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Danilo Maroni: Er bevorzugt beste Zutaten, das gilt auch fürs Öl Foto: Thorsten Keller

Erfolgreiche Gastronomie

Kulinarische Reise durch Bella Italia

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2011/52 vom 24. Dezember 2011
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. Es war die Kindheit in der norditalienischen Schlemmerregion Emilia-Romagna, die bereits früh die Kochleidenschaft in Danilo Maroni weckte. Auch der familiäre Rahmen stimmte. „Ich habe das Glück gehabt, dass meine Mutter jeden Mittag und Abend gekocht hat. Da habe ich schnell ein Gespür für das Zusammenspiel der Zutaten entwickelt“, blickt der Koblenzer Gastronom auf seine frühe Jugend zurück. Doch in den heimischen Gefilden blieb ihm das Ausleben seiner kulinarischen Ideen verwehrt: Um diese realisieren zu können, musste Danilo Maroni zunächst die Alpen gen Norden überqueren – und fand schließlich in Koblenz seinen neuen Lebensmittelpunkt.

Hier eröffnete der Gastronom 1986 mit dem Ravenna sein erstes Restaurant. Zehn Jahre lang, bis zum Umbau der angemieteten Immobilie, setzte Danilo Maroni dort erfolgreich auf regionale italienische Küche. Ein echter Gegenpol zu den gängigen italienischen Restaurants, die Pizza und Pasta in Standardausführung anboten. „Ich habe mir damals die Speisekarten italienischer Restaurants angesehen und mir gedacht, dass das eine Nische ist, in der ich erfolgreich sein kann“, blickt der Gastronom zurück.

Der Standort wechselte, das Konzept blieb gleich. 1999 eröffnete Maroni in der Koblenzer Altstadt das Novecento. „Novecento“ – übersetzt eigentlich „Neunhundert“, aber auch „Zwanzigstes Jahrhundert“ – heißt das Lokal, „weil wir es geschafft haben, noch im zwanzigsten Jahrhundert wiederzueröffnen.“ Danilo Maroni beweist Humor. Und Stil. Die Einrichtung des Novecento soll „sensa tempo“, also zeitlos sein, wie der Patron erklärt. Walnussholz dominiert das Interieur, importiert aus Bologna, robust und auch nach einem Jahrzehnt noch ansehnlich. Doch es sind das kulinarische Gesamtkonzept, der hohe Anspruch bei Zutaten und Zubereitung, die das Novecento in Koblenz zu einer viel gefragten Adresse machen. Dazu gehören Trüffelgerichte aus dem Piemont, simple Hausmannskost wie der Brotsalat Panzanella aus der Toskana und die leichten Köstlichkeiten der süditalienischen Sommerküche, vor allem aber die Weine, von denen Maroni 160 verschiedene Tropfen zur Auswahl anbietet. Ein beachtliches Angebot, dass in der Karte einen prominenten Platz hat und vor den Speisen rangiert: „Sind die Gerichte in der Karte hinten, ist der Gast gezwungen, die Weinkarte eher wahrzunehmen“, sagt der Gastronom, der alle Weine selbst vor Ort in Italien einkauft. Das gilt auch für den Grappa, den Maroni ausschließlich von ihm persönlich bekannten Winzern bezieht.

Es ist das italienische Osteria-Konzept, mit dem Danilo Maroni in Koblenz ausgesprochen gut fährt. „In Italien haben auch gut laufende Lokale keine überteuerten Weine, die Kalkulation ist vergleichweise moderat. Human bleiben, nicht mit dem Faktor vier oder fünf kalkulieren“, so lautet Maronis Rezept. Und der Gastronom bleibt sich treu, was den eigenen Anspruch angeht: „Ich kann nicht verkaufen, was mir nicht schmeckt“, sagt der Chef. Das kommt an. Ob Student oder Geschäftsführer: Das Spektrum der Gäste ist groß, die Frequenz beneidenswert hoch. Ein Geheimtipp ist das Novecento in Koblenz schon lange nicht mehr. Thorsten Keller




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