Gastgewerbe International
Im Jubiläumsjahr herrscht im „Palace“ erstmals Baustopp
Luzerner 5-Sterne-Hotel feiert in diesem Jahr sein 100-jähriges Bestehen / Modernisierungsarbeiten rechtzeitig abgeschlossen
LUZERN Eine Sonderstellung unter den altehrwürdigen Nobelherbergen Luzerns nimmt das Palace Hotel ein. Das 5-Sterne-Hotel, das nur wenige Gehminuten von der Altstadt entfernt und direkt am Vierwaldstätter See liegt, feiert in diesem Jahr sein 100-jähriges Bestehen. Für dieses Jubiläum wurde das Grand Hotel in den vergangenen Jahren Schritt für Schritt renoviert und modernisiert.
1903 kaufte der Schweizer Hotelpionier Franz-Josef Bucher-Durrer das 3285 Quadratmeter große unbebaute Grundstück für 880.000 Franken. Zu seiner Schweizerischen Hotelgesellschaft AG gehörten damals bereits das „Quirinale“ in Rom, das „Semiramis“ in Kairo und das „Palace“ in Lugano. Die Bauarbeiten für das neue Grand Hotel in Luzern begannen 1904. Schon zwei Jahre später konnte das Hotel die ersten Gäste begrüßen. Über 4 Mio. Franken wurden investiert, damals eine riesige Summe für den Bau eines Hotels.
Nach dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges musste das „Palace“ schließen. In den zwanziger Jahren erlebte es erneut eine Blütezeit. Die Folgen der Weltwirtschaftskrise führten dazu, dass der Schweizerischen Hotelgesellschaft AG nur noch das Palace Luzern verblieb. Während des Zweiten Weltkriegs diente das Haus als Sanitätsanstalt. Nach einer grundlegenden Renovierung wurde es 1946 erneut als Luxushotel eröffnet.
Das Erfolgsgeheimnis des Palace sind die seit den siebziger Jahren immer wieder erfolgten Anpassungen des Hauses an die steigenden Gästeansprüche an ein Luxushotel. Unter der Leitung des Direktionsehepaars Constancia und Andrea Jörger, das seit 1999 das mittlerweile von der börsennotierten Grand Hotel Victoria-Jungfrau AG übernommene Haus leitet, wurden die Modernisierungsarbeiten intensiviert.
„Unser Hauptaugenmerk lag dabei auf der architektonischen Rückführung des Hotels zu seinen Jugendstilwurzeln in harmonischer Verbindung mit modernen Designelementen“, sagt die Direktorin. So wurde 2001 das Restaurant Les Artistes nach Originalvorlagen aus den Gründungsjahren renoviert und in der Lobby die imposanten Säulen mit ihrem roten Stuckmarmor wiederhergestellt. 2003 eröffnete das neue Restaurant Jasper und setzte neue Maßstäbe in kulinarischer und mit modernem Ambiente auch in architektonischer Hinsicht.
„Mit der Eröffnung eines neuen, 800 Quadratmeter großen Spa-Bereichs hat das Palace Luzern im vergangenen Jahr einen weiteren Schritt in die Zukunft getan“, sagt Andrea Jörger. Ein besonderer Clou ist das 72 Quadratmeter große „Private Spa“ im Turm des Palace, das einen Blick auf See und Berge bietet. Durch das neue Wohnkonzept wurde die ursprüngliche Zahl der Zimmer von 168 auf jetzt 136 Gästezimmer und Suiten reduziert. „Luxus bedeutet heute, nicht nur Zeit zu haben, sondern auch genügend Raum“, sagt Direktor Andrea Jörger.
Im Jubiläumsjahr 2006 wird erstmals seit langem nicht im Hotel gebaut. „Das Produkt stimmt jetzt“, meint Jörger und verweist darauf, dass das Palace heute eine geglückte Verbindung aus bewahrter Tradition und zeitgemäßer Moderne darstellt.
