Konzepte: Chutney in Hamburg
Indische Küche to go
von Mathias Thurm
HAMBURG. Kaum eine Gastrosparte ist derzeit so kreativ wie Fastfood. Immer neue Konzepte beweisen, dass man auch in einem Schnellrestaurant nicht auf Genuss, Frische und Gesundheit verzichten muss. Ob Pizza oder Sushi, Tapas oder Pasta, für jeden Geschmack ist inzwischen etwas dabei: zum Beispiel der Take-away-Inder Chutney, der den Fastfoodmarkt mit einer authentischen Länderküche bereichert. Vor fünf Jahren im Souterrain der Europapassage in Hamburg eröffnet, erfreut sich das Konzept seitdem wachsender Beliebtheit. Die Zeichen stehen auf Expansion.
Auf nur rund 10 Quadratmetern drängen sich in Stoßzeiten bis zu acht Köche und Servicemitarbeiter am Herd und hinter dem Tresen. Auf der zweiten Hälfte der Fläche finden in einem abgetrennten Bereich bis zu
25 Gäste auf Hockern und kleinen Hochtischen einen Platz. „90 Prozent des Umsatzes machen wir aber im Take-away-Geschäft“, sagt Inhaber Khaled Nezam. Hauptumsatzbringer sind fünf wöchentlich wechselnde Gerichte, die appetitlich angerichtet im Tresen hinter Glas dem Kunden direkt ins Auge fallen.
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Wie zum Beispiel Chicken Vindaloo: Hähnchenbrustfilet mit Kartoffelstückchen in einer aromatisch süß-sauren Currysauce mit Basmatireis. Jedes dieser Gerichte gibt es als kleine und große Portion. Die kleine ausschließlich als Take-away-Angebot. Die Preise beginnen bei 3,80 Euro. Durch den reduzierten Mehrwertsteuersatz für Außer-Haus-Produkte ergibt sich hier ein besonders attraktives Kosten-Ertrags-Verhältnis.
Standort Einkaufszentrum
Als Mieter eines Einkaufszentrums kann der Unternehmer seine Öffnungszeiten von 11 bis 20 Uhr allerdings nicht allein bestimmen. Aber er kann gut damit leben, auch wenn der Hauptumsatz im Chutney mittags zwischen zwölf und 15 Uhr gemacht wird.
Nezam selbst stammt aus Afghanistan. Er lebt aber schon lange in Hamburg und hatte zwischendurch ein indisches Restaurant in Dubai. Zuletzt war er Inhaber des deutschen Restaurants Kürbis in Hamburg. Er kennt sich also aus in den Küchen Afghanistans, Indiens und Deutschlands.
Die Köche im Chutney kommen alle aus Indien und stehen für ein echt indisches Geschmackserlebnis. Alle Zutaten werden täglich frisch in der Zentralküche vorbereitet und angeliefert. Vor Ort werden Fleisch und Gemüse gegart sowie die Saucen gewürzt. „Wir machen alles selbst, auch unsere Currys“, betont Nezam. Ebenso werden verschiedene Lassis in der Zentralküche angerührt und – ideal zum Mitnehmen – in kleinen Plastikflaschen abgefüllt. Das Abfülldatum wird handschriftlich vermerkt und dadurch die Frische sichtbar kommuniziert.
Das Konzept kam so gut an, dass Khaled Nezam vor zwei Jahren eine zweite Filiale in der HafenCity eröffnete. Im April folgt ein weiteres Restaurant im Einkaufszentrum Hamburger Straße, im Oktober eine vierte Filiale im CityCenter Bergedorf. Dadurch erwartet Nezam zusätzliche Synergieeffekte. Sowohl in der Europapassage als auch in der Hamburger Straße liegt das Chutney in unmittelbarer Nachbarschaft zu einer Vielzahl anderer Schnellrestaurants.
Expansion mit Franchise
Nezam sieht darin eher Vor- als Nachteile: „Die Kunden wissen, dass hier für jeden Geschmack etwas geboten wird.“ Ideal sei die Lösung in der Hamburger Straße. Dort teilen sich alle Fastfood-Stores gemeinsame Sitzgelegenheiten in der Mitte. „So können Gäste, die gemeinsam ihre Mittagspause verbringen, aber unterschiedliche Vorlieben haben, sich bei verschiedenen Imbissen bedienen und trotzdem gemeinsam essen“, erläutert der Chef. Derzeit sind alle Chutneys inhabergeführt. Langfristig erwägt Nezam aber eine Expansion auf Franchisebasis. „Wir sammeln zurzeit noch Erfahrungen.“ Je nach Standort und Größe seien Investitionen in Höhe von 150.000 bis 250.000 Euro nötig. Mathias Thurm





