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Flieger bringen Umsatz

Frankfurter Flughafen setzt auf lokale Gastro-Champions – und die Hotellerie auf eine neue Landebahn

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2006/16 vom 22. April 2006

FRANKFURT/M. „FRA“ setzt Maßstäbe: Mit mehr als 51 Mio. von insgesamt 164 Mio. Passagieren hat der Frankfurter Flughafen die übrigen 18 großen deutschen Airports auch 2005 weit hinter sich gelassen und nach Angaben des Statistischen Bundesamtes nochmals um 2,1 Prozent zugelegt. Mit positiven Folgen für das Gastgewerbe.

Bis 2010 will Flughafen-Betreiber Fraport die Gastronomie komplett neu aufgestellt haben. Neben zugkräftigen internationalen Markennamen – demnächst eröffnet die erste Starbucks-Filiale an einem deutschen Flughafen – sollen regionale Gastronomen zum Zuge kommen.

Das F&B-Angebot wird dann von Häagen-Dazs über Segafredo bis zu „Europas größtem und attraktivstem McDonald’s“ (so die Eigenwerbung) in der Food Plaza des Terminals 2 reichen.

Ältester Gastro-Platzhirsch ist mit derzeit 18 Outlets die Steigenberger Gastronomie, an der seit zwei Jahren die italienische Autogrill eine 49-prozentige Beteiligung hält. Die LSG-Airportgastronomie kommt auf 17 Lokale, Imbisse und Bars, Kuffler&Bucher (Käfer’s) sind mit vier Outlets vertreten. Unzählige Passagiere heben mehrmals pro Woche ab – hohes Stammgast-Potenzial für originelle Restaurantkonzepte. Bekannte Namen aus der Frankfurter Gastro-Szene wie das Erfolgsduo Tobias Jäkel und Matthias Schönberger („MoschMosch“) werden mit einigen anderen lokalen Erfolgsgastronomen als Interessenten für weitere Outlets gehandelt. Der Anfang beim Lokalkolorit ist bereits gemacht. Der als innovativ bekannte Gastronom Tim Plasse („Beyond“) ist bereits mit einem Take-out-Shop vertreten, und Frankfurts Brezelkönig Mayer ist mit einem mobilen Verkaufswagen im Einsatz. Bis zur WM wird sich das Angebot von jetzt 39 auf insgesamt 55 Outlets erweitert haben.

Die Hotellerie um den größten Flughafen des Kontinents ist gut aufgestellt; nirgendwo in Deutschland ist der Wettbewerb so stark. Ein Dutzend Hotels aller Marken und Kategorien mit rund 4000 Zimmern buhlen ums Geschäft. Direkt auf dem Flughafengelände liegen aber nur zwei Hotels.

Das Sheraton Frankfurt Hotel & Towers ist durch eine Brücke mit dem Terminal 1 verbunden, während das Steigenberger InterCity im Süden des Geländes liegt und per Shuttle-Bus angebunden ist.

Seit seiner Komplettrenovierung ist auch das Steigenberger Airporthotel wieder eine attraktive Adresse. Es ist das größte Haus der Gruppe und das profitabelste zugleich.

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Das brachte Generaldirektor Alfred Küpper und seinem Team kürzlich den erstmals verliehenen „Outstanding Achievement Award 2005“ der Gruppe ein: Für „das beste gesamtbetriebswirtschaftliche Ergebnis im Geschäftsbereich Stadthotels“.

Das Tagungsgeschäft am und um den Flughafen brummt. „Morgens rein, abends raus“, lautet die Devise. Ob mit Flugzeug, Auto oder ICE, der Flughafen ist so optimal angebunden, dass manche Übernachtung überflüssig wird. Was den Hoteliers natürlich nicht schmeckt, sich in Belegungszahlen aber nicht nennenswert niederschlägt. Das größte Konferenzzentrum hat das Sheraton mit 45 Tagungsräumen für bis zu 1000 Personen. Beim alljährlichen AHGZ-Branchen-Award „Hotelier des Jahres“ gerät es regelmäßig an seine Kapazitätsgrenzen. Der zur Deutschen Bank gehörende Airport-Club im Frankfurt Airport Center hat mittlerweile auf 39 Räume für bis zu 36 Personen aufgestockt. Und auch das Airport Hotel mit bisher 36Räumen will durch eine Erweiterung auf 800 Personen dem Sheraton ein ernsthafter Mitbewerber werden. Die Pläne liegen in der Schublade.

Ausbaupläne verfolgt auch das Steigenberger InterCity. Parallel zum dritten Terminal soll das frühere Esprix-Hotel im Süden des Airportareals von derzeit 360 auf 1100 Zimmer ausgebaut werden. Das InterCity entstand aus dem früheren Airbase-Hotel der Amerikaner und war vom Start weg erfolgreich, mit einer Auslastung von deutlich über 80 Prozent bei „ordentlichem Durchschnittspreis“, wie Direktor Anton Wüstfeld der AHGZ versichert. Die Aufenthaltsdauer in Flughafenhotels ist naturgemäß niedrig, mancher Gast bleibt nur Stunden. Die so genannten Tageszimmer bescheren den Hotels oft genug Auslastungen von über 100 Prozent, da man das Zimmer an manchen Tagen auch zwei Mal belegen kann. Beliebt sind Fitness-Stopover-Programme. Passagiere nutzen die Infrastruktur des Hotels, stellen zwischen zwei Flügen ihr Gepäck ein, lassen die Wäsche waschen, während sie sich im Pool oder bei einer Massage erfrischen.

Eine Besonderheit sind die Gäste in Uniform. „Das Crew-Geschäft ist im wesentlichen verteilt“, kommentiert ein Insider. Erst durch die neue Landebahn können die Kapazitäten gesteigert werden und mehr als die bislang rund 300 Airlines Rhein-Main anfliegen. Waren früher die Crews in 5-Sterne-Hotels untergebracht, wird heute gespart. Doch es ist „noch immer ein gutes Basisgeschäft“, sagt Marketingdirektorin Catherine Ludwig vom Sheraton der AHGZ. Im Sheraton und den beiden Steigenberger-Hotels liegt der Crew-Anteil an der Belegung zwischen 15 und 20 Prozent. Barbara Goerlich

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