Industrie
Prima Stimmung bei Zulieferern
Deutsche Hersteller wollen Billiganbietern die Stirn bieten / Vielseitige und flexible Konzepte sind besonders gefragt
STUTTGART Optimismus bei den Zulieferern: Nach dem Ende des diesjährigen Messefrühlings sind die Hersteller im Gastgewerbe weitgehend positiv gestimmt. „Wir haben bei den vergangenen Messen einen deutlichen Aufschwung gespürt“, sagt Rouven Höfer, Vertriebsleiter beim Küchentechnik-Produzenten Blanco.
Denn qualitativ wie quantitativ, so sind sich die Aussteller einig, seien die meisten Messen sehr gut besucht gewesen. Die Stimmung sei aufgeschlossen, Kontakte leichter zu knüpfen gewesen, als noch in den Vorjahren. „Bei unseren Kontakten haben wir zehn Prozent zugelegt“, so Höfer zur
Sorgen machen auch den Zulieferern im Gastgewerbe derzeit die zunehmende Zahl von Anbietern qualitativ minderwertiger Waren. Denn in der Gastronomie und Hotellerie werden viele Entscheidungen über den Preis getroffen. „Wir müssen dem Preisdumping mit intelligenten Fertigungsverfahren begegnen und damit unseren Innovationsvorsprung ausbauen“, sagt Höfer.
Auch beim Geschirrspülautomaten-Hersteller Meiko setzt man auf Qualität. Insbesondere stromsparende Modelle seien gefragt. „Seitdem die Energiepreise anziehen, ist die Nachfrage nach Geschirrspülautomaten, die im Verbrauch mit einer geringen Energiezufuhr arbeiten, enorm gestiegen“, sagt Meiko-Sprecherin Regine Oehler. Die höheren Anschaffungskosten würden durch die geringen Betriebskosten wieder wett gemacht. Mit einem Auftragsbestand von 26 Mio. Euro und einem Investitions-Plan, der in diesem Jahr Ausgaben in Höhe von 6
Auch der Kaffeemaschinenhersteller Franke Bremer konnte auf den Messen einen hohen Zuspruch verzeichnen. Insbesondere das neue Maschinensystem „Spectra“ sei bei den Messebesuchern sehr gut angekommen. Positive Einflüsse gingen besonders von der bevorstehenden Fussball-Weltmeisterschaft aus, so die Marketing-Verantwortliche Katja Radünz.
„Im Gastronomie-Bereich sind deshalb Konzepte für breit gefächerte Ansprüche gefragt“, so Radünz. Produkt-Innovationen, die Allround-Charakter haben und möglichst flexibel einsetzbar sind, fänden großen Anklang.
Etwas verhaltener ist allerdings die Einschätzung der Gesamtlage bei der Kulmbacher Brauerei. Zwar gibt sich das Unternehmen für das eigene Geschäft optimistisch, bezeichnet aber 2006 dennoch als schwieriges Geschäftsjahr für die Branche. Kulmbacher setzt in diesem Umfeld derzeit vor allem auf regional eingeführte Marken. „Ein schon seit langem zu beobachtender Trend ist die Rückbesinnung des Verbrauchers auf regionale Bierkultur und Sortimentsvielfalt“, sagt Martin Groll von der Kulmbacher Unternehmenskommunikation. Außerdem lägen Biermixgetränke weiterhin im Trend.
Ein besonderes Augenmerk legen Kunden zudem auf den Bereich Service und Beratung. „Auf den Messen zeigten Kunden nicht nur an der Qualität der Produkte ein großes Interesse, sondern auch an der Beratung“, sagt Bettina Cencic vom Salzburger Gewürzhersteller Wiberg. Gerade bei den Lebensmitteln stehe derzeit das Thema gesunde Ernährung im Vordergrund. Hier liege Wiberg mit seinen hochwertigen, natürlichen Kräutern voll im Trend.
Die sich aufhellende Stimmung im Gastgewerbe kommt nun also auch den Zulieferern zugute. Nach den Messen haben sich ihre Auftragsbücher weiter gefüllt. Dabei profitiert die Branche nicht nur von kurzfristigen Ereignissen, wie der bevorstehenden Fußball-Weltmeisterschaft. Auch langfristige Entscheidungstendenzen, wie die Nachfrage nach qualitativ hochwertigen, gesunden und energieeffizienten Produkten bestimmen die positive Entwicklung. Alles in allem: gute Aussichten für 2006.