Touristik
Gartenschau als Besuchermagnet
Hotellerie und Gastronomie hoffen auf Impulse durch die Landesgartenschau Wernigerode
MAGDEBURG In Wernigerode ist in diesem Jahr die zweite sachsen-anhaltische Landesgartenschau eröffnet worden. 5000 Dauerkarten gingen bereits im Vorverkauf weg, was für das große Interesse der Wernigeröder spricht. Die Veranstalter hoffen, bis zum Schlusstag am 8. Oktober auf eine halbe Million Besucher zu kommen, um die etwa 5,5 Mio. Euro Betriebskosten decken zu können.
Für die Veranstaltung wurde ein 35 Hektar großes Gelände zwischen einer Plattenbausiedlung und einem Gewerbepark für 14,5 Mio. Euro aus Fördermitteln umgestaltet. Die ansehenswerte Mittelachse des Parks wird von sieben Fischteichen gebildet, die bereits im Mittelalter durch die Grafen zu Stolberg-Wernigerode angelegt worden waren.
Die Veranstalter wollen auch viele auswärtige Gartenfreunde anlocken. Wernigerode gilt als eine der wichtigsten Adressen für den sachsen-anhaltischen Fremdenverkehr. Darauf weist auch Andreas Meling, Marketingchef der Landesgartenschau GmbH, hin. „Unser Einzugsgebiet reicht bis nach Berlin, Leipzig und im Westen bis nach Nordrhein-Westfalen“, sagt er. „Daher sind wir optimistisch, dass die Besucher in der erwünschten Zahl zu uns kommen.“
Auch im Gastgewerbe blickt man mit besonderen Erwartungen auf die Landesgartenschau und die zusätzlichen Besucher. „Wir haben der Gartenschau regelrecht entgegengefiebert“, sagt Jörg Wieland, Inhaber des am Marktplatz gelegenen Ringhotels Weißer Hirsch. Touristen erhielten dadurch einen weiteren Anreiz, die Stadt zu besuchen. Ob der zusätzliche Gästeschwung auch die Innenstadt-Hotels erreicht, dazu möchte sich Wieland nicht festlegen. „Da muss man abwarten“, sagt er vorsichtig. Aber bereits im vergangenen Herbst wurden alle Stammgäste des 92-Betten-Hauses angeschrieben, um sie auf das Ereignis aufmerksam zu machen. Selbstverständlich seien für die Wochenenden Pauschalangebote geschnürt worden, die auch einen Besuch der Gartenschau einschlössen. „Und außerdem hat unser Küchenchef Ralf Beyer ein spezielles Menü zur Gartenschau kreiert,“ ergänzt Wieland. Auch Björn Rosenberg, Verkaufsrepräsentant des Ramada-Treff Hotels, erwartet viel von der Gartenschau. „Wir haben unter unseren Stammgästen sehr viel für einen Besuch der Landesgartenschau geworben und spüren bereits eine gute Resonanz.“ Es gebe eine ganze Reihe Vorbestellungen. „Ich bin daher sehr zuversichtlich, dass wir die Veranstaltung auch an der Zahl unserer Übernachtungsgäste spüren werden“, sagt Rosenberg. Zwei Pakete wurden im mit 506 Betten größten Hotel Wernigerodes geschnürt. Eines für Kurzreisende mit einer Übernachtung und eines mit drei Übernachtungen. Beide enthalten Karten für einen Besuch der Landesgartenschau.
Die gastronomische Versorgung der Besucher auf dem Gartenschaugelände ist dagegen nach einer Ausschreibung fest in sächsischer Hand. „Seit zehn Jahren betreuen wir Landesgartenschauen in den neuen Bundesländern“, sagt der geschäftsführende Gesellschafter des Unternehmens Matthias Polster. „Das spricht wohl für uns.“ Die Großveranstaltungs- und Cateringservice GmbH aus Lichtenstein hat zwei Restaurants, ein Festzelt und ein Bistro mit insgesamt 1400 Plätzen eingerichtet und dafür neben sechs Stammkräften auch 35 Mitarbeiter aus der Region eingestellt. „Wir können aber jederzeit reagieren, wenn das zu wenig sein sollte“, betont Polster. Den Besuchern verspricht er „gutbürgerliche Küche, aber auch den schnellen Imbiss“. Zum Angebot gehört ein wechselndes Tagesgericht zu jeweils 9,99 Euro. Mit einem Jahrzehnt Gartenschauerfahrung lässt sich Polster nicht einmal von dem kalten Frühlingsanfang aus der Ruhe bringen: „Das können wir in dem halben Jahr schon aufholen.“
