AHGZ-Barometer
Frankfurt schwächelt
Die Frankfurter Kettenhotellerie hatte in den vergangenen Monaten mit starken Umsatzverlusten zu kämpfen. Im Vergleich zum Vorjahr lag der RevPar im Juli fast 6 Prozent niedriger. Der Stadt fehlen die Urlauber
FRANKFURT/M. Mit den durchgängig starken Umsatzverlusten waren die vergangenen vier Monate für die Beteiligten auf dem Frankfurter Hotelmarkt nicht sehr erfreulich. Nach dem letzten RevPar-Zuwachs von 32,9 Prozent im März verlor der RevPar jeweils in zweistelliger Prozenthöhe. So lag der 12-Monats-RevPar zum Juli bei 65,80 Euro fast 6 Prozent niedriger als noch in der vorherigen Periode. Der Verlust begründete sich sowohl in der um 1,4 Prozentpunkte niedrigeren Auslastung, als auch im Rückgang des durchschnittlich erzielten Zimmerpreises von 106,90 Euro auf nur noch 102,70 Euro.
Die Economy- und Upscale-Segmente verzeichneten dabei einen etwa gleich starken Umsatzverlust von 7 bis 8 Prozent. Während das Economy-Segment vor allem in der Auslastung einbüßte, waren die Ergebnisse des Upscale-Segments durch einen Mix aus Auslastungsrückgang und fallenden Zimmerpreisen gekennzeichnet. Das Midscale-Segment performte deutlich besser, mit einem kleinen Auslastungsplus bei moderat fallenden Preisen. Frankfurt hatte im vergangenen Sommer wie kaum eine andere Stadt von der Fußball-Weltmeisterschaft profitiert. Doch selbst wenn man dies beim Ergebnisvergleich berücksichtigt, ist die Performance des Marktes nicht überzeugend. Einige der diesjährigen Monate erreichen nicht einmal die Ergebnisse von 2005, und auch die Ergebniszuwächse der übrigen Monate fallen bis auf den März eher gering aus.
Trotz der außergewöhnlich hohen Übernachtungszahlen und der starken Ergebnisse während der Fußball-Weltmeisterschaft war der Frankfurter Hotelmarkt bereits im Jahr 2006 merklich schwächer gewachsen als der deutsche Gesamtmarkt. Branchenkenner sind sich einig, dass dies ausschließlich auf das stark gewachsene Angebot zurückzuführen ist.
Der Hotelmarkt in Deutschlands Finanzmetropole ist weiterhin einer der attraktivsten. Und das Preisniveau bleibt, aufgrund der starken Präsenz von Upscale-Häusern, dem hohen Anteil internationaler Gäste und dem Fokus auf das Businesskundensegment, mit 102,70 Euro weiterhin top. Der starke Banken- und Dienstleistungssektor, ein expandierendes Messezentrum und ein erweiterter Flughafen werden auch in Zukunft die Gäste kommen lassen.
Seit 2005 sind jedoch bereits mehr als 4500 zusätzliche Betten auf den Markt gekommen. Viele davon in der gehobenen Kategorie, zunehmend aber auch im Economy-Bereich – dann meist in Randbezirken. 2007 und im kommenden Jahr werden weitere neue Hotels ihre Pforten öffnen, einige an altbekannten Plätzen wie dem Flughafen, der Oper oder dem Hauptbahnhof. Der größte Makel des Marktes bleibt die unzureichende Nachfrage des Tourismus, was zu schwacher Nachfrage an Wochenenden führt und sich auch in fortwährenden Verschiebungen und Schwankungen durch den Messezyklus ausdrückt. red

