Konzerne
Orient Express auf Expansionskurs
Umsatz steigt um 21 Prozent / Die Gruppe hält drei neue Hotels pro Jahr für möglich / Osteuropa steht im Mittelpunkt
LONDON/HAMILTON. Die Orient Express Hotels, Trains & Cruises (OE) haben ihren Umsatz im vergangenen Jahr um 21 Prozent auf 599,6 Mio. US-Dollar gesteigert. Der Ebitda (Betriebsergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) wuchs um 13 Prozent auf 154,1 Mio. US-Dollar. Das teilte das Unternehmen jetzt mit.
Gestärkt durch diesen Erfolg hat Orient Express nicht nur weitere Hotels, sondern auch eine neue Organisationsstruktur geplant. „Ich zentralisiere den Bereich Human Resources. Die Einstellung neuer Mitarbeiter wird künftig von London aus erfolgen. Dort haben wir auch ein neues Trainingsprogramm für das mittlere Management entwickelt“, erläutert Filip Boyen, Vice President Operations bei Orient Express der AHGZ. Den Erfolg von Orient Express führt der Manager unter anderem auf die lange Verweildauer der Direktoren zurück.
Expandiert werden soll künftig auch per Management-Vertrag. Die meisten Hotels befinden sich im Eigentum oder Teil-Eigentum der Gruppe. Die Entwicklungs-Abteilung von OE in London wurde auf vier Mitarbeiter erweitert. „Wir wollen nicht in Riesenschritten, sondern kontinuierlich expandieren“, so Boyen. „Drei Hotels pro Jahr können wir wirklich gut machen.“ Boyen sieht das Unternehmen auf dem besten Weg.
Wann und wie sich die Finanzkrise in den USA auf den Geschäftsverlauf 2008 auswirken wird, ist noch nicht abzusehen. „30 Prozent unseres Gesamtmarktes machen Gäste aus den USA aus“, sagt Boyen. „Die Umsätze im ersten Quartal 2008 lagen bisher sogar um 7 Prozent über denen des Vorjahres. Die Frage ist, wann der Einbruch kommt..“
In diesem Monat hat OE die 20 Zimmer-Lodge Las Casitas del Colca in Peru eröffnet. Für zwei weitere Hotelprojekte wurden die Weichen gestellt: Im brasilianischen Buzios unterzeichnete OE den Kaufvertrag für ein Grundstück, auf dem ein Resort mit 40 Suiten und 17 Villen entstehen soll. In Manhatten wird das Gebäude der ehemaligen Donnell New York Public Library in das 150-Zimmer Boutiquehotel „21 Hotel“ verwandelt. Die Eröffnung ist für 2011 vorgesehen. In Europa haben sich 2007 die Standorte in Italien, Lissabon und das Hotel im französischen Carcasonne laut Boyen besonders gut entwickelt. Weitere Wunschdestinationen liegen jedoch eher in Osteuropa wie Moskau, Prag und Warschau. In Deutschland sei ein Orient Express-Hotel in Hamburg und Berlin vorstellbar.
