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Im Goya brennen keine Lichter mehr

Betrieb des Berliner Nobelclubs wird nach nur fünf Monaten endgültig eingestellt / Insolvenzverschleppung möglich / 12,5 Mio. Euro in den Sand gesetzt

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2006/18 vom 6. Mai 2006

BERLIN Die Hoffnung stirbt zuletzt. Als der Insolvenzverwalter des Berliner Clubs Goya, Peter Leonhardt, am vergangenen Dienstag vor die Medien tritt, sitzen da nicht nur Journalisten im Publikum. Auch Aktionäre und Goya-Mitarbeiter sind gekommen, um zu erfahren, was den Verwalter nun zum Äußersten getrieben hat – zur endgültigen Schließung des Clubs nämlich.

Monatlich fehlen

rund 150.000 Euro

„Der Geschäftsbetrieb des Goya wird nicht fortgeführt“, ist dann auch das Eingangsstatement der kurzfristig einberufenen Pressekonferenz. 89 Mitarbeiter seien gekündigt worden. Das Goya habe mehr Geld und mehr Gäste gebraucht. Beides reiche für den weiteren Betrieb nicht aus, so Insolvenzverwalter Leonhardt. Immerhin: 500.000 Euro hätten die Goyaaktionäre nach einem Schreiben des Verwalters Anfang April nachgeschossen, um den Club der Aktionäre zu retten. Doch das reicht nicht. Bereits im April hatte Leonhardt mitgeteilt, dass Beträge unter 1 Mio. Euro effektlos im Geschäftsbetrieb versickern würden. Schließlich fehlen dem Goya derzeit monatlich rund 150.000 Euro, um die Kosten von 375.000 Euro zu decken.

Noch dazu sitzt die Aktiengesellschaft auf einem Schuldenberg von rund 5 Mio. Euro. Mit den Einlagen der etwa 2700 Aktionäre von 7,5 Mio. Euro wurden damit 12,5 Mio Euro in den Sand gesetzt. Für nichts, wie Journalisten und Aktionäre erfahren müssen. Denn der Goya AG gehört so gut wie gar nichts. Auf mobilen Einrichtungsgegenständen, wie Barhockern, Kronleuchtern und sogar der Kücheneinrichtung im Wert von 500.000 Euro, lastet Eigentumsvorbehalt, weil die Rechnungen noch nicht beglichen wurden.

Allein 875.000 Euro wären nötig, um die Betriebs- und Geschäftsausstattung zu bezahlen. Noch dazu fallen Einbauten und Sanierungsmaßnahmen am Gebäude bei der Kündigung des Mietvertrages vollständig an den Vermieter. Wenig Chancen für Gläubiger und Aktionäre. Es werde nun geprüft, ob gegen beteiligte Personen Schadenersatz geltend gemacht werden könne, so Leonhardt. Doch selbst wenn dies gelänge, fließt damit noch lange kein Geld in die Kassen der Gläubiger. Denn schließlich müssten die Verantwortlichen das entsprechende Geld auch aufbringen können.

Gründe für ein Vorgehen gegen Goya-Vorstand und Aufsichtsrat könnten etwa in einer Insolvenzverschleppung liegen. So geht Leonhardt davon aus, dass das Goya bereits Ende Dezember, nicht mal einen Monat nach der Eröffnung, insolvenzreif war. Der Insolvenzantrag wurde aber erst am 3. März gestellt. Unternehmen haben nach dem Eintritt der Zahlungsunfähigkeit drei Wochen Zeit, um die Insolvenz anzumelden. Noch dazu sei die Personalbuchhaltung wie auch das gesamte Belegwesen in einem desolaten Zustand gewesen, so der Insolvenzverwalter. Neben einem rund 700 Kilo schweren Tresor mit Einnahmen in Höhe von 65.000 Euro seien außerdem auch Notebooks und Mobiltelefone gestohlen worden.

Im Gespräch mit der AHGZ sagt Leonhardt: „Das Goya ist nicht mehr zu retten.“ Außer natürlich, es fände sich im letzten Moment noch ein weißer Ritter. Doch nach Investoren und Geldquellen hat Leonhardt in den vergangenen Wochen intensiv gesucht. Niemand habe angebissen. Selbst von den in Aussicht gestellten Sonderveranstaltungen im Wert von 1,1 Mio. Euro, die eine Eventagentur ins Spiel gebracht hatte, sei nichts übrig geblieben. „Ich stehe vor einem Rätsel“, sagt Leonhardt.

Zur endgültigen Einstellung des Goyas habe letztlich die Kündigung der Feuerversicherung geführt, die die fehlenden Brandschutzmaßnahmen nicht mehr akzeptieren wollte. Dies zu beheben hätte 100.000 Euro gekostet. Doch diese Summe war einfach nicht mehr da. Katja Apelt

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