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Erfolgreiches Praxisbeispiel: Elke Bolland vom Hotel Bollant’s im Park in Bad Sobernheim, stellt ihr Konzept vor Foto: Dammer

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Medical Wellness ist ein Zukunftsmarkt

Euroforum-Konferenz beleuchtete Marktchancen von Medical Spas / Begriff braucht klare Qualitätskriterien / Wer profitieren will, muss sich jetzt vorbereiten

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2006/40 vom 7. Oktober 2006
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BADEN-BADEN Der Ausdruck Medical Wellness ist in aller Munde. „Seit zwei, drei Jahren hat sich dieser Begriff immer stärker eingeprägt. Viele Hotels verwenden ihn, um ihre Gesundheitsangebote von reinen Wellnessleistungen abzugrenzen. Nicht nur First-Class-, sondern auch Mittelklasse-Hotels bieten Medical Spas an“, beobachtet Gisela Hank-Haase, geschäftsführende Gesellschafterin der Ghh Consult GmbH Dr. Hank-Haase & Co.

Die Nachfrage ist groß

Außer Hotels setzen auch immer mehr Kliniken und Kureinrichtungen sowie touristische Anbieter auf Medical Wellness. Welche Chancen der (vermeintlich) neue Markt birgt, wie erfolgreiche und wirtschaftliche Konzepte aussehen können, erfuhren die Teilnehmer der zweitägigen Euroforum-Konferenz „Von Wellness zu Medical Spa“ in Brenner’s Parkhotel in Baden-Baden. Eines zeichnete sich dabei ganz deutlich ab: Medical Wellness ist sicherlich ein Zukunftsmarkt mit beachtlichem Nachfrage-Potenzial. Denn die Bereitschaft der Bürger, eigenverantwortlich in ihre Gesundheit zu investieren, steigt.

Doch diese Angebotskategorie braucht unbedingt klare Qualitätsrichtlinien. Denn nur wer den modischen Begriff mit den richtigen – sprich: vom Gast klar nachvollziehbaren – Inhalten füllt, kann dauerhaft vom neuen Gesundheitstrend partizipieren. In ihrem einführenden Vortrag verdeutlichte Gisela Hank-Haase, die Vorsitzende der Konferenz, die wirtschaftlichen Dimensionen des Themas und zeigte aktuelle Nachfragetrends auf. Etwa 300.000 Kur- bzw. Präventionsaufenthalte mit 15 Mio. Anwendungen wurden 2005 in Deutschland gebucht. „In diesem Markt liegt ein Zuwachspotenzial von 30 bis 40 Prozent“, prognostizierte die Expertin. Die Hälfte der angenommenen 20 Mio. Anwendungen könnten auf Medical-Spa-Hotels entfallen. Dies bedeute für die anbietenden Betriebe ein potenzielles zusätzliches Volumen von 4 Mio. Übernachtungen. „Damit können sich etwa 17.000 Hotelzimmer mit einer zufrieden stellenden Auslastung in diesem Bereich etablieren. Das sind etwa 100 Betriebe“, so das Fazit der Referentin.

Dass Medical Wellness keine neuartige Erfindung des 21. Jahrhunderts ist, darin waren sich alle Referenten einig. „Der Begriff knüpft an den Gedanken der traditionellen Kur an“, erläuterte Bodo Scholz, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Heilbäderverbandes. Früher – sprich: vor Beginn der in den 80er Jahren einsetzenden Welle von Sozialkuren – seien die Kurorte gesellschaftliche Mittelpunkte für begüterte Menschen gewesen, die in erholsamer Umgebung etwas für Körper, Geist und Seele taten. „An diese Ursprünge sollten wir wieder anknüpfen. Die Rahmenbedingungen für Medical Wellness in Kurorten sind optimal.“

Wie ein erfolgreiches Praxisbeispiel aussehen kann, erläuterte Elke Bolland vom Romantikhotel Bollant’s im Park. Das von ihrer Familie in vierter Generation geführte Gründerzeit-Hotel in Bad Sobernheim an der Nahe hat sich zu einem erfolgreichen Naturheilkunde-Resort mit 50 Zimmern entwickelt. Felke-Therapie, klassische Naturheilverfahren unter Ägide des Arztes Axel Bolland, Fitness, gesunde Ernährung und Sport sind wichtige Säulen des Angebotes und sichern dem Haus eine Belegung von 80 Prozent. „Unsere Gäste kommen mit dem hohen Anspruch, etwas für sich und ihre Gesundheit zu tun. Das können sie bei uns in einem wunderschönen Ambiente. Dabei geben wir dem Gast die Sicherheit, dass das, was er tut, auch medizinisch abgesichert ist“, formulierte Bolland die Erfolgsfaktoren des Hauses.

Hohe Verantwortung

Die medizinische Kompetenz und Qualität der Angebote ist vielerorts noch ein Knackpunkt. Denn längst nicht überall, wo Medical Wellness drauf steht, ist auch Medical Wellness drin. „Der Begriff beinhaltet eine ganz hohe Verantwortung“, stellte Lutz Lungwitz, Vorsitzender des 2005 in Berlin gegründeten Deutschen Medical Wellness Verbands fest.

Eine der Hauptaufgaben des Verbandes sieht Lungwitz darin, ein Netzwerk für die Branche zu schaffen und für gesicherte Qualität zu sorgen. Ziel ist die Erarbeitung von Qualitätskriterien in den Bereichen Personal, Diagnostik, medizinische Umsetzung/Einrichtung und die Schaffung eines Gütesiegels „Medical Wellness“, mit dem die Betriebe zertifiziert werden sollen. Wenn dieses von Nutzen sein soll, wird es höchste Zeit. Denn der Markt wird jetzt gemacht. Ulla Dammer

www.dmwv.de

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