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Noch ein Weizen? Fans sind zwar durstig, bevorzugen aber oft Public Viewing-Bereiche Foto: Eck

Aus der Branche

Kicker glücklich, Wirte im Zwiespalt

Fußball-WM: An Spielorten gute Hotelauslastung / Nicht alle Gastronomen profitieren / Branche setzt auf langfristige Wirkung

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2006/25 vom 24. Juni 2006
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STUTTGART Des einen Freud, des anderen Leid: In den WM-Städten profitieren viele Hoteliers und die in den Public Viewing-Bereichen angesiedelten Gastronomen (AHGZ vom 17. Juni). Für den Rest der Branche springt offensichtlich wenig heraus.

Julia Tupay, Sales & PR Managerin Deutschland Park Plaza Hotels und Resorts betont den positiven Effekt der WM: „Die Grundauslastung unserer Häuser ist sehr gut.“ Allerdings verdiene das Unternehmen derzeit vor allem an den Fangruppen. Geschäftsleute blieben während der WM aus.

In Nürnberg sind an Spieltagen alle Zimmer ausgebucht. Ähnlich das Szenario in Leipzig: Das Novotel in der Innenstadt habe den besten Juni seit seiner Eröffnung, freut sich Direktor Edgar Vonderweiden. „Auch das Berliner Ritz Carlton hat mehr Gäste als sonst im Juni“, sagt PR-Chefin Regine Gädecken. Dennoch gebe es in der Hauptstadt an Spieltagen noch freie Zimmer, berichtet Stefanie Heckel, Pressesprecherin des DEHOGA. „In Düsseldorf, Köln, Bonn hingegen sind alle verkauft“, weiß Marco Lippert, Sprecher der Düsseldorf Marketing & Tourismus GmbH.

Am wenigsten ist der Speisegastronomie zum Feiern zumute.

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Weil bei den Fans weiterhin Public Viewing gefragt ist, wird hauptsächlich an Imbissbuden und Getränkeständen gegessen und getrunken. Nur Betriebe, die im unmittelbaren Umfeld dieser Brennpunkte liegen, haben viele Gäste. Deshalb profitiere beispielsweise in Nürnberg die Gastronomie kaum von der Weltmeisterschaft, sagt der örtliche BHG-Vorsitzende Oliver Kirscher. Da hilft es auch nichts, dass viele Betriebe Leinwand und Beamer angemietet haben.

Einge Biergärten hingegen sind der Renner – aber nicht nur wegen der WM. Das schöne Wetter treibt die Fans beispielsweise in den Stuttgarter Schlossgarten. 1500 Gäste könnten dort über Großbildleinwände Sonne und Stadion-Feeling gleichzeitig haben, sagt Gastronomin Sonja Renz.

Fest steht: Es braucht Einfallsreichtum, um Gäste doch ins Lokal zu locken. Ein Wirt aus Gunzenhausen setzt auf Fußballverweigerer. Bei ihm werde keiner von Fersehübertragungen gestört, sagt Burkhard Meier. „Ein Marketing-Gag, um Fußballmuffel zu ködern“, gibt er zu.

Pizzabäcker Michele Cirillo aus der hessischen Kleinstadt Modau ist ebenfalls gewitzt: Nach jedem Deutschland-Sieg wird die WM-Pizza billiger. In Kaiserslautern schlemmen Fans bei Gourmet-Varietés der Sterneköche Martin und Peter Scharff. Das Ackermanns im Stuttgarter Westen bietet WM-Service total: Sogar im Herren-WC steht ein Fernseher. Erfreulich: In allen WM-Städten ist es weitgehend friedlich. Geärgert hat sich lediglich Gerhard E. Mitrovits, Hotelchef im Steigenberger Hotel Frankfurter Hof. Engländer hätten andere Gäste angepöbelt und Lieder gegrölt. „Solche Fans brauchen wir nicht wieder.“ Die Branche setzt weiterhin auf den langfristigen Erfolg der WM. Michael Weber, Chef der Nürnberger Tourismuszentrale, hofft: „Viele Gäste werden wiederkommen.“ (Siehe Regional)

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