Tourismus
Luftverkehrsteuer soll 1 Milliarde Euro einbringen
von Raphaela Kwidzinski
FRANKFURT/MAIN. Der Verband Deutsches Reisemanagement (VDR) kritisiert die geplante Luftverkehrsabgabe. Diese zusätzliche Steuer hat die Bundesregierung mit dem Entwurf des Haushaltsbegleitgesetzes 2011 am 1. September 2010 konkretisiert.
Beschlossen hat die Regierung die Luftverkehrssteuer bereits im Rahmen ihres Sparpakets im Juni. Abschließend wird jedoch erst am 26. November in Bundestag und Bundesrat beraten. Die zusätzliche Steuer soll dem Bund im Jahr 1 Mrd. Euro mehr in die Kassen spülen.
Steuer gilt ab 1. Januar 2011
"Für den Geschäftsreise Verband VDR ist es sehr unbefriedigend, dass das Bundeskabinett den Entwurf in dieser Form heute auf den Weg gebracht hat", sagt Dirk Gerdom, Präsident des Verbands Deutsches Reisemanagement e.V. (VDR).
Laut den Gesetzentwurf sollen Passagiere für Inlandsflüge und Kurzstreckenrouten in Europa je acht Euro zahlen. Für mittellange Strecken zwischen 2500 und 6000 Kilometer liegt die Abgabe bei 25 Euro, für Langstreckenflüge von mehr als 6000 Kilometer bei 45 Euro. Die Luftverkehrssteuer gilt für Flüge ab dem 1. Januar 2011. Frachtflüge sollen nicht besteuert werden.
Auch der Bundesverband der Deutschen Tourismuswirtschaft (BTW) stemmt sich gegen diese Abgabe. Sie verteuere nicht nur die Mobilität, sondern verstoße auch gegen ordnungspolitische Grundsätze, teilte der BTW bereits im Juni mit (die AHGZ berichtete). Ökologisch sei sie zudem ungegründet und führe dazu, dass sich der Verkehr ins Ausland verlagere.

