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Internorga

Die Internorga in Hamburg ist die Leitmesse für den Außer-Haus-Markt Foto: Messe

Markt

Internorga: Der Gast will Qualität

16. März 2009
von  

HAMBURG. Nicht anfassen, nur anschauen. Spätestens jetzt ist dieser lästige Satz hinfällig, den Eltern ihren Kindern immer predigen. Bei der ist berühren, tasten und fühlen neben schnuppern und schmecken genau das, was sich Aussteller wünschen. Sie fordern die bisher rund 50.000 Fachbesucher sogar ausdrücklich dazu auf, Geschirr in die Hand zu nehmen und über Oberflächen zu streichen. Damit sie verstehen, was der Gast will: Eine handfeste Leistung.

Bestand diese im herkömmlichen Sinne aus guten Produkten, Qualität und aufmerksamem Service, erwartet der Gast von heute das individuelle haptische Erlebnis. Das ist umso vielfältiger, wenn der Gast es nicht nur sieht, sondern mit allen Sinnen spürt. "Die Haptik ist der große Trend", bestätigen die Aussteller und meinen damit, dass man Dinge in die Hand nehmen und so ihren Wert (be)greifen kann.

Positiv deuten die Anbieter zur Messehalbzeit, dass die Branche ihre Botschaft versteht und ihren Gästen individuelle Sinnespakte anbieten will. "Servieren macht jeder. Wir wollen Lebendigkeit beim Eindecken erzeugen", sagt beispielsweise Andreas Kroll, Vertriebsberater bei RAK Porcelain. Seiner Meinung nach ist ein modulares Geschirr-Service neben dem Menü ein Mehrwert für den Gast. Eine Seite des Tellers mit Saucen und kleine Extras bleibt stehen, während die andere Seite ausgetauscht und durch einen neuen Gang ersetzt wird. Auch Ausstatter in anderen Bereichen bestätigten, dass kombinieren und ergänzen gut ankommt in der Branche.

Der Gast von heute wünscht sinnliche Eindrücke und Erfahrungen, die seinen Aufenthalt im Restaurant oder Hotel zu einem außergewöhnlichen und qualitativ hochwertigem Gesamterlebnis formen, sind sich die Aussteller einig. Die Begeisterung soll beim Betreten eines Raumes beginnen, wenn Formen, Farben, Gerüche ansprechen. Sie vertieft sich, wenn Design von Möbeln und Lampen zum Gespräch anregen, Polster und Hölzer der Möbel sich hochwertig anfühlen und selbst Geschirr mit kleinen Extras verblüfft. "Die Menschen wollen raus aus der Eintönigkeit und in eine stimmige Welt aus Farben, Formen und Gerüchen eintauchen", erläutert Norbert Kern, Innenarchitekt des Ausstatters Dreiklang Hotelkonzepte. Gefragt sind weiterhin Farben, die an die Natur angelehnt sind wie Brauntöne, Beige, Beerentöne oder Lindgrün. Hier und da finden sich vor allem bei italienischen Ausstellern Tiger- und Zebralook, Blumen-Muster im Hippiestil oder ein grelles Neongrün statt gedecktes Lindgrün. "Farbflecken zu Naturtönen bleiben Trend", weiß man bei der Schnieder Stuhlfabrik. Wie auch bei JAB Anstoetz kitzeln hier türkise Ornamente das Auge.

Schnäppchen sind out

Solche Konzepte gehen allerdings nur auf, wenn die Qualität der Sinneseindrücke stimmt. Trotz Wirtschaftskrise zeigten die Besucher kein "Geiz ist geil"-Verhalten, freuen sich die Aussteller. Natürliche, hochwertige Materialien wie Vollholz, edle Stoffe, rückenfreundliche Polster und handfestes Porzellan überzeugen. Am besten aus heimischer Produktion und ökologisch verträglich, so der Tenor. Wer nicht soviel Budget habe, mache dennoch keine Abstriche bei der Qualität.

Lieber konzentrieren sich investitionsfreudige Kunden mit kleinem Budget auf kleine Extras, die auch ein haptisches Erlebnis oder Eyecatcher sein können: Bespielsweise kuschelige Kissen mit Ornamenten in Violett-Tönen, Türkis oder Orange. Oder zwei neue Ohrensessel, auf Barock gemacht, dicke Stoffe, aufgeruckte Ornamente und ganz im Kleidermodentrend der Metallic-Optik gehalten.

Wenn die Kasse für Investitionen ganz leer ist, kann man immer noch Fussball-Fans in der Sportsbar neben herkömmlichem Fingerfood mit Mini-Schnitzeln (Salomon) überraschen. Und eine Trendanregung für den Sommer aus dem Hause Eiles lautet: Frozen-Chai, fertig portioniert und im Asia-Porzellancup serviert. Der Asia-Trend der vergangenen Jahre im Bereich Ausstattung manifestiere sich laut Unternehmen auch immer stärker bei den Speisen. "Gewürze sind auch kalt groß im Kommen", heißt es bei den Getränkeherstellern.

Die Vielfalt an Ausstellern, Produkten, Neuheiten und Trends umrahmt auch in diesem Jahr ein Fachprogramm und zahlreiche Wettbewerbe. Mehr dazu lesen Sie am kommenden Samstag in der AHGZ. Schon heute finden Sie eine umfangreiche Bildergalerie auf unseren Internetseiten. Unsere AHGZ-Mitarbeiter Brit Glocke, Helmut Heigert und Bernhard Eck haben die Hingucker 2009 für Sie fotografiert.

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