Branchenbarometer
Rückgang bei alkoholfreien Getränken
Verbraucher kaufen Softdrinks zunehmend beim Discounter / Billige Durstlöscher gefragt
BERLIN. Die Hersteller von alkoholfreien Getränken blicken nach einem durchwachsenen Jahr 2007 mit verhaltenem Optimismus in die Zukunft. Nach einer Hochrechnung der Wirtschaftsvereinigung Alkoholfreie Getränke e.V. (wafg) hat 2007 jeder Deutsche 294,3 Liter (2006: 297,1 Liter) Alkoholfreie Getränke (AFG) verzehrt. Damit wurde der langjährige Aufwärtstrend vorerst unterbrochen. Auch in diesem Jahr steht die Branche angesichts der zunehmend angespannten Ertragslage vor großen Herausforderungen, so die wafg.
Im Vergleich zu 2006 sank der Pro-Kopf-Verbrauch bei den alkoholfreien Getränken um 1 Prozent. Nach vorläufigen Berechnungen trank jeder Deutsche im Schnitt 117,2 Liter Erfrischungsgetränke (+1,6% gegenüber 2006), 130,4 Liter Mineral- und Heilwässer (-2,9 %), 7,5 Liter Quell- und Tafelwässer (-1,3 %) sowie 39,2 Liter Säfte und Nektare (-1,6 %).
Nach einem vielversprechenden Jahresbeginn mit einem sehr warmen April machten sich im weiteren Jahresverlauf das schlechte Sommerwetter und fehlende Sondereffekte wie die Fußball-WM 2006 bemerkbar. Der Gesamtabsatz alkoholfreier Getränke im Handel stieg nur leicht um +1,1 Prozent (Erfrischungsgetränke +3,9%, Wässer +3,1%, Fruchthaltige Getränke -11,3%, Neue Segmente +5,1%). Wie schon in den vergangenen Jahren entwickelten sich auch 2007 die Umsätze jedoch deutlich schlechter. Hier ist nach wafg-Angaben aufgrund der Präferenz der Verbraucher für Discounter ein Rückgang um 0,9 Prozent zu verzeichnen.
Bei den Erfrischungsgetränken konnten Cola-Getränke spürbare Zuwächse erzielen (Absatz +7,2 %). Noch besser entwickelte sich mit plus 12,3 Prozent der Absatz von Bittergetränken. Bei den Mineral- und Heilwässern lag der Absatz im vergangenen Jahr um 1,5 Prozent unter dem Vorjahreswert.
Aufgrund des zunehmenden Marktanteils der Discounter sind die durchschnittlichen Verkaufspreise alkoholfreier Getränken erneut gesunken. Mittlerweile beträgt der Verkaufspreis nach Auskunft der wafg noch 0,40 Euro pro Liter, nachdem 2001 noch 0,51 Euro zu veranschlagen waren. Diese Veränderung beruhe jedoch nicht auf generellen Preisrückgängen, es würden lediglich vermehrt preisgünstige Getränke konsumiert. red
