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Touristik

Grüne Teller als Bindeglied

In das neue Projekt Gartenträume von Sachsen-Anhalt bringen sich auch Restaurants ein / Menüs mit regionalen Produkten

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2006/12 vom 25. März 2006
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MAGDEBURG Das Land Sachsen-Anhalt rückt in diesem Jahr für die touristische Vermarktung seine Gärten in den Blickpunkt und ergänzt das Konzept durch Angebote der lokalen Gastronomie. Mit mehr als 1000 Gartendenkmälern ist das Bundesland eine der gartenreichsten Regionen Deutschlands. 40 dieser Denkmale sind gebündelt im Projekt „Gartenträume – historische Parks in Sachsen-Anhalt“, das im Frühling 2006 ins Leben gerufen wird. Der Festumzug zum „Frühlingserwachen“ in Wörlitz am 25. März läutet die Saison ein. Der offizielle Startschuss fällt allerdings erst am 15. April in Wernigerode, anlässlich der Eröffnung der Landesgartenschau 2006.

Parks als Tourismusmagneten und passende kulinarische Angebote

Die „Gartenträume“ sollen allerdings nicht – im Stile eines Jahresthemas – im Dezember ausgeträumt sein. Das Projekt ergänzt fortan die bereits am Markt eingeführten kulturhistorischen Angebote Sachsen-Anhalts und versteht sich neben der „Straße der Romanik“ und den an der Elbe orientierten Offerten „Blaues Band“ als eine der Säulen des Tourismusmarketings.

Das Spektrum der in das „Gartenträume“-Projekt eingebundenen Sehenswürdigkeiten reicht von berühmten Landschaftsgärten wie Oranienbaum und den Wörlitzer Anlagen, über Schlossgärten wie die in Ballenstedt oder Osterburg, bis zu den Stadtparks von Halle oder Magdeburg. Der Kurpark von Bad Lauchstädt, der Klostergarten Drübeck oder auch neuzeitliche Kreationen wie der Elbauenpark Magdeburg oder das Landschaftskunstprojekt Goitzsche bei Bitterfeld sind ebenfalls mit einbezogen. Auch mit einigen Superlativen warten die 40 Auserwählten auf: Altjessnitz zum Beispiel nennt den ältesten und größten barocken Irrgarten Deutschlands sein Eigen nennen und Wernigerode die nördlichste europäische Anlage, in der Esskastanien gedeihen. Und Oranienbaum ist das einzige Barockensemble niederländischer Prägung in Deutschland.

Im Klostergarten wird in diesem Sommer aufgekocht

Die „Gartenträume“ wollen jedoch nicht nur etwas für Auge und Ohr bieten. Auch der Gaumen soll erfreut werden. Die Idee, gesunde Nahrungsmittel aus heimischen Gärten im Rahmen des „Gartenträume“-Projektes in den Mittelpunkt zu rücken, entstand im Evangelischen Zentrum Kloster Drübeck – einer Tagungsstätte, deren Küche auch für spezielle Veranstaltungen offen steht. Während einiger Seminare mit dem auf Front-Cooking spezialisierten Koch Bernd Trum wurde an dieser Idee gearbeitet. Im bevorstehenden Sommer, wenn auch der neue Kloster-Küchengarten fertig ist, geht es los: Dann werden die Mitarbeiter der Klosterküche ihre Gäste unter anderem mit einer „Kochshow im Garten“ unterhalten. „Die ‚Gartenträume’ sind ein wunderbares Projekt“, schwärmt die Geschäftsführerin des Zentrums, Brunhilde Langelüddecke. „Vor allem, weil es das Thema so ganzheitlich angeht, indem Köche und Denkmalpfleger, Künstler und Touristiker dadurch an einen Tisch kommen und einander anregen.“

Das Konzept vom „Grünen Teller“ fand bald Mitstreiter in den verschiedensten Häusern. Was sie anbieten – und in einem speziellen Kochbuch zusammentragen – sollte nicht nur allgemein das Thema Naturprodukte aufgreifen, sondern zum Ort passen: In Wernigerode (Café am Markt) beispielsweise entstehen Köstlichkeiten natürlich aus Maroni oder im Auwaldstädtchen Quedlinburg (Romantikhotel am Brühl) aus Bärlauch.

Maronen, Bärlauch, Rosen oder

Holunder tauchen im Menü auf

In Sangerhausen, dessen über 100-jähriges Rosarium die mit 8500 Sorten vielgestaltigste Rosensammlung der Welt beherbergt, bieten gleich zwei Wirtinnen ein Rosenmenü: Rita Büdler im Hotel und Restaurant Zum Löwen und Ursula Webecke im Ratskeller. Empfohlen werden die auf Vorbestellung servierten Menüs unter anderem über die Rosenstadt Sangerhausen GmbH Gesellschaft für Kultur, Tourismus und Marketing, sobald Gäste Informationen zum Thema Blumen oder „Gartenträume“ anfordern.

Mit dem „Lila Wunder Holunder“ möchte Familie Schöne, Inhaber des Jagdschlosses Spiegelsberge von Halberstadt, die Gäste bezaubern. „Wir haben überlegt, welche Spezialität den roten Faden durch unsere Küche bilden könnte“, erzählt Chris Schöne, der Juniorchef des Hauses. „Schließlich kamen wir zu einem Ergebnis: der Holunder. Mit dem Segen der Kommune pflücken wir die Früchte rund ums Haus und in den Spiegelsbergen. Mein Bruder Patrick, unser Küchenchef, verwendet sie direkt, kocht sie ein oder verarbeitet sie zu Konfitüren, so dass wir rund ums Jahr mit dieser Köstlichkeit punkten können.“

So bringt sich das Team des Hauses natürlich auch in das Gartenträume-Projekt ein. „Wir haben das Glück, direkt an einem der ‚Gartenträume’-Parks zu liegen“, so Schöne. „Also erhoffen wir uns, dass den Anlagen noch mehr Pflege zukommt und dass sich für uns die wachsende Popularität auch in wachsende Gästezahlen ummünzt.“

www.gartentraeume-sachsen-

anhalt.de

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