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Bei Sportveranstalungen setzt Italien auf seine Gerichte: Küchenchef Carlo Zarri (l.) mit dem italienischen Eisschnellläufer Enrico Fabris Foto: Sachsenmaier

Gastgewerbe International

Ohne Pasta läuft bei den Azzurri nichts

Eine Crew von italienischen Köchen begleitet die Nationalmannschaft während der gesamten Weltmeisterschaft

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2006/26 vom 1. Juli 2006
von

ROM/DUISBURG Italien ging mit hohen sportlichen Erwartungen und einem Skandal im Gepäck in die Fußballweltmeisterschaft. Doch dies sollte der „squadra azzura“ und den zahlreichen geladenen Vip-Gästen nicht den Appetit verderben.

Im „Casa Azzurri“ war man jedenfalls gerüstet – dort standen während der gesamten WM namhafte Köche aus den Langhen (Piemont) hinterm Herd, um Sportler und Geladene aus Wirtschaft und Politik mit der „cucina italiana“ zu verwöhnen. Die Idee dieser italienischen Koch-Brigade wurde von Carlo Zarri geboren, als Turin den Zuschlag für die Olympischen Winterspiele erhalten hatte. Bei diesem sportlichen Großereignis wollte man die Gäste im „Casa Italia“ mit Spezialitäten aus dem Piemont bekannt machen. Das Tourismusbüro „Langhe Monferrato, Roero“ und Apro aus Alba kam auf Zarri zu, der willigte ein und startete mit der ersten Crew nach Salt Lake City. Das war 2002. Seitdem begleiten italienische Köche aus den Langhen ihre Sportler bei herausragenden Events im Ausland.

Die Köche, die der italienischen Nationalmannschaft innerhalb Deutschlands auf Schritt und Tritt folgten, haben sich auf jeden Fall bis zum 9. Juli von zu Hause abgemeldet. Während der Weltmeisterschaft ist Duisburg Quartierstadt der „squadra azzura, die im Landhaus Milser wohnt. Beim ersten WM-Spiel gegen Ghana in Hannover hatten die Köche rund 600 geladene Gäste im Landhaus am See zu versorgen. Kein Problem für das eingespielte Team, das an diesem Abend wieder von Francesca Girardi, Relais Villa d’Amelia in Benevello (Piemont), geführt wurde.

Die piemontesischen Köche sind noch in Übung, hatten sie doch während der Olympischen Spiele in Turin täglich bis zu 1000 Gäste im „Casa Italia“ zu versorgen – angefangen von den Sportlern bis hin zu Vips aus allen Bereichen der Industrie, Politik und des Showbusiness. Denn im „Casa Italia“ oder „Casa Azzurri“, wie es während der WM heißt, werden Kontakte geknüpft und gepflegt.

Diese Erfahrung hat Carlo Zarri, von der ersten Stunde an im „Casa Azzurri“ dabei und Präsident dieser „sportlichen“ Köchevereinigung, vor zwei Jahren in Athen bei den Olympischen Spielen vor vier in Salt Lake City und jüngst in Turin gemacht. „Wer einmal bei uns war, der versucht immer wieder für die sportlichen Veranstaltungen einen Platz zu ergattern“, sagt Zarri, der dieses Mal lediglich das Team zusammengestellt hat, selbst aber nicht dabei ist. Er war im Restaurant seines eigenen Hotels, der Villa San Carlo in Cortemilia, unabkömmlich. Doch bei der Rezeptauswahl war er mit von der Partie.

Das Kochen in Deutschland überließ er allerdings seinen Kollegen: Francesca Girardi vom Relais Villa d’Amelia in Benevello übernahm am ersten Spieltag die Küchenverantwortung im Landhaus am See. Zusammen mit Fabrizio Fassinotti von „La Cascata“ in Verduno, Andrea Bertolino, Matteo Viberti aus Alba sowie Roberto Moiso (Chefkoch im „La Cascata in Verduno) ließ Girardi die italienische Mannschaft während der WM nicht aus den Augen. Jeden Ortswechsel machten die Köche, allesamt aus dem Piemont, mit. Versorgt wurden Mannschaft und Gäste jeweils vor Ort mit traditionellen Produkten aus Italien. Unterstützt wurden die Köche vom Consorzio Turistico Langhe Monferrato, Roero und Apro aus Alba.

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