Aktuell
Gütliche Trennung noch nicht in Sicht
Differenzen zwischen Bühlerhöhe-Eigner Dietmar Hopp (SAP) und der spanischen NH-Hotel-Kette schwelen weiter
BADEN-BADEN Der Sturm über dem Schlosshotel Bühlerhöhe, der mit der Ablösung von Direktor Reto Schumacher durch den Engländer Stephen Mulligan bereits eine wichtige Personalie durchs Land geblasen hat (AHGZ vom 18. September), hält unvermindert an. Die noble Immobilie hoch über Baden-Baden ist im Besitz der Familie Hopp, als Betreiber fungiert die in Madrid ansässige spanische NH-Hotel-Kette. Über anstehende Investitionen war es zwischen beiden Parteien zu einem Disput gekommen, der wie es scheint, kaum gütlich zu regeln sein wird. Während die NH-Hotels mit lediglich 3 Mio. Euro das Renommierobjekt nachrüsten wollen, macht Dietmar Hopp, Gründer des Software-Giganten SAP, einen Investitionsbedarf von 17 Mio. Euro aus, der nach Hopp eindeutig „auf die Kappe von NH“ geht. Darüber hinaus gibt der milliardenschwere Eigentümer in einem Gespräch mit dem Onlinedienst hospitality-inside.com klar zu erkennen, wie er sich die weitere Zukunft der Bühlerhöhe vorstellt: „NH wäre gut beraten, wenn sie die Bühlerhöhe räumen und eine Abstandssumme von 9 bis 10 Mrd. Euro zahlen würden – dann würden sie noch Geld sparen.“ Reto Schumacher und sein Team – so Hopp weiter – hätten es bislang noch geschafft, alle Widrigkeiten auszugleichen. Jetzt aber habe man es auf allen Seiten des Betreibers mit Leuten zu tun, die nur noch Personal abzubauen versuchten, damit NH Geld verdiene. Für Hopp steht fest, dass dies „schief gehen wird“. Der Vertrag mit den Spaniern läuft noch bis zum Jahr 2016, aber den badischen Software-Giganten und Nicht-Hotelier Hopp ficht das nicht weiter an. Der zwangsläufige Substanzverlust hingegen ist es, der ihm zu schaffen macht. Die Familie Hopp wäre bereit, zwischen 4 und 5 Mio. Euro in die Renovierung vor allem des Wellnessbereichs zu stecken, aber dieses Vorhaben wurde vorerst einmal auf Eis gelegt. Hopp will Reto Schumacher zurück in die Verantwortung holen, dann werde man sich über neue Partner Gedanken machen. Ein alternativer Betreiber sei derzeit aber nicht in Sicht.
Als die spanische Hotelgruppe NH Hoteles 2002 die deutschen Astron Hotels übernommen hatte, war sie auch in den Pachtvertrag für das Grand-Hotel eingestiegen. Mit der klaren Zusage, das Haus als Luxushotel erhalten zu wollen.

