke, während der deutsche Durchschnitt 10 Prozentpunkte darunter lag. Dagegen blieb der Durchschnittspreis in Dortmund mit 73 Euro rund 25 Euro unter dem deutschen Durchschnitt. Das führte zu einem RevPar von lediglich 52,30 Euro – 7 Euro weniger als auf dem gesamtdeutschen Markt.
Besonders gute Ergebnisse haben dis Hotels der Oberklasse im Februar verzeichnet. Dank einer um 11 Prozentpunkte höheren Auslastung hat der RevPar um satte 30 Prozent auf 57,40 Euro zugelegt.
Der Hauptgrund für das Auslastungsplus waren im Februar Messen und Events in der westfälischen Stadt. So lockten internationale Ausstellungen für Jagd und Angelfischerei „Jagd & Hund, die International Motorcycle Exhibition und das European Poker Turnier zahlreiche Besucher nach Dortmund.
Bei den über zwölf Monate kumulierten Zahlen weist die Kettenhotellerie der Stadt im Februar allerdings nur einen RevPar von 45,50 Euro auf. Und der liegt kaum über dem im Vorjahreszeitraum erreichten Ergebnis. Dies liegt vor allem an der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 mit ihrem außerordentlichen Gästeansturm. Sie beeinflusste die kumulierten Zahlen des Jahres 2007 erheblich, denn Dortmund war Austragungsstadt. Entsprechend waren die Verluste in den Monaten Mai, Juni und Juli 2007 im Vergleich zu den Vorjahresmonaten.
Dagegen entwickelten sich die Ergebnisse ab August 2007 positiv mit zweistelligen RevPar-Zuwächsen bis Dezember, und sogar mehr als 30 Prozent im August und Oktober. Dies ist sowohl auf Auslastungszunahmen als auch Preissteigerungen zurückzuführen. Dortmund weist gute kumulierte Belegungsraten auf. Doch einen Wermutstropfen gibt es. Die kumulierten Preise sind etwa 30 Euro niedriger als im deutschen Durchschnitt. Deswegen bleibt der RevPar einer der niedrigsten unter den deutschen Grosstädten.
Trotzdem hat Dortmund gute Entwicklungspotenziale. Die Stadt mit ihren 590.000 Einwohnern mausert sich allmählich von einer Industriemetropole zu einem für Nordrhein-Westfalen bedeutenden Dienstleistungs- und Technologiestandort und bleibt das Wirtschafts- und Handelszentrum Westfalens.
Dortmund ist der wichtigste Verkehrsknoten im östlichen Ruhrgebiet. 2007 hat der Dortmund Airport mehr als 2,15 Mio. Fluggäste (+6.7 %) verzeichnet. Das Wachstum im Februar 2008 im Vergleich zum Vorjahresmonat war noch deutlicher: das Passagieraufkommen legte um 38 Prozent auf 160.491 zu. Inländische Touristen und Geschäftsreisende generieren rund 80 Prozent der Übernachtungen. Ausländer kommen überwiegend aus Großbritannien, den Niederlanden und Österreich. Kulturelle Veranstaltungen tragen zunehmend zu steigenden Gästezahlen bei. red
