Aus der Branche
Klare Linie am Zapfhahn
Das Service-Partner-Konzept von InBev soll einwandfreies Fassbier gewährleisten / Verbindliche Standards für Wirte
von Thomas Klaus
BREMEN „Die Abschaffung der Getränkeschankanlagen-Verordnung war schlecht für die Branche“, sagt Götz Steinl. Übersichtliche Regelungen für den Schankanlagen-Bereich fehlen seitdem, „umso größer ist jetzt die Verunsicherung bei Gastronomen und Zulieferern“, so der Leiter des Qualitätsmanagements Gastronomie bei InBev Deutschland.
Ähnlich wie andere Brauereien bemüht sich der weltgrößte Braukonzern deshalb intensiv um den Bereich Schanktechnik. Den Kunden von InBev soll das neue Service-Partner-Konzept beistehen. Es besteht gleich aus einer ganzen Reihe pfiffiger Bausteine. Zudem wurden für InBev-Gastronomen strenge Standards entwickelt. Steinl: „Sie spiegeln den aktuellen Stand des technisch Machbaren und Wünschenswerten wider.“ Wer als Gastronom mit InBev zusammenarbeit, muss diese Standards als verbindlich betrachten – bei der Installation, Wartung, Reinigung und dem Betrieb von Schankanlagen.
Sorgfalt und Hygiene
Damit derlei Vorgaben nicht nur Theorie bleiben, sondern auch praktisch umgesetzt werden, hat InBev gehandelt. „In einem aufwändigen Verfahren haben wir im gesamten Bundesgebiet 250 Service-Partner gefunden“, berichtet Steinl. Ihre Aufgabe: Sie bauen und warten Schankanlagen, setzen sie instand, arbeiten dabei eng mit den Außendienstmitarbeitern, den Mitarbeitern im Qualitätsmanagement und den Gastronomen zusammen. Noch weiße Flecken auf der Karte sind Baden-Württemberg und Bayern. Sie sollen jedoch noch in diesem Jahr folgen. Dann sind die Service-Partner in Deutschland flächendeckend vertreten.
„Das Service-Partner-Konzept ist ein weiteres Modul des Qualitätssicherungskonzeptes“, sagt Steinl. Flankiert wird es durch verschiedene Maßnahmen. So sollen auch die Außendienstmitarbeiter der Brauerei gründlich zum Thema „Schankanlagen“ weitergebildet und geprüft werden. Derzeit werden 220 von ihnen in diesem Sinne geschult.
Für die Gastronomie werden ebenfalls Lehrgänge angeboten. Entweder wird dann direkt in den Lokalen unterrichtet, oder die Gastronomen und ihre Thekenkräfte lassen sich in einer der drei „Zapfschulen“ in Bremen, Hannover oder Issum zeigen, wie mit dem Bier und der Schankanlage umgegangen werden sollte. „Dabei können wir auf Erfahrungen aus dem eigenen Schankanlagen-Labor zurückgreifen“, berichtet Steinl.
Stolz ist der Leiter des Qualitätsmanagements Gastronomie auch auf eine spezielle Info-CD. Sie steht sogar in vielen Berufsschulen auf dem Lehrplan und umfasst Aspekte wie Bierherstellung, Bierqualität, Ausschank, Reinigung, Hygiene und Schankanlagentechnik.
Weitere Unterstützung erhalten die Gastronomen durch eine von InBev entwickelte „Schankanlagen-Dokumentation“. In ihr werden jene Unterlagen gesammelt, die Wirte bei staatlichen Kontrollen vorzeigen müssen. Ebenfalls enthalten sind verschiedene Checklisten.
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