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Industrie

Erlesene Öle, zartes Dörrfleisch

Auf der spanischen Gourmet-Messe 2006 profitiert die Gastronomie vom direkten Kontakt zu Herstellern und Importeuren

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2006/23 vom 10. Juni 2006
von Gundula Marx

DÜSSELDORF „Schon die Olivenöle waren die Fahrt hierher wert“, berichtet Uwe Pöhlmann strahlend. Der Küchenchef aus dem Parkhotel Schlangenbad ist zum ersten Mal der Einladung des spanischen Handelsbüros zur Gourmet-Messe gefolgt. An 45 Ständen locken ihn nun im Europa-Saal des Radisson SAS Scandinavia Hotel spanische Spezialitäten. Die ganze Bandbreite, von Aceite bis Turron.

Tapas liegen offensichtlich im Trend. „Die Nachfrage nach spanischen Spezialitäten und Weinen ist größer denn je“, erklärt Julio García, Leiter des Handelsbüros des Spanischen Generalkonsulats in Düsseldorf. Zum elften Mal organisierte die Handelsabteilung die Gourmet-Messe. Diese sei Kontaktbörse für Gastronomie, Hoteliers und spanische Importeure.

Das breite Angebot begeistert Küchenchef Uwe Pöhlmann. Und probieren darf er auch. „Es sind außergewöhnliche Produkte dabei.“ Das ist Pöhlmann wichtig, weil das Parkhotel sein F&B-Konzept mediterraner ausrichten möchte. Er habe Produkte gefunden, die ihn überzeugten. Jetzt heißt es, auch die Gäste damit zu beeindrucken.

Deshalb kommt nur das Beste auf den Tisch. „Ein vernünftiges Produkt darf ruhig mehr kosten“, meint Pöhlmann. Die Olivenöle von Valderrama entsprechen seinen Anforderungen. Das „Grand Cru“ Arbequina-Öl für den Salat sei seine 38 Euro wert. Die ungefilterten, sehr säurearmen Öle von Valderrama kann Pöhlmann praktischerweise in Zwei- und Fünf-Liter Boxen beziehen. José I. Millán, Chef von Valderrama, erzählt von einem prominenten Kunden, um mit Pöhlmann ins Geschäft zu kommen. Der niederländische Sterne-Koch Ces Helder habe seine Produktionsstätten in Toledo und Cordoba besucht und verwende seitdem in seinem Restaurant Parkheuvel Valderrama-Öl für Fisch- und Fleischgerichte und Salat.

Die Kontaktbörse floriert. Wie Pöhlmann schätzen die Messebesucher die breite Palette an Produkten und die direkte Kommunikation mit den Herstellern. Dabei können günstigere Preise herausspringen. Der Importeur La Tienda aus Mönchengladbach wirbt mit einem besonderen Preis-Leistungs-Verhältnis für seine Pasteten. Auch Flavius-Essig von Cellers Pui & Roca, Tropföl „Nunez de Prado“ und Dauro de l´Emprodá-Öl, mit dem das Menü bei Nobelpreisverleihungen gekocht wird, sind günstiger, weil Kunden die Produkte direkt vom Hersteller beziehen – ohne zwischengeschalteten Großhandel. Auch die süße Ecke findet Abnehmer. Chocolates Valor, vertrieben durch den deutschen Importeur Viba, überzeugt mit Premium-Trinkschokolade.

Doch was wäre eine Gourmet-Messe ohne Wein? Im Sortiment des Exportkonsortiums Rioja Taste finden sich Rioja-Weine der Bodegas Martinez Lacuesta, darunter ein 24 Monate im Barrique gelagerter Crianza 1999. Und für Exoten ist auch etwas dabei: Cecina von Valles del Esla aus León. Das ist zartes Dörrfleisch vom Ochsen.

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