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Diagnose urlaubsreif: Wer im Beruf unter Druck steht, ist oft bereit, in der Freizeit in seine Gesundheit zu investieren Foto: Colourbox

Märkte und Unternehmen

Gesundheitsreisen auf neuen Wegen

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2010/29 vom 17. Juli 2010
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München. Gesundheitstourismus hat in Deutschland eine lange Tradition. Mehrere Hundert Heilbäder hat das Land aufzuweisen, die mit ihrer spezifischen Mischung aus medizinischem Know-how und Komplementärangeboten um Kunden werben. Die weitere Verzahnung der Heilbäder mit dem Tourismus sieht Otto Ziegler, beim bayerischen Wirtschaftsministerium für Tourismus zuständig, als wichtige Aufgabe an.

heißt auch Kultur

Das sei allerdings „nicht ganz einfach, wenn man aus einer Tradition kommt, dass einem die Patienten geschickt werden“, räumte er beim Symposium „Healthcare meets Tourism“ ein, das kürzlich im Münchner Hilton Park-Hotel stattfand. Ein Trend ist die Investition in die eigene . Rund 80 Prozent der Gäste für Kur und Reha, Prävention und Wellness sind inzwischen Selbstzahler.

Der gestiegene Wettbewerbsdruck zwinge die Gesundheitsbranche dazu, den Blick auf Innovationen zu richten und Partnerschaften einzugehen, so Ziegler: „Es gibt erst wenige Hoteliers, die etwa mit Heilpraktikern zusammenarbeiten – aber die es tun, sind damit sehr erfogreich.“ Klaus Holetschek, Präsident des Bayerischen Heilbäderverbands, beschreibt weitere Herausforderungen der klassischen Kurorte.

In seinem Heimatort Bad Wörishofen beobachtet er die Folgen der demografischen Wandels, wie die Nachfrage nach exklusiven Seniorenresidenzen, angeregt durch die medizinische und kulturelle Infrastruktur. Beim Gesundheitsurlaub wird der durchschnittliche Gast immer jünger, so Holetschek, das Image des Begriffs „Kur“ sei jedoch angestaubt. Ein lohnendes Feld sieht er etwa in der betrieblichen Gesundheitsvorsorge.

Klare strategische Positionierung

Werner Taurer von der Wiener Unternehmensberatung Kohl & Partner empfiehlt den Kurorten, nicht nur auf ihre natürlichen Ressourcen wie Quellwasser oder Moor zu setzen, sondern sich auf bestimmte Indikationen zu konzentrieren. Der Weg zur modernen Gesundheitsdestination führe über eine klare strategische Positionierung anhand von Themenschwerpunkten und Kompetenzfeldern.

Als positives Beispiel nennt er Bad Kissingen, mit der Akademie Heiligenfeld als Kompetenzpartner in der Psychosomatik. Die Zukunft liegt auch für ihn bei den Selbstzahlern, etwa der Zielgruppe der Lohas (Lifestyle of Health and Sustainability): „Die Menschen sehen Gesundheit nicht nur als Abwesenheit von Krankheit, sondern Healthstyle ist für sie ein Teil des Lifestyle.“

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