Studie
Hotellerie im Griff der Krise
von Holger Zwink
BERLIN. Die Zimmerauslastung ist deutlich gesunken, die Durchschnittspreise gehen nach unten und entsprechend sind die Zimmererträge eingebrochen. Da sind die Hauptfakten des aktuellen Konjunkturbarometers des Hotelverbandes Deutschland (IHA).
"Die Zahlen des ersten Halbjahres sind dramatisch. Es ist daher höchste Zeit und wettbewerbspolitisch ohnehin geboten, auch der Hotellerie in Deutschland endlich den reduzierten Mehrwertsteuersatz zu gewähren", bringt Fritz G. Dreesen, Vorsitzender des Hotelverbandes Deutschland (IHA), mit Blick auf die anstehende Bundestagswahl die Erwartungen der Hotellerie in Deutschland auf den Punkt. "Außerdem müssen die neuen Hinzurechnungsregelungen von Mieten und Pachten bei der Gewerbesteuer sofort revidiert werden, da sie die Unternehmenssubstanz besteuern und somit krisenverschärfend wirken."
Die Finanz- und Wirtschaftskrise hat die Hotelkonjunktur seit Herbst 2008 im Griff. Die Branchenkennziffern für das erste Halbjahr 2009 weisen darum allesamt negative Vorzeichen auf:
Die Zimmerauslastung rutschte unter die 60-Prozent-Marke und ging um 7,3 Prozent auf 57,5 Prozent zurück. Flughafenhotels (-15,4 Prozent) und 5-Sterne-Hotels (-9,4 Prozent) waren überproportional stark betroffen.
Die Zimmerpreise fielen um 7,8 Prozent auf 82 Euro. Mit 10,8 Prozent die größten Einbußen mussten Hotels mit einem durchschnittlichen Zimmerpreis über 100 Euro hinnehmen. Die Zimmerraten von Hotels im Luxussegment gingen um 9,8 Prozent zurück.
Sinkende Auslastungsquoten und Durchschnittspreise ließen die Zimmererträge (RevPar) zweistellig einbrechen (-14,5 Prozent). Der durchschnittliche Erlös je verfügbarem Zimmer lag im ersten Halbjahr nur noch bei 47 Euro. Negativer Spitzenreiter sind die Flughafenhotels (-22,9 Prozent). Auch Hotels in größeren Städten (-16,5 Prozent) und die Häuser im 5-Sterne-Bereich (-18,3 Prozent) melden besonders hohe Verluste beim Zimmerertrag.
Mit 77,6 Mio. sank die Zahl der Übernachtungen in der Hotellerie von Januar bis Mai 2009 um 3,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Gravierend ist der Rückgang bei den ausländischen Gästen. Hier lag der Wert um 8,2 Prozent unter dem des Vorjahres. Die Übernachtungszahlen bei den inländischen Gästen gingen um 2,3 Prozent zurück.
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