Ausland
Österreich: Profitabler Hotelstandort
Austria rückt immer stärker ins Visier internationaler Hotelgesellschaften/ Investment Ranking Austria vorgestellt
SALZBURG/MÜNCHEN. Österreich steckt mitten in einem Hotelbauboom. Immer mehr internationale Hotelgesellschaften entdecken und schätzen die Alpenrepublik als profitablen Standort. „Besonders lohnend sind Investitionen bei Lifestyle-Hotels in City-Lagen sowie bei Medical Spa-Hotels in Feriendestinationen“, sagt Konstantin Ploberger, Geschäftsführer der Horwath Tourismus Consulting Austria. Diese Trends sind ein Ergebnis des Investment Rankings Austria 2008, das auf der Expo Real in München vorgestellt wurde.
Dabei standen bereits zum zweiten Mal die führenden Hotelgesellschaften Österreichs im Fokus einer Expertengruppe der Horwath Tourismus Consulting Austria und der Münchner Treugast Solutions Group.
Sechs in der Spitzengruppe
Wie 2007 gab es auch in diesem Jahr keinen eindeutigen Sieger: Keine Gesellschaft konnte aufgrund ihrer Performance im Jahr 2007 ein „Triple-A-Rating“ erreichen. Im Bereich AA konnten sich sechs Gesellschaften behaupten: die österreichischen Töchter von Accor (Accor Hotelbetriebs GmbH), Marriott International, NH Hoteles (NH Austria GmbH) und erstmals Steigenberger Hotels (STA Hotelbetriebs GmbH), daneben die österreichischen Gesellschaften Arcotel Hotels (Arcotel Hotel AG) und die Austria Trend Hotels & Resorts (Verkehrsbüro Hotellerie GmbH).
In diesem Jahr konnten 18 Hotelgesellschaften für die Untersuchung gewonnen werden – eine mehr als im Vorjahr.
Newcomer Lindner
Gegenüber dem ersten Investment Ranking Austria 2007 hat sich auf dem Markt einiges bewegt: Der Vorjahresteilnehmer Austrian Hotel Company (AHC) wurde von der russischen Azimut Management Group gekauft, dem Marktführer am russischen Hotelmarkt. Zur AHC gehörten 20 Betriebe mit mehr als 1800 Zimmern in 17 Städten. Die Lindner Hotels&Resorts, deutscher Newcomer in Österreich, hat das Spa-Hotel Die Wasnerin in Bad Aussee übernommen. Außerdem eröffnet die Gruppe in Wien das Lindner Hotel am Belvedere und plant drei weitere Projekte bis 2010.
Die Gesellschaft Hinteregger Hotels&Resorts expandierte 2007 gleich zweimal am Katschberg in Kärnten und einmal in Waidhofen. Ein Projekt in Wiener Neudorf steht kurz vor Baubeginn und wird das erste Low-Budget-Hotel des Unternehmens, das dann der neuen Marke H1 angehören soll. Die Nachfrage nach Hotelstandorten konzentriert sich größtenteils auf die Bundeshauptstadt Wien, doch auch die Landeshauptstädte Salzburg (plus 29 Prozent seit 2003), Innsbruck, Linz und Graz verzeichnen starkes Interesse. Außer Thermen-Standorten, Lagen an Seen und in den Skigebieten stehen Häuser nahe Golfplätzen im Fokus. Auch von deutschen Gesellschaften. So sind Steigenberger, Robinson (Tui) und Aldiana schon seit Jahren präsent. Expansionspläne haben außer Lindner, Bierwirth & Partner, Fleming's, Ramada, Travel Charme Hotels, Achat, Advena und Motel One.
Starke Privathotellerie
Auch wenn Österreich immer mehr eine Konzentration durch internationale wie auch durch regionale Betreibergesellschaften aufweist, ist die Tourismuslandschaft in dem Alpenland noch sehr geprägt von der teilweise sehr erfolgreichen familiengeführten Privathotellerie.
Wie in anderen europäischen Ländern sind jedoch auch in Österreich Low-Budget-Unterkünfte und Luxushotels stark im Kommen. Festgestellt haben die Experten, dass die Hotelbetreiber sich zunehmend an „hybriden“ Kunden orientieren und ihr Portfolio entsprechend anpassen.
Bei den Hotelimmobilien gehen die Trends zur Spezialisierung – wie Economy-Hotels, Boutique-Hotels oder All-Suite-Hotels. Außerdem werden verstärkt Hotelobjekte in „Mixed-Use-Projekte“ eingebunden, zusammen mit unter anderem Serviced Apartments, Büros, Einkaufszentren oder Kinozentren. red
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