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Konzepte

Exklusivität: Eine Tanzfläche aus schwarzem Mamor ist Teil des neuen P1 Foto: Club

Konzepte: P1 in München

Nightclub P1 – die Legende lebt

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2010/46 vom 13. November 2010
von  

MÜNCHEN. Fast ein Jahr lang war der Münchner Nightclub im Theatersaal im Haus der Kunst untergebracht. Während im Souterrain gebohrt, gehämmert und gestaltet wurde, präsentierte sich die Ausweichlocation darüber nicht ganz so elitär und erfolgreich, wie man das vom P1 gewöhnt ist.

Ende Oktober 2010 starteten die Inhaber , und Franz Rauch in eine neue Ära: Das P1 ist mit einer Investition von mehr als 2 Mio. Euro ein weiteres Mal neu erfunden worden. „Wir haben wieder alle Chancen, Champions League zu spielen und uns im nationalen und internationalen Vergleich zu positionieren“, sagt Franz Rauch, der das P1 seit 26 Jahren „lebt“ und dabei nach eigenen Schätzungen bis heute wohl 8000 Nächte persönlich vor Ort war.

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Der Gast als Star

Über Jahrzehnte hinweg nicht nur erfolgreich, sondern einer der Clubs schlechthin zu sein, mit Gästen, die darum zittern, „behind the door“ zu kommen – welches Erfolgsgeheimnis verbirgt sich da? Den Anfang, 1949, bildete der Officer’s im Haus der Kunst. Die in München stationierten Amerikaner waren auch die Erfinder des Namens „P One“, als Abkürzung für die Adresse Prinzregentenstrasse 1. In den 60er-Jahren verwandelte der Grieche Alecco das Lokal zum angesagten Nachtclub. Michael Käfer, der das P1 im Jahr 1984 übernahm, traf dann mit aufsehenerregenden Veranstaltungen und spektakulären Events endgültig den Nerv der Spaßgesellschaft. Heute im Zeitalter des Social Web würde man sagen, dass der Chef des berühmten Feinkosthauses viele „Follower“ mitbrachte – was wohl auch zum Image als „härteste Türe Deutschlands“ führte.

Es gibt freilich einige Fakten, die den Erfolg des Clubs ausmachen. Ein Wettbewerbsvorteil ist beispielsweise die zentrale Lage, ohne Anwohner, die sich gestört fühlen könnten, am Englischen Garten und sogar mit Parkmöglichkeiten. Ein weiteres Plus ist die Kompetenz der Inhaber. Michael Käfer suchte sich zwei gastronomische Profis als Partner: Zum einen Restaurantfachmann und Hotelkaufmann Franz Rauch, der 1984 als Betriebsleiter startete und die Discothek bis heute federführend leitet. Zum anderen Gastronom Florian Oberndorfer – unter anderem Wirtshaus in der Au –, der sich als Mitgesellschafter in der P1 Gaststätten GmbH seit 2003 um den Standort und Kooperationen mit der Getränkeindustrie kümmert. Eine zusätzlich wichtige Rolle spielt das berühmte „No Design“: Damit der Gast zum „Star“ wird, gibt sich die architektonische Ausschmückung des P1 eher zurückhaltend, mit Hauptfarben schwarz und weiß. Seit dem Neustart sind die Materialien noch hochwertiger: So ist die Tanzfläche im Hauptclub aus schwarzem Marmor, der aus einem Steinblock in Italien geschnitten wurde. Umrahmt von sieben Clubbars und Podestbereichen für Logen mit noblen Ledersofas.

Das kleinere Stüberl – für „very exklusive“ Stammgäste mit separatem Eingang – verfügt über einen neun Meter langen Bartresen, Kaminfeuer und Designtapeten. Und das 3D-Soundkonzept, das mit seinem kombinierten Licht- und Video-System viel Gestaltungsspektrum für DJs bietet, setzt neue Maßstäbe in der Disco-Szene: Der Klang kann punktuell, aber auch komplett verbreitet werden, gleichzeitig ermöglichen 11.000 LEDs, 14 Plasmadisplays und mehrere Projektoren spektakuläre Effekte. Passend zur Hardware ist die Software. „Das ist wie beim FC Bayern – entscheidend ist immer der Faktor Mensch“, betont Franz Rauch, der die rund 50 Mitarbeiter mit Radoslav Pavlov gezielt ausgewählt hat. Pavlov, gebürtiger Bulgare, ist seit Dezember 2008 Geschäftsführer. Der 29-Jährige kam vor elf Jahren während seines Bachelor-Studiums in Tourismus-Management als Gläser-Commis ins P1 und entwickelte sich innerhalb kurzer Zeit zur Führungskraft.

Künftig mit Food Club

Gastronomisch wird seit dem Re-Opening ein neues Kapitel aufgeschlagen: Der Münchner Gastronom Giang „Chang“ Van Nguyen bietet asiatische Speisen an: Sushi, Thaicurry und Rinderlende aus dem Wok werden in einer großen Küche gekocht und in der kleineren Live-Kitchen vor den Augen der Gäste zubereitet. Als Service für hungrige P1-Fans gibt es künftig einen „P1 Food Club“, der sonntags immer schon um 19 Uhr öffnet.

Der Erfolg dürfte auch dem neuen Konzept sicher sein. Rauch sieht den Grund in der Qualität und im persönlich gehaltenen Service für Stammgäste. „Ich bin in einem Wirtshaus aufgewachsen“, erzählt der 47-Jährige, „ich weiß, was es heißt, einen Stammgast zu pflegen.“

Jeder, der selbst mal vor der Türe stand und „dazu“ gehören wollte, erkennt jedoch: Die Politik der strengen Tür spielt einen bedeutenden Part im Konzept des Clubs. Jetzt noch mehr, weil er sich verkleinert hat und etwa 200 Personen weniger aufnehmen kann. Die P1-Chefs sagen, dass das P1 gerade von der Mischung der Gäste lebe. Selbst Inhaber Käfer glaubt allerdings: „Wenn ich nicht Michael Käfer hieße, würde mich der Türsteher des P1 wohl eher nicht reinlassen.“ Karin Gabler




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