Aus der Branche
Hermann-Bareiss-Preis erstmals verliehen
Ausbildungs-Modell hat sich bewährt / Fast 800 Absolventen
STUTTGART Der Verein „Förderer von Hotellerie und Gastronomie“ (FHG) hat erstmals den „Hermann-Bareiss-Preis“ an zwei Auszubildende vergeben, die das Ausbildungsmodell des Vereins in den Fächern Koch und Restaurantfachkraft als Beste abgeschlossen haben. Über die Preise, die am vergangenen Dienstagabend im Stuttgarter Hotel am Schlossgarten überreicht wurden, freuten sich die Restaurantfachfrau Anna Carstens (Hotel Bareiss, Baiersbronn-Mitteltal) und der Koch Daniel Hormann (Hotel Colombi, Freiburg).
Der FHG wurde 1989 von Hermann Bareiss mit Kollegen führender baden-württembergischer Betriebe gegründet, weil er mit der Qualität der Ausbildung in der Berufsschule nicht mehr zufrieden war. Selbsthilfe war gefragt, denn hoffnungsvolle Nachwuchskräfte, besonders in den Berufen Koch und Restaurantfachkraft, drohten wegen „sachlicher und intellektueller Unterforderung“ abzuspringen.
Gemeinsam mit der Landesberufsschule in Bad Überkingen hat der FHG für Azubis aus den Mitgliedsbetrieben des Vereins (derzeit zirka 70) ein Schulmodell entwickelt, das 1993 erstmals an den Start ging. Um ein einheitliches Niveau zu gewährleisten sowie aus rechtlichen und organisatorischen Gründen mit dem Abitur als Zulassungsvoraussetzung. Zusätzlich zum normalen fachlichen Stoff werden in den FHG-Klassen Inhalte vertiefter behandelt. Etwa im Bereich Wein und Speisen, wo viel intensiver auf Besonderheiten und Qualitätsmerkmale eingegangen wird.
Andere Fächer, die intensiver gelehrt werden, sind Rechnungswesen, Buchhaltung und Vertragsrecht, Englisch und Französisch sowie EDV- und Computer-Wissen. Weitere Besonderheiten sind die FHG-Paten, die jederzeit für die Schüler ansprechbar sind, sowie Sommerseminare. Am Ende der dreijährigen Ausbildung stehen die Prüfung vor der IHK sowie eine FHG-Zusatzprüfung. Daran anschließen kann sich sich ein dreijähriges, dual organisiertes betriebswirtschaftliches Studium an der BA Ravensburg, das den Studenten die mit dem FHG entwickelte Fachrichtung Gastronomiemanagement anbietet. Neu ist die Vereinbarung mit den Jeunes Restaurateurs, die für ihre Azubis ein Ausbildungsmodell in Koblenz eingerichet haben, das auch Nicht-Abiturienten offen steht. Davon können Lehrlinge aus FHG-Betrieben profitieren. Umgekehrt steht Abi-Azubis der Jeunes Restaurateurs das FHG-Modell zur Verfügung.
