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Jutta Maria Betz: „Lebenszykluskosten sind entscheidend“ Foto: Archiv

Interview Jutta Maria Betz

Regelmäßiges Lüften muss sein

Technik ist manchmal teuer. Energieexpertin Jutta Maria Betz über richtige Planung und Einsparpotenziale

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2007/48 vom 1. Dezember 2007

Sie unterstützen Hotels beim Einbau von Klima- und Lüftungsanlagen. Wie planen Sie?

Betz: Bei Lüftungsanlagen überprüfen wir in der Regel die Luftmenge, die Luftbehandlungen, den Anteil an Außenluft, die Qualität der Ventilatoren und vor allem die Regelung und Steuerung. Häufig werden Anlagen von Hand nach Bedarf geschaltet. Das kann man automatisieren, zum Beispiel mit Luftqualitätsfühlern, damit noch genauer am Bedarf gearbeitet werden kann und die Aufmerksamkeit des Personals für andere Dinge frei wird.

Plasma, Ozon oder klassisch: Das Technikspektrum ist groß. Welche Entscheidungshilfen können Sie geben?

Betz: Die Plasmatechnik wird vor allem zur Reduktion von Verschmutzungen in der Abluft eingesetzt, zum Beispiel bei Küchenhauben. Die Ozonierung findet oft Anwendung bei der Entkeimung von Wasser, etwa in Luftbefeuchtern, aber auch für Raucherabluft. Beide Methoden ersetzen aber den klassischen Luftaustausch nicht. Außerdem verbrauchen sie zusätzlich Energie – und zwar in Form von Strom.

Stichwort Kosten: Was müssen Hoteliers und Gastronomen beachten?

Betz: Hier möchte ich den Begriff der Lebenszykluskosten ins Spiel bringen. Darunter versteht man die Summe aller Kosten über den Zeitraum der Nutzung, also Anschaffungs-, Verbrauchs- und Betriebskosten. Ein billiges Gerät, das viel Strom verbraucht, hat unter Umständen höhere Lebenszykluskosten als eine Lösung mit höherem Investitionsaufwand und weniger Energieverbrauch.

Wann kann eine Klimaanlage sinnvoll sein?

Betz: Sinnvoll ist eine Klimaanlage dann, wenn bestimmte Anforderungen an Temperatur und Feuchte nicht anders gewährleistet werden können. Bei Sanierungen beispielsweise kann aber durch entsprechende bauliche Maßnahmen viel für ein angenehmes Raumklima getan werden. Eine gute Wärmedämmung, Außenverschattungen und eine kontrollierte Fensterlüftung sorgen im Sommer für ausreichenden Wärmeschutz.

Die Fragen stellte Barbara Euler

juttamaria.betz@t-online.de

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