Food & Beverage
Radeberger kauft Bionade
von Bernhard Eck
FRANKFURT/OSTHEIM. Die Radeberger-Gruppe ist neuer Mehrheitseigentümer des fränkischen Limonadeherstellers Bionade. Die zum Oetker-Konzern gehörende private Brauereigruppe hat das Anteilpaket von der Schindel Holding GmbH (ESH) übernommen, der unter anderen die Mineralbrunnen Rhönsprudel, und Spreequell gehört.
„Jetzt steht die Marke vor neuen Herausforderungen", sagte der Geschäftsführer der ESH, Manfred Ziegler. "Es geht um eine systematische Internationalisierung. Hierfür braucht Bionade einen starken, international erfahrenen und auf dem Markt auch anerkannten Partner." Deshalb habe sich die ESH zum Verkauf ihrer Anteile entschlossen.
Wie die Radeberger-Gruppe mitteilt, habe die Gründerfamilie Kowalsky gemeinsam mit ESH eine Lösung gesucht, die optimal für die Marke Bionade ist: „Wir wollen die Marke sozusagen wieder vereinigen, die Teilung der Vertriebsrechte, die natürlich im täglichen Geschäft nicht unproblematisch war, rückgängig machen. Das konnten wir aus eigener Kraft nicht leisten", so der Geschäftsführer der Bionade GmbH, Peter Kowalsky.
Der Verkauf bedarf noch der Zustimmung der Kartellbehörden. Über Details des Kaufvertrages haben alle Parteien Stillschweigen vereinbart.

Bettina Weiguny, Bad Soden
02.10.2009 um 15:43
Betreff: Bionade
Der Einstieg vom Oetker-Konzern wird am Image der kleinen, rebellischen Limo-Marke kratzen. Die Bionade-Fans, die eh schon verstört sind seit der Preiserhöhung im letzten Jahr, werden diesen Schritt als neuen Affront ansehen. Denn die Limo-Brauer hatten stets betont, sie wollten nicht eine Marke unter vielen in einem Getränkekonzern oder gar einer Großbrauerei werden. Ob das Kalkül von Oetker aufgeht, ist fraglich: Man denke nur an das Desaster von Lidl, als der Discounter sich die Biokette Basic schnappen wollte. Bettina Weiguny, Autorin des Buches "Bionade"