Konzepte
Kurzurlaub im Reich der Mitte
Hotel Ling Bao ist ein Schmuckstück im Phantasialand / Authentische Architektur / Beliebt bei Familien und Tagungsgästen
BRÜHL. Der Name könnte treffender nicht sein: Ling Bao, das bedeutet soviel wie „himmlisches Juwel“. Hat einen die neun Meter hohe Lobby mit ihrem satten Rot und dem dunkelhölzernen Mobiliar erst einmal eingesogen, wähnt man sich tatsächlich im Himmelreich. Alltag, Hektik, Lärm? Wie weggewischt. Das Themenhotel im Phantasialand bei Brühl überrascht in jedem Winkel mit authentischem Design von bester Qualität.
Die angestrebte harmonische Synthese wurde überzeugend erreicht: In unmittelbarer Nachbarschaft zu Chinatown, einer der Attraktionen des beliebten Freizeitparks, entstand vor fünf Jahren in der sagenhaft kurzen Zeit von nur 13 Monaten das Ling Bao. Damit rundete sich das Ensemble zu einer echten chinesischen Kleinstadt. Für den Bau reisten in 130 Containern gigantische Mengen von Materialien und die gesamte original chinesische Ausstattung übers Meer.
Meisterliche Handwerkskunst
Mehr als 100 chinesische Architekten, Kunstmaler und Facharbeiter werkelten vor Ort und setzten eine ebenso anspruchsvolle wie detailliert geplante Vision um: Außen ist das Hotel nach dem Vorbild der nördlichen Qing-Dynastie des 17. und 18. Jahrhunderts gestaltet. Für die aufwendigen Holzkonstruktionen der Pagodendächer in den Kaiserfarben Gelb und Grün verwendete man kein einziges Stück Eisen, alle Elemente sind verzapft und verzahnt, ein Meisterwerk der Handwerkskunst. Innen vermittelt die Tradition der östlichen Jangtse-Region Naturnähe und Behaglichkeit. Die Gartenanlage schließlich folgt den Spielregeln der bezaubernden Gärten von Suzhou, dem chinesischen Venedig. Von Wasserspielen und duftenden Sträuchern umrahmt, werden auf dem Brückchen unterm Pagodendach Trauungen im Freien vollzogen. Das Ling Bao ist eine offizielle Außenstelle des Kölner Standesamts – Exotik und Romantik auf einen Schlag. Wer danach in die luxuriöse, von der Ehegöttin beschützte Hochzeitssuite schlüpfen kann, darf sich erst recht wie Kaiser und Kaiserin von China fühlen.
Asiatische Gestaltungslehren nach Feng-Shui-Gesetzen und westlicher Komfort zeichnen das 4-Sterne-Erlebnishotel aus. Es ist das größte chinesische Bauwerk außerhalb Chinas und beherbergt neben 165 Zimmern und zehn unterschiedlichen Suiten je zwei Restaurants und Bars, dazu mehrere Konferenz- und Tagungsräume für zehn bis 100 Personen, einen großzügigen Poolbereich und das luxuriöse Mandala Spa. Die Beauty- und Wellness-Oase steht auch externen Besuchern offen, was in der Kölner Region gern genutzt wird. Manchmal gar zu gern: Bei Terminen muss oft eine Wartezeit von drei Monaten in Kauf genommen werden.
Das Vorzeige-Objekt des Phantasialand-Eigners Löffelhardt war ursprünglich dazu ausersehen, Eltern und Kindern nach dem Vergnügungspark eine komfortable Herberge zu bieten. Eine Rechnung, die nicht ganz aufging. Die Familienzimmer mit den Dschunkenbetten für den Nachwuchs sind zwar nach wie vor gut gebucht. Aber mehr und mehr strömen seit einiger Zeit Tagungs- und Messegäste auf der Suche nach dem Besonderen herbei. Denen ist es egal, ob sich in Sichtweite Karussells drehen, Märchenfiguren umherschlendern, Pommes und Zuckerwatte verzehrt werden. In der abgeschotteten Oase des Ling Bao finden sie in sicherer Entfernung von der Großstadt, was sie suchen: Ruhe und Entspannung nach dem Job und jenen exotischen Touch, der auf der Stelle Urlaubsgefühle weckt. Als Teil des Business to Pleasure-Konzepts für den Park werden maßgeschneiderte Vorschläge und Wünsche des Veranstalters umgesetzt. War die Entwicklung vom Familien- zum Konferenzhotel auch nicht absehbar – die Konsequenz ist, dass innerhalb des Phantasialands bis Sommer 2008 ein weiteres Themenhotel (diesmal der 3-Sterne-superior-Kategorie) entsteht: das kinderfreundliche Matamba im konsequent afrikanischen Stil.
Asiatische Whiskys
Wer wie ein Kaiser schläft, soll zumindest fürstlich speisen. Auch die Gastronomie tut sich mit kreativen Ideen und außergewöhnlichen kulinarischen Angeboten hervor. Highlight im doppelten Sinn ist die kuschelige Dragon Bar im Turm. Mit Weitblick über die Kölner Bucht genießt man Cocktails oder, jawohl, asiatische Whiskys. Im weitläufigen Buffet-Restaurant Bamboo brutzelt es im Wok und dampft es aus den Garküchen.
Am Wochenende wird es voll, der üppige Sonntags-Brunch mit euroasiatischen Spezialitäten ist ein Renner und zieht regelmäßig 250 Gäste an. Das A-la-carte-Restaurant Lu-Chi mit seiner originellen hölzernen Speisekarte wirkt erlesen und intim, dazu passen als Clou sogar die lustigen singenden Kellner. Regina Goldlücke

