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Konjunktur

Europas Hotellerie erholt sich langsam

16. März 2010

MÜNCHEN. Die europäische Hotellerie scheint die Krise abzuschütteln. Laut Auswertungen der STR-Global-Branchenstatistik durch steigt die Nachfrage nach Übernachtungen wieder: Im Dezember 2009 legte sie um 4,2 Prozent zu, im Januar 2010 wuchs sie um weitere 3,3 Prozent. In Deutschland kämpfen Hotelbetreiber dennoch immer noch mit Schwierigkeiten. Einerseits müssen sie Einbußen hinnehmen, weil die ohnehin niedrigen deutschen Preise beständig sinken – allein von Dezember bis Januar um 4,9 Prozent. Andererseits müssen sie sich gegen den Vorwurf wehren, den gesunkenen Mehrwertsteuersatz auf Hotelübernachtungen nicht ausreichend in Preissenkungen umzusetzen.

„Die Hotellerie wirbt um Anerkennung dafür, dass die Absenkung des Mehrwertsteuersatzes auf ein europaweit vergleichbares Niveau sinnvoll eingesetzt wird – zum Beispiel. um dringend notwendige Investitionen zu unterstützen, die Servicequalität durch Fortbildungsmaßnahmen zu verbessern oder um das Angebot attraktiver zu machen“, erläutert , Senior Manager Hospitality bei Deloitte. Bei der ganzen Diskussion sollte man nicht vergessen: Für den größten Teil des Hotel- und Gaststättengewerbes, nämlich die Gastronomie, gibt es bisher keine reduzierten Sätze. „Für die Hotellerie bedeutet diese Veränderung zwar einen wichtigen Schritt, aber keine universelle Lösung für zahlreiche Probleme“, so Ploppa.

Ein Zahlenvergleich der Monate Januar 2009 und Januar 2010 zeigt, dass die Auslastung europäischer Hotels um 2 Prozent zugelegt hat. Dabei wuchsen die Belegungszahlen der Hotels in Ost- und Südeuropa um bis zu 6,8 Prozent, in Nord- und Westeuropa jeweils nur um ein Prozent. Der Anstieg ging jedoch teils mit fallenden Preisen einher: Obwohl Übernachtungen im Norden und Westen leicht teurer wurden, verbilligten sie sich im europaweiten Schnitt um 0,9 Prozent. Immerhin reichten die Preissteigerungen in Teilen Europas aber aus, den Zimmerertrag (RevPar) um durchschnittlich 1,1 Prozent anzuheben.

Die Wachstumszahlen für Deutschland entsprachen diesen Trends nicht nur, sondern lagen sogar zum Teil deutlich darüber. Der Januar-Vergleich zeigt einen überproportionalen Anstieg der Auslastung und des durchschnittlichen Zimmerpreise. Doch gingen beide Anstiege von einem vergleichsweise niedrigen Niveau aus, weshalb Deutschland sowohl bei den Zimmerpreisen als auch beim RevPar weiter hinter dem europäischen Durchschnitt zurück bleibt. red

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