Ausland
Monsterwellen: Millionenschäden für Gastronomen an der Cote d’Azur
von Ralf Klingsieck
NIZZA/CANNES. Die bis zu acht Meter hohen schweren Wellen, die am Dienstagnachmittag überraschend die Cote d’Azur heimsuchten, haben an den Stränden und ihren gastronomischen Einrichtungen Schäden verursacht, die auf mehrere Dutzend Millionen Euro geschätzt werden.
Besonders hart hat es Cannes und Nizza getroffen. In Cannes liefen die Vorbereitungen für das Filmfestival, das am 12. Mai beginnt. Hier müssen jetzt die Strandeinrichtungen in aller Eile von Grund auf erneuert werden.
In Nizza wurden auf den sieben Kilometern Uferlinie zwischen dem Flugplatz und dem Hafen mehr als 20 Strandcafés und -Restaurants völlig zerstört. Die Schäden beziffert René Colomban, Sprecher der Strandkonzessionäre von Nizza, auf 80.000 bis 800.000 Euro pro Etablissement.
„Die ganze Saison ist verloren“, klagt Marie-France Féraud im Gespräch mit der AHGZ. Sie bewirtschaftet den Strand „Bambou Beach“ und betreibt dort ein Freiluft-Restaurant. Bis auf wenige Stühle und Tische, die sie auf der Promenade wiederfand, die hinter dem Strand drei Meter höher verläuft, ist die gesamte Einrichtung zertrümmert und davongeschwemmt worden. „Sogar einen Tisch mit Gusseisenfuss haben die Wellen da hinaufgeschwemmt“, staunt sie.
Die Küche in den Räumen unter der Strandpromenade bietet ein Bild der Verwüstung. Alles ist zertrümmert und muss komplett ersetzt werden, ebenso wie das Mobiliar der Terrasse.
Augenzeugen sprechen von einem „Tsunami“ und Meterologen verweisen darauf, dass es so hohe und starke Welle hier zuletzt 1959 gegeben hat. Glücklicherweise wurde niemand schwer verletzt.
Der Bürgermeister von Nizza, Christian Estrosi, der der Regierung als Industrieminister angehört, hat für den heimgesuchten Abschnitt der Cote d’Azur die Anerkennung als „Katastrophengebiet“ beantragt und hat den betroffenen Geschäftsleuten Schadenersatz in Aussicht gestellt.


