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Ernüchterung in der deutschen Hotellerie

Nach dem außergewöhnlich guten Jahr 2006 mit der Fußball-Weltmeisterschaft hat die Kettenhotellerie in Deutschland einen Dämpfer bekommen. Sie verzeichnet im Juni 2007 gegenüber dem entsprechenden Vorjahresmonat Verluste – gibt sich dennoch optimistisch

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2007/32 vom 11. August 2007

STUTTGART. Die Ergebnisse der Kettenhotellerie in Deutschland versetzen dem Betrachter beim ersten Blick auf die Zahlen vom Juni einen Schock – gegenüber dem Vorjahresmonat rutschten sie in den Keller. so sank der RevPar (Erlös pro Zimmer) um ganze 16,9 Prozent. Berücksichtigt man jedoch, dass im vergangenen Sommer die Fußball-Weltmeisterschaft ausgetragen wurde und damit Heerscharen von zusätzlichen, teils zahlkräftigen Hotelgästen im Lande waren, relativiert sich die Entwicklung wieder. Kumuliert über die vergangenen zwölf Monate stieg der RevPar nämlich um 8,8 Prozent gegenüber der vorherigen Periode.

Zwar sank der Zimmerpreis im Juni 2007 im Vergleich zum Vorjahresmonat um 19,5 Prozent, was angesichts der einmaligen WM zu erwarten war. Doch gleichzeitig stieg die Auslastung um 2,1 Punkte auf 68,2 Prozent, obwohl Deutschland in diesem Jahr nicht in den Genuss einer solchen Großveranstaltung kam. Ein Zeichen für die Gesundheit des Marktes. Der kumulierte RevPar erreichte im Juni dann 63,20 Euro, nach 63,30 Euro im März, der zweithöchste Wert dieses Jahres.

War es das Upscale-Segment, das die stärksten Zuwächse im vergangenen Sommer verzeichnen konnte, ist es nur logisch, dass dieses nun mit 18,6 Prozent den größten Verlust verkraften muss. Beim kumulierten RevPar allerdings legte das Upscale-Segment mit einem Plus von 10,5 Prozent auch weiterhin am stärksten zu, vor dem Midscale-Segment mit 6,2 Prozent und der Economy-Class mit 3,4 Prozent.

Die 12-Monats-Ergebnisse des deutschen Gesamtmarktes weisen zum Juni dann immer noch ein komfortables RevPar-Wachstum von 8,8 Prozent auf. Dieser Wert wird sich mit den anstehenden Juli-Ergebnissen weiter nach unten anpassen und der generelle Aufwärtstrend des Marktes sich dann erst in den Folgemonaten auch in den monatlichen Ergebnissen wieder finden.

Wie abzusehen war, sind unter den Städten, die die größten Gewinner des WM-Sommers waren, die größten Verlierer dieses Sommers, allerdings mit einigen Ausnahmen. Keine Überraschung gab es auf dem Dortmunder Hotelmarkt, der im vergangen Juni um unglaubliche 139 Prozent beim RevPar zulegte, um in diesem Jahr um mehr als 40 Prozent zu verlieren. Ähnlich hohe Verluste wurden auch für die Märkte in Hannover und Frankfurt registriert. Und auch Köln, Nürnberg und Stuttgart mussten beim RevPar jeweils um 30 Prozent im Vergleich zum Juni des vergangenen Jahres 20 einbüßen.

München und Hamburg dagegen, die im vergangenen Juni ebenfalls starke Zuwächse verzeichnet hatten, verloren nur rund 10 Prozent beim RevPar. Berlin schlug sich noch besser mit einem Verlust von 8 Prozent. Der Dresdener Hotelmarkt aber, der bereits im vergangenen Juni seinen Zimmererlös um fast 30 Prozent erhöhte, konnte sein Ergebnis noch einmal um weitere 6 Prozent steigern und ist damit eindeutiger Wachstumssieger im Juni.

Während im gesamten Jahr 2006 vor allem die Städte Düsseldorf und Hannover lediglich magere Zuwächse verzeichneten, sind es bei den Ergebnissen für das erste Halbjahr 2007 Dortmund und Stuttgart sowie Frankfurt und Nürnberg, die sich beim Wachstum sehr schwertun. Bayerns Hauptstadt München bleibt weiterhin Spitzenreiter und auch Berlin ist auf starkem Wachstumskurs, zuletzt mit einem Auslastungs-Plus von 16 Prozenpunkten im Juni des laufenden Jahres. red

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