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Konzepte

Setzt auf gute Mitarbeiter: Clubbetreiber Reiner ZerresFoto: Uwe Lehmann

Konzepte

Ein Lokal für alle Fälle

Die Amber Suite in der Hauptstadt ist Restaurant, Bar und Disco in einem / Jeden Abend ein anderes Motto / Mitarbeiter werden zertifiziert

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2007/38 vom 22. September 2007
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BERLIN. Ausgehen, das war für ältere Szenegänger wie Reiner Zerres bis vor vier Jahren kein einfaches Unterfangen. In Bars gibt es die besten Drinks, in Restaurants das beste Essen, in Clubs die besten Dancefloors. Nur: Alles unter einem Dach findet man nicht. Ein Konzept gegen nächtliche Völkerwanderungen musste her. Und mit der Amber Suite haben Reiner Zerres und sein Mitstreiter Jason Nowbakht die passgenaue Gastro-Lösung kreiert.

In dem All-in-one-Club im Ullstein-Haus am Teltowkanal im Berliner Stadtteil Tempelhof findet sich alles unter einem Dach – für ein Publikum, dass die zwanzig überschritten hat und das normalerweise nicht mehr in Clubs geht.

Stilvolle Gäste ab 27

Dass die 2000 Quadratmeter großen Räumlichkeiten einst die Kantine für die Mitarbeiter des Verlagshauses beherbergte, ist eigentlich nicht vorstellbar. Die Amber Suite ist ein pompös ausgestattetes und üppig dekoriertes Konglomerat verschiedener, ineinander verschachtelter Szenerien: Es gibt sieben Bars, zwei Tanzflächen, eine davon im sogenannten „Lina’s Ballroom“, eine Lounge sowie ein separates Nachtcafé, das exklusiv an Gruppen bis zu 50 Personen vermietet wird.

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Für die Musik – Partymusik der 70er Jahre bis heute, Danceclassics, House und R&B – zeichnen feste DJs verantwortlich. Regelmäßig gibt es Veränderungen am Interieur, ohne dass jedoch der Stil des Clubs geändert wird. Die Lounge beispielsweise wird von barocken Elementen dominiert, Wände und Decken sind mit großformatigen Gemälden verziert, bestuhlt ist die Lounge mit zahlreichen Polstermöbeln.

Das Nachtcafé erinnert an einen englischen Club, allerdings avantgardistisch interpretiert. Die rund 260 Quadratmeter große, denkmalgeschützte Terrasse direkt am Wasser – derzeit mit Blick auf die Umbauarbeiten für den neuen Yachthafen am Tempelhofer Damm – beeindruckt durch ihre Backsteinbögen. Im Sommer ist sie bestuhlt, mit Palmen bestückt, und es wird eine Open-air-Bar aufgebaut.

„Unsere Zielgruppe sind Gäste ab 27 Jahren, die auf ein stilvolles Ambiente Wert legen“, beschreibt Zerrer. Entsprechend gibt es einen Dresscode, der sich mit „schön schick“ beschreiben lässt. Wer rein darf und wer nicht, entscheiden die Türsteher eines externen Security-Teams.

Geöffnet ist die Amber Suite an nur drei Abenden, jeder steht unter einem anderen Motto; an den anderen Wochentagen kann der Club für Sonderveranstaltungen gemietet werden. Der Anteil letzterer, so Zerres, sei über die Jahre gestiegen. Der Mittwoch gehört in der Amber Suite der After Work Party, freitags heißt es „Dinner & Dance“. An beiden Abenden gibt es saisonal und thematisch wechselnde Buffets, die mit rund zehn Euro pro Person ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis haben.

Günstige Gruppenpreise

Bei Gruppenreservierungen wird es noch etwas günstiger. „Genau das mögen unsere Gäste, erst essen sie preiswert und sehr gut, dann können sie tanzen, an die Bar gehen oder einfach nur Musik hören“, so Jason Nowbakht. „Dancing in the City“ heißt es samstags, dann wird die Amber Suite zur ausschließlichen Party-Zone.

Je nach Wochentag und Veranstaltungsmotto unterscheidet sich der Altersdurchschnitt der Besucher, die zu einer Hälfte aus Kleingruppen, zur anderen aus Pärchen und Singles besteht und von denen ein hoher Prozentsatz inzwischen zu den Stammgästen zählt. „Mittwochs kommen unsere Gäste vielfach direkt nach der Arbeit, Manager und Businessleute vor allem“, so Zerres, „im Schnitt sind sie Mitte dreißig.“ Freitags liegt der Altersdurchschnitt etwas höher, der Samstag gilt als „jüngster“ Tag. Nicht nur für die Buffets gilt die moderate Preispolitik. Bis 21 Uhr ist der Eintritt frei, anschließend bewegt er sich zwischen fünf und zehn Euro. An zwei Abenden gibt es eine Cocktailtime mit reduzierten Getränkepreisen.

Die Bezahlung läuft über eine Chipkarte, die jeder Gast am Eingang erhält und auf die er seinen Verzehr buchen lässt. Um den aktuellen Kontostand abzufragen, steht ein Sichtgerät bereit. Bezahlt wird beim Verlassen der Amber Suite per EC-Karte oder bar. „Das ermöglicht uns eine präzise Analyse des Verzehrs im allgemeinen und an den verschiedenen Bars“, so der Clubbetreiber, für den die Amber Suite mit ihrem ungewöhnlichen Konzept dennoch nicht zur Berliner Clubszene gehört, sondern eine Nische besetzt. Der Standort im Süden der Hauptstadt bietet einen großen Vorteil. Es gibt genügend Parkmöglichkeiten, zudem hält die U-Bahn direkt vor der Tür. Zerres: „Das Gros unserer Gäste kommt aus Berlin und dem Umland, wir haben aber auch Besucher, die aus hundert Kilometern Entfernung anreisen.“

Stolz sind die Betreiber auf ihr Personal. „Wir haben Minijobber, die seit der Eröffnung dabei sind“, so Zerres. Um die Karrieren der Mitarbeiter im eigenen Haus zu unterstützen, wurde in diesem Jahr ein Qualitätsmanagementprojekt begonnen, bei dem die Mitarbeiter entsprechend ihrer Qualifikation zertifiziert werden. Uwe Lehmann

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