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Sorgt mit innovativem Marketing für erfolgreiche erste Saison: Geschäftsführer-Paar Irmgard Siegl und Karl Wiener vom neuen Hotel Steffisalp in Warth Foto: Ailinger

Gastgewerbe Österreich

Flexibles Buchungskonzept setzt sich durch

Hotel Steffisalp am Arlberg ist in der ersten Wintersaison durchgestartet / Ab der Saison 2007 auch in den Sommermonaten geöffnet

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2006/19 vom 13. Mai 2006
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WARTH „Wir haben unser betriebswirtschaftliches Ziel erreicht“, sagt Irmgard Siegl, Mitgeschäftsführerin im Hotel Steffisalp im österreichischen Warth am Arlberg. Konkret: 10.000 Übernachtungen in nur vier Monaten. Damit hat das neu erbaute 100-Betten-Haus, das kurz vor Weihnachten eröffnet wurde, eine Auslastung von 80 Prozent bei einer Aufenthaltsdauer von dreieinhalb Tagen erreicht. Außerdem hat das Hotel der 4-Sterne-Kategorie eine erfolgversprechende erste Saison absolviert.

Mit dem Ergebnis dürften auch die Investoren zufrieden sein: Immerhin hat die Skiliftgesellschaft, bestehend aus 50 Privatpersonen, 9,2 Mio. Euro in den Bau des neuen Hotels gesteckt. Mit diesem Schritt sollte die Wirtschaftlichkeit des zum Lift gehörenden Skifahrer-Gasthofs Steffisalp verbessert werden. Der Hotelbetrieb mit Frühstück und gehobenem Abendservice für die Hausgäste sollte den Nachteil der bisherigen Unternehmensstruktur ausgleichen. Dieser bestand darin, ausschließlich personalintensiven Mittagsservice auf maximal 800 Sitzplätzen anzubieten. Positive Nebenwirkung des Projekts: Auch der Skipass-Verkauf wird angekurbelt, denn das neue Sporthotel liegt wie der Gasthof direkt neben dem Lift.

Dass die 10.000 Übernachtungen erreicht wurden, schreiben die Geschäftsführer Irmgard Siegl und Karl Wiener mehreren Faktoren zu. An erster Stelle nennt die gelernte Betriebswirtin Siegl die Flexibilität bei den Reservierungen. Hier habe man Neuland betreten, indem man bewusst weg ging vom regionalüblichen Buchungstakt von Samstag bis Samstag. Statt dessen wurden verschiedene Kurzpauschalen ins Programm genommen.

Damit kam das Hotel Steffisalp dem geänderten Nachfrageverhalten der Gäste entgegen und „reduzierte den Samstagsstress“, so Siegl. Die gefürchteten Buchungslücken blieben aus. Das beweise, „dass unsere Rechnung zu 100 Prozent aufgegangen ist“, erläutert die Geschäftsführerin. Dafür nahm man auch zusätzlichen Aufwand in Kauf: Angebote von Terminalternativen bei Reservierungsanfragen, vermehrte Infoarbeit gegenüber dem Gast und erhöhten Informationsfluss zwischen den Mitarbeitern. Von den Mitbewerbern am Ort zunächst mit Vorbehalt beäugt, scheint dieses flexible Buchungskonzept „nach und nach Akzeptanz zu finden“, berichtet die Geschäftsführerin.

Als weiteren Erfolgsfaktor nennt die Geschäftsleitung die Vermarktung des Hauses über das Internet. Eine Homepage wurde lange vor der Eröffnung erstellt, noch vor dem Hausprospekt. Mittlerweile resultieren 70 Prozent aller Anfragen direkt aus dieser Vertriebsschiene. Dazu kommt die Zusammenarbeit mit verschiedenen Reservierungssystemen – „alles, was uns in die Finger kommt“, sagt Irmgard Siegl.

„Wir haben damit keine Kosten außer der Buchungsprovision und für die Wartung der Daten.“ Außerdem setzt man im Hause Steffisalp auf Pressearbeit: Die Zusammenarbeit mit einer Presseagentur in Bregenz habe in puncto Vermarktung „sehr viel gebracht“. Konventionelle Zeitungsinserate hingegen gehören nicht ins Werbekonzept. Für die Zukunft haben die Geschäftsführer einen verbesserten Gästemix mit größerer internationaler Durchmischung im Visier. Bisher stammen 70 Prozent der Gäste aus Deutschland, den Rest stellten Österreich und die Schweiz. Nicht zuletzt ist es die außergewöhnliche Architektur des neuen Hauses, die in den Augen der Geschäftsführer für Gästezustrom sorgt. Das von Architekt Christian Lenz geplante Sporthotel am Ortseingang mit seiner weißen Holzschindelfassade im traditionellen Bregenzer-Wald-Stil ist allein von seiner Größe her nicht zu übersehen. Was in Warth, wo der rustikale Baustil vorherrscht, zunächst auf Kritik stieß, scheint von den Gästen positiv aufgenommen zu werden. „Viele schätzen, dass bei uns nichts verschnörkelt ist“, betont Siegl. Im Inneren macht das Haus der Bezeichnung „Design-Hotel“ alle Ehre: klare Formen, gedämpfte Farben, edle Naturmaterialien. Kontrast und Hingucker in einem ist der Steinbock, der ausgestopft in der Halle an der Wand hängt und als Logo des Hauses dient. „Wir haben etwas gesucht, das zur Region passt“, ergänzt Karl Wiener. Der Steinbock ziert jetzt nicht nur alle Geschäftspapiere, sondern ist auch beliebtes Fotomotiv.

Vor allem aber scheint das Angebot des Hauses Steffisalp bei der Zielgruppe anzukommen – „jüngeres Publikum mit finanziellen Möglichkeiten“, wie Siegl formuliert. Diese Klientel hat im Haus viele Möglichkeiten, sich zu unterhalten: „Essen und trinken, Partys feiern, relaxen“. Zur Entspannung steht eine Wellnessabteilung zur Verfügung, mit Vitalpool, Saunalandschaft und Kosmetikbereich. „Das ist zwar nur ein Zusatzangebot, aber 95 Prozent der Gäste nutzen es“, betont Sabine Entstrasser vom „SteffisSpa“ die Qualität ihrer Abteilung.

Ermutigt durch den Verlauf der ersten Saison, haben die Geschäftsführer des Hotels Steffisalp bereits Zukunftspläne. So soll das Haus im kommenden Jahr auch während der Sommersaison geöffnet werden und mit einem Angebot aus Wandern, Naturerlebnis und Wellness auf den Tourismusmarkt Bregenzer Wald gehen.

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