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Neu in Dresden: Marché ist zum ersten Mal auf einem deutschen Bahnhof präsent Foto: Ruhnau

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Erlebniswelt mit Gleisanschluss

Liberalisierter Ladenschluss als Herausforderung / Jahreskongress der Union Deutscher Bahnhofsbetriebe in Dresden

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2006/37 vom 16. September 2006
von

DRESDEN Immer mehr wird auch gehobene Gastronomie am Bahnhof verlangt. Das ist eine der Erkenntnisse des Jahreskongresses der Union Deutscher Bahnhofsbetriebe, der am vergangenen Dienstag und Mittwoch in Dresden stattfand. Die Herausforderungen, vor die sich die Bahnhofsgastronomen und -händler gestellt sehen, sind vielfältig: Die bevorstehende Liberalisierung der Ladenschlusszeiten von Montag bis Samstag in fast allen Bundesländern lasse dem Bahnhofshandel nur noch am Sonntag die Alleinstellung. Das werde Auswirkungen auf das Gästeverhalten haben, konstatierten die Kongressteilnehmer. Außerdem erwarte der Kunde und Gast zunehmend einen Branchenmix am Bahnhof, wie er ihn auch in der Innenstadt vorfinde. Der Gast sei unberechenbarer geworden.

Frühere klassische Annahmen, die sich an umsatzstarken Zeiten oder guten Tagen orientierten, seien heute nicht mehr gültig. In die Erlebniswelt Bahnhof kehre man spontan ein. Der wiedergewählte Vorsitzende Manfred Wiese, er betreibt am Stuttgarter Hauptbahnhof ein Bistro und ein Café, stellte bei seiner Bestandsaufnahme des Standorts Bahnhof den neuen Berliner Hauptbahnhof als positives Beispiel dar. „Die Vielfalt der Betreiber, das Mit- und Nebeneinander von Ketten, Systemern und selbstständigen Unternehmen sind ein guter Weg, sich gegenüber den Zentren in den Innenstädten zu positionieren“, sagte er.

Daniel Milewicz, Geschäftsführender Gesellschafter der Dynamic Food GmbH, zeigte auf, wie ein Unternehmen erfolgreich die Lücke zwischen Ketten und Systemen besetzt. Er bietet am Frankfurter Hauptbahnhof „Nüsse und mehr“ an. Gastronomisch hat
bei ihm gesunde Kost Vorfahrt.

Renate Weber vom Institut für Absatzforschung hat das aktuelle Verbraucherverhalten analysiert: Sie sieht den Bahnhof nicht mehr länger den Ort für „Notkäufe“, sondern als Erlebnisraum für Kunden und Gäste. „Damit der Traum vom eigenen Geschäft allerdings nicht zum Albtraum wird“, rät sie zu Flexibilität schon bei den geringsten Signalen von Kaufzurückhaltung.

Die Union Deutscher Bahnhofsbetriebe ist ein Zusammenschluss des Verbandes des Deutschen Bahnhofshandels und der Fachabteilung Bahnhofsgastronomie im DEHOGA. Sie hat rund 400 Mitglieder, die mehr als 90 Prozent des an deutschen Bahnhöfen getätigten Umsatzes erwirtschaften. (Seite 6)

www.udbb.de

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