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Gastronomie

Magere Zeiten für Gastronomen

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2010/6 vom 6. Februar 2010

Hamburg. Das vergangene Jahr war von anhaltenden Umsatzrückgängen geprägt. Die Verluste in Hotellerie und bei Top-Restaurants in Deutschland betrugen bis zu 10 Prozent. Dies ist Ergebnis der aktuellen Analyse „Gastrodynamik 2009“ des auf den Außer-Haus-Markt spezialisierten Marktforschungsunternehmens CHD Expert in Scheeßel bei Hamburg. Der Abwärtstrend begann bereits im Herbst 2008 und setzte sich stetig fort. Eine Erholung im führenden Gastgewerbe ist laut CHD Expert erst gegen Ende dieses Jahres zu erwarten.

„In der Hotellerie macht sich besonders die starke Zurückhaltung der Geschäftskunden bemerkbar“, berichtet Thilo Lambracht, Geschäftsführender Gesellschafter von CHD Expert. In Einzelfällen sei es zu Umsatzrückgängen von bis zu 25 Prozent gekommen. Viele Hotelbetreiber mussten notgedrungen ihre Preise erheblich senken und sehen sich nun einem neuem Preisdruck ausgesetzt. „Mit der Senkung der Mehrwertsteuer auf Hotelübernachtungen kam eine neue Erwartungshaltung der Gäste auf“, so der Hotelexperte. Doch die Spielräume für neue Senkungen bei der Zimmerrate seien oftmals nicht mehr gegeben.

In den führenden Restaurants sieht die wirtschaftliche Lage ebenfalls nicht rosig aus. „Der Kostendruck aufgrund steigender Energiepreise und teurem Einkauf von F&B-Rohwaren schwächt die Betriebe“, analysiert Lambracht. Zudem habe sich der Außer-Haus-Verzehr der Deutschen vom stabil gebliebenen Konsum abgekoppelt. Von Steigerungsraten bei Gästezahl und Durchschnittsbon können nur wenige Gastbetriebe berichten. Deutlich sei der branchenweite Umsatzrückgang zuletzt bei der sinkenden Zahl der Weihnachtsfeiern gewesen. Die Hälfte der befragten Gastbetriebe musste Rückgänge bei den Buchungen verzeichnen.

„Für 2010 ist nur eine allmähliche Erholung der Konjunktur im führenden Gastgewerbe zu erwarten“, prognostiziert Lambracht. Spätfolgen der Finanz- und Wirtschaftskrise auf dem Arbeitsmarkt und eine allgemeine Zurückhaltung bei den Ausgaben im Außer-Haus-Markt machten Hoffnungen auf eine rasche Erholung zunichte. „Führende Hoteliers und Gastronomen kalkulieren erst gegen Jahresende oder Anfang 2011 wieder mit nennenswerten Zuwachsraten bei Gästezahl und Durchschnittsraten“, sagt Lambracht.

Dagegen bleibt die Investitionsbereitschaft in der Hotellerie ermutigend: Jeder vierte Betrieb will in die Modernisierung seiner Gästezimmer investieren. Knapp unter 10 Prozent wollen bereits jetzt Restaurant und Küche modernisieren. „Die meisten Beherbergungsbetriebe nutzen die Gunst der Steuersenkung für verzögerte Modernisierungen“, so Lambracht. red

www.chd-expert.de

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