Touristik
Grüne Teller als Bindeglied
In das neue Projekt Gartenträume von Sachsen-Anhalt bringen sich auch Restaurants ein / Menüs mit regionalen Produkten
MAGDEBURG Das Land Sachsen-Anhalt rückt in diesem Jahr für die touristische Vermarktung seine Gärten in den Blickpunkt und ergänzt das Konzept durch Angebote der lokalen Gastronomie. Mit mehr als 1000 Gartendenkmälern ist das Bundesland eine der gartenreichsten Regionen Deutschlands. 40 dieser Denkmale sind gebündelt im Projekt „Gartenträume – historische Parks in Sachsen-Anhalt“, das im Frühling 2006 ins Leben gerufen wird. Der Festumzug zum „Frühlingserwachen“ in Wörlitz am 25. März läutet die Saison ein. Der offizielle Startschuss fällt allerdings erst am 15. April in Wernigerode, anlässlich der Eröffnung der Landesgartenschau 2006.
Das Spektrum der in das „Gartenträume“-Projekt eingebundenen Sehenswürdigkeiten reicht von berühmten Landschaftsgärten wie Oranienbaum und den Wörlitzer Anlagen, über Schlossgärten wie die in Ballenstedt oder Osterburg, bis zu den Stadtparks von Halle oder Magdeburg. Der Kurpark von Bad Lauchstädt, der Klostergarten Drübeck oder auch neuzeitliche Kreationen wie der Elbauenpark Magdeburg oder das Landschaftskunstprojekt Goitzsche bei Bitterfeld sind ebenfalls mit einbezogen. Auch mit einigen Superlativen warten die 40 Auserwählten auf: Altjessnitz zum Beispiel nennt den ältesten und größten barocken Irrgarten Deutschlands sein Eigen nennen und Wernigerode die nördlichste europäische Anlage, in der Esskastanien gedeihen. Und Oranienbaum ist das einzige Barockensemble niederländischer Prägung in Deutschland.
Das Konzept vom „Grünen Teller“ fand bald Mitstreiter in den verschiedensten Häusern. Was sie anbieten – und in einem speziellen Kochbuch zusammentragen – sollte nicht nur allgemein das Thema Naturprodukte aufgreifen, sondern zum Ort passen: In Wernigerode (Café am Markt) beispielsweise entstehen Köstlichkeiten natürlich aus Maroni oder im Auwaldstädtchen Quedlinburg (Romantikhotel am Brühl) aus Bärlauch.
Holunder tauchen im Menü auf
Mit dem „Lila Wunder Holunder“ möchte Familie Schöne, Inhaber des Jagdschlosses Spiegelsberge von Halberstadt, die Gäste bezaubern. „Wir haben überlegt, welche Spezialität den roten Faden durch unsere Küche bilden könnte“, erzählt Chris Schöne, der Juniorchef des Hauses. „Schließlich kamen wir zu einem Ergebnis: der Holunder. Mit dem Segen der Kommune pflücken wir die Früchte rund ums Haus und in den Spiegelsbergen. Mein Bruder Patrick, unser Küchenchef, verwendet sie direkt, kocht sie ein oder verarbeitet sie zu Konfitüren, so dass wir rund ums Jahr mit dieser Köstlichkeit punkten können.“
So bringt sich das Team des Hauses natürlich auch in das Gartenträume-Projekt ein. „Wir haben das Glück, direkt an einem der ‚Gartenträume’-Parks zu liegen“, so Schöne. „Also erhoffen wir uns, dass den Anlagen noch mehr Pflege zukommt und dass sich für uns die wachsende Popularität auch in wachsende Gästezahlen ummünzt.“
anhalt.de