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Gute Chancen trotz Krise: Tourismusbeauftragter Ernst Hinsken und DZT-Chefin Petra Hedorfer sind für das Urlaubsland Deutschland optimistisch Foto: Marion Schlag

Tourismus

Näher, kürzer, günstiger

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2009/12 vom 21. März 2009
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BERLIN. Die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise macht um die Branche keinen Bogen, doch Deutschland hat als Reiseland durchaus gute Karten. Das meldete die Deutsche Zentrale für Tourismus (DZT) in ihrer Pressekonferenz bei der Internationalen Tourismusbörse in Berlin.

„Nach der dynamischen Aufwärtsentwicklung der vergangenen Jahre müssen wir 2009 mit einer Wachstumspause rechnen“, stimmte DZT-Chefin Petra Hedorfer die Branche auf die aktuellen Aussichten ein. Wegen der touristischen Vielseitigkeit als Kultur- und als Aktivurlaubsziel sowie seines guten Preis-Leistungs-Verhältnisses sei Deutschland „im internationalen Vergleich aber sehr gut aufgestellt“, betont sie. Den Trend im Reisejahr 2009 skizziert Hedorfer mit den Worten: „Näher, kürzer, günstiger.“ Mit durchschnittlichen Tagesausgaben von 69 Euro, 10 Euro weniger als der globale statistische Durchschnittswert, hat Deutschland sogar die Chance, seinen Marktanteil gegenüber weit entfernten Flugzielen auszubauen.

Dunkle Wolken brauen sich dagegen über dem Geschäftstourismus- und Kurzreisensegment zusammen. Da die deutschen Metropolen zu den bevorzugten Veranstaltungsorten gehören, muss sich auch die bisher wachstumsverwöhnte Stadthotellerie auf Einbußen einstellen. Die DZT rechnet beim Inlandstourismus mit einem Minus von bis zu 2,5 Prozent und steuert im Marketing mit einer weltweiten Preis-Offensive gegen. Kernstück der Kampagne ist eine Datenbank mit besonders günstigen Angeboten www.germany-tourism.de/specialoffers ). Damit will Hedorfer „gezielte Impulse setzen“, denn die Nachbarn Schweiz, Österreich, Italien und Frankreich haben ihre Werbeetats bereits um Millionenbeträge aufgestockt.

Das Jahr 2008 mit 56,5 Mio. Übernachtungen, einer Steigerung um 3,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr, verzeichnete noch ein Rekordergebnis. Hedorfer führt das Ergebnis auf die erfolgreiche Strategie zurück, außer den traditionell großen Quellmärkten auch kleinere Wachstumsmärkte mit Potenzial intensiv zu bearbeiten. So konnten die sich seit dem zweiten Halbjahr 2008 abzeichnenden spürbaren Rückgänge, zum Beispiel aus den USA (-4,6 Prozent), Großbritannien (-4,3 %) und Spanien (+ 0,5 %), durch Reisende aus Osteuropa ausgeglichen werden. Im Quellmarkt Asien haben sich vor allem Indien (+ 11,6 %) und die arabischen Golfstaaten (+ 7,1 %) entwickelt.

Von den Zuwächsen bei den Ausländerübernachtungen profitierten insbesondere die deutschen Städte. Allen voran Berlin mit einem Plus von 6,5 Prozent und Hamburg (+ 4,9 %). In den Messemetropolen Düsseldorf (12,5 %), Hannover (+12,5 %) und Leipzig (+21,2 %) sorgte 2008 der Geschäftstourismus für das überproportionale Wachstum.

„Deutschland konnte sich als Urlaubsziel erneut stark positionieren“, freute sich Petra Hedorfer auch über das Rekordergebnis beim Inlandstourismus mit 313 Mio. Übernachtungen: ein Wachstum von 1,9 Prozent. Wie das Umsatzplus von 7 Prozent beweist, war vor allem der Haupturlaub in heimischen Regionen gefragt. Laut einer Studie der Marktforschungsgesellschaft GfK stand Deutschland im Sommer bei den über Reisebüros gebuchten Familienreisen auf Platz 3, noch vor Griechenland. Die Gewinner des vergangenen Jahres waren die Bundesländer Mecklenburg-Vorpommern

(+ 4,3 Prozent) sowie Niedersachsen und Baden-Württemberg mit jeweils 2,7 Prozent Plus. Mit 64,1 Mio. Übernachtungen (+ 1 %) verteidigte Bayern seinen Ruf als beliebtestes Ferienland. Bei den Städten hatten Hannover (+ 16,6 %) und Bremen (+ 9,7 %) die Nase vorn. Köln und Dresden verbuchten dagegen Rückgänge von 3 bis 4 Prozent.
 
www. germany-tourism.de/specialoffers

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