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Familiäre Atmosphäre: Die Kochlöffel-Restaurants wollen Gäste aller Altersklassen ansprechen Foto: Unternehmen

Märkte & Unternehmen

Mit dem Kochlöffel zum Erfolg

Schnellgastronomie-Unternehmen will expandieren und startet Modernisierungsoffensive an seinen 90 deutschen Standorten

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2007/15 vom 14. April 2007
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LINGEN. Der Trend zur deutschen Küche lässt die Kassen im Schnellgastronomie-Unternehmen Kochlöffel klingeln. Im Geschäftsjahr 2006 steigerte das Unternehmen, das an 90 Standorten in Deutschland und an acht in Polen vertreten ist, seinen Umsatz um 2,3 Prozent auf 45 Mio. Euro. Es bewirtete 13,5 Mio. Gäste und damit 0,5 Mio. mehr als 2005. Das teilte Wolfgang Kaiser, Mitglied der Geschäftsführung, der AHGZ mit.

Dieser Erfolg treibt die Expansion an. In diesem Jahr will Kochlöffel vier neue Betriebe eröffnen. Bis 2009 soll die Zahl der Lokale auf 120 gestiegen sein. Und die künftigen Restaurants sollen alle in Städten mit 80.000 bis 100.000 Einwohnern eingerichtet werden statt vorher überwiegend in hoch frequentierten Lauflagen kleinerer und mittlerer Städte an. Der Griff nach den größeren Städten ist nach Angaben Kaisers ein Strategiewechsel – und eine Reaktion auf bestimmte systemgastronomische Mitbewerber, die einst ausschließlich in großen Städten vertreten waren und seit einiger Zeit vermehrt in kleinere Orte gehen.

Wie Kaiser sagte, startet jetzt eine Marketing- und Modernisierungsoffensive des 1961 gegründeten Unternehmens unter dem Slogan „Kochlöffel, iss einfach gut!“ Im Laufe dieses Jahres sollen alle Standorte modernisiert werden. Verstärkt werden zudem typisch deutsche Imbiss-Gerichte angeboten. In Lingen, am Sitz des Unternehmens, wird zu diesem Zweck an Produktinnovationen getüftelt. Eine solche Innovation betraf kürzlich die Currywurst. Die ist bei Kochlöffel in einer originellen Spitztüte erhältlich: „Eine Imbiss-Ikone wurde neu verpackt“, betont Kaiser. Eine weitere Neuheit: Das Unternehmen hat sich wieder auf den Kochlöffel als Erkennungszeichen und Symbol besonnen. „Schließlich steht der Kochlöffel für das Einfache, aber Gute“, sagt Kaiser.

So wie Kochlöffel seinen Gästen das Gefühl geben möchte, ein Teil der Familie zu sein, ist auch Kochlöffel selbst seit 46 Jahren ein Familienunternehmen. Julia Hessler, die Tochter der Kochlöffel-Gründerin und Seniorchefin Martha van den Berg, ist gemeinsam mit Ehemann Torsten in die erste Reihe getreten. Sie leitet die Marketing- und Modernisierungsoffensive.

Außer Familie bleibt die Transparenz bei der Produktzubereitung nach Kaisers Angaben eines der Kernelemente: „Die Devise lautet: Nichts verstecken!“ Entsprechend wird die Küche nicht in einem Nebenraum verborgen, sondern ist für den Gast einsehbar. Ebenso wichtig sind laut Kaiser gestalterische Details wie bequeme Designerstühle, eine Kinderspielecke und der Wickelraum. Praktisch ist das kleine Handwaschbecken im Gastraum – angesichts der Grill-Hähnchen bei Kochlöffel ein „Muss“.

Was im gesamten Unternehmen geschieht, unterliegt laut Kaiser klar definierten Qualitätsstandards. „Mit Handbüchern, Weiterbildungs- und Trainingsangeboten bringen wir unsere Mitarbeiter und Partner auf das gleiche Wissensniveau.“

Für die Zukunft setzt Kochlöffel nach wie vor auf Franchising. Mit seinen 42 Franchise-Betrieben hat das Unternehmen „außerordentlich gute Erfahrungen“ gemacht. Kaiser: „Die Motivation eines auf eigene Rechnung arbeitenden selbstständigen Partners ist eben doch größer als die eines noch so guten Angestellten.“ Er macht klar, dass das Verhältnis der eigenen Betriebe zu Franchise-Läden stets 60 zu 40 liegen soll.

Potenzial für mehr Umsatz erkennt Kaiser außer in Deutschland auch weiterhin in Polen. Schon vor zwölf Jahren ging Kochlöffel ins Nachbarland – als erster deutscher Gastronomie-Anbieter. Unter dem Namen „conieco“ (auf deutsch: „Kleinigkeit“) werden zurzeit acht Standorte betrieben, darunter ein Franchise-Betrieb. Weiter setzt Kaiser auf Lettland, Litauen und das ehemalige Jugoslawien. Diese Länder böten gleichermaßen entwicklungsfähige Märkte.Thomas Klaus

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