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Der beste Platz ist immer an der Theke: Kambis Gesseljay an der Bar des „Cento“ mit Blick in die offene Küche Foto: Marx

Konzept & Strategie

Erfolgreich in der Nische

Das Kölner „Cento“ setzt auf südländische Speisen: Pasta, Langolos und Backwaren aus Portugal / Alles wird auch „to go“ angeboten

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2006/19 vom 13. Mai 2006
von

KÖLN „Unkompliziert und kommunikativ“, so lässt sich in zwei Worten die Konzeptidee von „Cento“ beschreiben. Unkompliziert ist die Küche mit allem, was sich aus dem mediterranen Bereich bei uns als Favoriten etabliert hat, oder wie es Inhaber Kambis Gesseljay sagt: „100 Mal Gutes aus dem Süden“. Kommunikativ sind Ort und Einrichtung des Café-Restaurants: in der Opernpassage in Kölns quirligem Shoppingviertel mit eng aneinander gereihten Einzeltischen, Bar und offener Küche. Der USP ist die appetitlich bestückte Theke mit original portugiesischem Gebäck, den Pastels.

„Wir sind kein In-Laden, sondern bei uns kehrt gemischtes Publikum ein. Stammgäste sind die Ensemblemitglieder der benachbarten Oper und des Theaters“, erklärt Kambis Gesseljay. Er hat sich mit „Cento“ innerhalb von drei Jahren erfolgreich gegen die zahlreiche Konkurrenz von „Beppi“ bis Café Cremer in den umliegenden Straßen durchgesetzt. „Ich habe klein angefangen, als die Opernpassage komplett zu einer attraktiven Shopping-Mall umgebaut wurde. Der Break-Even kam eigentlich schon nach drei Monaten, seit zwei Jahren sind wir von früh bis abends gut ausgelastet“, berichtet der gelernte Industriekaufmann. Schon in der Ausbildung hat er in der Gastronomie gejobbt. Über den Umweg als Inhaber eines größeren Kiosks und eines Supermarktes wurde er endgültig Unternehmer in der Gastronomie.

Vier Seiten der handlichen Speisekarte führen Getränke auf vom Espresso und Tee über Cocktails bis zum Champagner. Auf zwei Seiten hat der Gast die Übersicht über das Speisenangebot. Frühstück gibt es à la francais, italiano, portuges und „Cento“ (Brotkorb, Marmeladen, Nutella, Parma-Schinken und Gouda) plus fünf Eierzubereitungen. Serviert wird das Frühstück wochentags von 8 bis 12 Uhr, am Wochenende von 10 bis 15 Uhr. Je zwei Hähnchengerichte und Steakzubereitungen (11,90 bis 16,90 Euro) gehören zum Standardangebot für mittags und abends. Elf Pizzasorten hat der Gast zur Wahl: benannt nach Künstlern wie Leonardo oder Raphael, je nach Belag zwischen 6,90 Euro (Ananas und Schinken) und 11,90 Euro (Rinderfilet, Oliven und Rucola) teuer. Die Pizza ist im „Cento“ nicht rund, sondern eckig und wurde daher „Langolo“ (die Ecke) getauft. „Damit sind wir unverwechselbar“, meint Gesseljay.

Bei der Pasta hat der Gast große Auswahl. 20 Saucen vom klassischen Aglio Olio (5,90 Euro) bis zum Filetto mit Rinderfilet, Zwiebeln, Champignons und Zucchini (11,90 Euro) können mit sechs Nudelsorten kombiniert werden. Ein täglich wechselndes Tages-Pastagericht gibt es für 5,50 Euro. „Haben wir nicht, gibt es bei uns nicht“, lautet die Devise des „Cento“. Italienische und euro-asiatische Salate (6,90 bis 11,90 Euro) und die täglich frische Auswahl süßer Kleinigkeiten aus der Pasteleria-Theke machen das Food-Angebot komplett. Alles ist auch „to go“ erhältlich.

Wichtigste Erfolgsfaktoren des Cento-Konzeptes sind die Nische der portugiesischen Backwaren und das Preisniveau. „Bei uns bekommt man den größten und preiswertesten Latte Macchiato der Stadt: 1,2 Liter für 2,60 Euro und der Espresso kostet nur 1,60 Euro“, betont Gesseljay. „Cento ist nun ready for franchising.“ In Düsseldorf wird 2008 ein „Cento“ eröffnet. In Essen und Köln soll es in Einkaufscentern oder 1a-Lagen weitere „Cento“-Standorte geben.

„Wir wollen behutsam wachsen. Die Franchisenehmer können neben Schulungen in unsere Schulungsküche mit Service-Station auch den Anschluss an unser Warenwirtschaftssystem nutzen“, so Gesseljay.

Für Cento baute er eine gezielte Werbestrategie auf, die eingehend getestet wurde. Dazu gehören zum Beispiel die Rückseiten von Eintrittskarten als Werbeträger oder die Kooperation mit großen Getränkefirmen, mit deren Hilfe unter anderem bei Events wie der langen Nacht der Museen Gutscheine verteilt werden. „Im Stadtgebiet auf sich aufmerksam zu machen, ist der beste Weg, immer im Gespräch zu bleiben und neue Gäste zu gewinnen.“

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