Zulieferer
Henkell & Co. steigert Umsatz
von Susanne Stauss
WIESBADEN. Bei der Henkell & Co. Sektkellerei KG funktioniert der Risikoausgleich: Während im Jahr 2008 Umsatzzuwächse im Ausland die Rückgänge im Inland kompensierten, legte der Umsatz des Unternehmens im Jahr 2009 in Deutschland deutlich zu. Er steigerte sich um stolze 12,3 Prozent auf 345 Mio. Euro (Vorjahr: 307,2 Mio. Euro).
Bei einem leicht rückläufigen Auslandumsatz (minus 1,2 Prozent) von 283,6 Mio. Euro (Vorjahr: 287 Mio. Euro) stieg somit der Gesamtumsatz um 5,8 Prozent auf 628,6 Mio. Euro (Vorjahr: 594,2 Mio. Euro). Die Umsatzrückgänge im Ausland sind auf Wechselkursschwankungen in einigen osteuropäischen Ländern zurückzuführen.
Schwacher Außer-Haus-Markt
Die Umsatzsteigerung im Inland wurde im Lebensmitteleinzelhandel generiert. Hans-Henning Wiegmann, Sprecher der Henkell-Geschäftsführung, begründet sie unter anderem mit im Vorjahr durchgesetzten Preiserhöhungen, guter Verkaufs- und Marketingarbeit und der Aufnahme des Produkts Kupferberg Gold bei einem Lebensmitteldiscounter. Der Bereich Horeca (Hotels, Restaurants, Catering) musste hingegen Umsatzeinbußen hinnehmen.
„Die insgesamt positive Entwicklung widerlegt unsere bisherige These, dass Sekt ein Konjunkturbarometer ist", sagte Wiegmann. Sie tue dies allerdings nur im Hauskonsum. „Die Menschen bleiben heute zu Hause, Mutti kocht und Papi macht eine Flasche Sekt auf." Auch die Premiumprodukte wie Fürst von Metternich oder Menger Krug hätten sich dabei gut entwickelt, obwohl ihre Abhängigkeit von Gastronomie und Hotellerie größer sei als die anderer Produkte.
Sekt ist gefragter als Champagner
Betrachte man den gesamten Schaumweinmarkt in Deutschland im Jahr 2009, sei deutscher Sekt der große Gewinner, am stärksten gelitten hätten Champagner und spanischer Cava.
Der Erfolg von Henkell & Co. im Inland war im Sektbereich von den bekannten Markenklassikern Fürst von Metternich, Henkell Trocken, Kupferberg Gold, Deinhard und Söhnlein Brillant geprägt. Im Spirituosenbereich glänzten Wodka Gorbatschow, der Gute Pott und Scharlachberg Meisterbrand besonders. Insgesamt, so Wiegmann, zeige sich, dass die Verbraucher in gesamtwirtschaftlich unsicheren Zeiten besonders den etablierten Marken vertrauten.
Das Jahr 2010 steht bei Henkel & Co. international im Zeichen der Integration und der Konsolidierung der in der Vergangenheit erworbenen Unternehmen und Marken. Darüber hinaus sollen auch künftig Chancen auf intelligente Akquisitionen im In- und Ausland genutzt werden. Für dieses Jahr hat Henkell keine Preissteigerungen bei den Produkten geplant.
Die ersten fünf Monate des Jahres 2010 liegen laut Wiegmann leicht über dem Vorjahr. Von der eher bierlastigen Fußball-WM profitiere das Unternehmen höchstens durch parallel zu den Spielen verlaufende Damenpartys oder im Falle von Siegen der deutschen Elf.


