Märkte & Unternehmen
Investoren erobern Berlin
16 Millionen Übernachtungen / „Seit zehn Jahren kein Angebotsüberhang bei Zimmern“
BERLIN. In der deutschen Hauptstadt tummeln sich die Investoren. Nach Schätzungen des Beratungsunternehmens Jones Lang LaSalle Hotels ist für 2008 mit 800 zusätzlichen Hotelbetten in Berlin zu rechnen. Mitmischen auf diesem Markt wird unter anderem die von der internationalen Hotelberatungsgruppe Feuring und der Immobiliengesellschaft Vivico neu gegründete Viador GmbH.
Zum Auftakt wird sich Viador, an der Feuring mit 30 Prozent und Vivico mit 70 Prozent beteiligt sind, mit möglichen Hotelprojekten in Berlin und in Frankfurt beschäftigen. Später sollen Häuser im gesamten deutschsprachigen Raum hinzukommen.
Vorderer Rang in Europa
Wie dem Hotelmarkt-Bericht der Winters & Hirsch Consultants GmbH zu entnehmen ist, entwickelt sich vor allem der Berliner Hotelmarkt sehr dynamisch. In allen Segmenten wird ein starkes Angebotswachstum an Hotelbetten erwartet. Für 2008 geht Jones Lang LaSalle von einem Plus von 800 Betten aus, im Jahr 2009 sogar von 1730 Betten.
Dies ist auf die große Anziehungskraft Berlins zurückzuführen. Nach Angaben von Winters & Hirsch wurden im vergangenen Jahr knapp 16 Mio. Übernachtungen in der Hauptstadt registriert. Damit nehme Berlin einen der vorderen Ränge in Europa nach London (mehr als 100 Mio. Übernachtungen), Paris (33 Mio) und Rom (20 Mio.) ein.
Wie die Unternehmensberatung ghh consult GmbH mitteilt, hat sich das Übernachtungsaufkommen in Berlin in den vergangenen zehn Jahren verdoppelt. Mit einem Zuwachs um rund 8 Mio. Übernachtungen im Zehn-Jahreszeitraum lasse Berlin alle anderen deutschen Großstädte weit hinter sich. Obwohl die Zahl der Hotelbetten um 74 Prozent gestiegen sei, habe sich gleichzeitig die Auslastung der Betriebe seit 1997 um 13 Prozent erhöht. „Die Zahlen zeigen, dass der häufig beschworene Angebotsüberhang in Berlin im Verlauf der vergangenen zehn Jahre niemals Realität war. Im Gegenteil, für weitere Expansionen sind nach wie vor gute Voraussetzungen gegeben“, so ghh-Geschäftsführerin Gisela Hank-Haase.
Das sehen auch die Verantwortlichen bei Vivico und Feuring so und wollen daher mit ihrem Joint Venture Viador in Berlin starten. „Unsere Liegenschaften bergen viel Potenzial für Hotels“, ist der Vorsitzende der Vivico Geschäftsführung, Bernhard H. Hansen überzeugt. Vivico war bisher auf Wohnraum konzentriert. Mit der Feuring Group habe man sich einen erfahrenen Partner mit hotelspezifischem Know-how an die Seite geholt.
Feuring profitiert ebenfalls von dem Gemeinschaftsunternehmen, betont Benno H. Feuring, Gründer der Unternehmensgruppe Feuring. „Für uns hat das Joint Venture eine wichtige Bedeutung, da wir mit einem finanzstarken Partner wie Vivico an der Seite in Deutschland schneller und effizienter agieren können.
Feuring Visionary Hotel Development mit in Mainz ist im Segment der First Class und Luxushotels tätig. Aktuelle Projekte von Feuring sind im Ausland das InterContinental Resort in Davos, im Inland das Hyatt Regency in Düsseldorf. (Seiten 6,8)uleb/ck
