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Baulich angepasst: Thurnher’s Alpenhof in typischer Chalet-Architektur Foto: Hotel

Ausland

Saisonhotel lockt Wintersportler

Das 5-Sterne-Hotel Thurnher’s Alpenhof hat nur fünf Monate geöffnet / Mitglied bei den Leading Hotels of the World

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2008/16 vom 19. April 2008
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ZÜRS. Mitte April und es schneit. Auf den umliegenden Bergen liegt meterhoch der Schnee, Abfahrten sind noch bis in den Ort möglich. Zürs am Arlberg, 1700 Meter hoch gelegen, bietet bis weit ins Frühjahr hinein ideale Bedingungen für Wintersportler. Dennoch: Das 5-Sterne-Hotel Thurnher’s Alpenhof hat bereits geschlossen. „Wir sind ein reiner Saisonbetrieb und haben nur fünf Monate geöffnet“, sagt Geschäftsführerin und Miteigentümerin Beatrice Thurnher-Zarges.

Sommergeschäft lohnt nicht

Auf den Internetseiten des Alpenhofs sind bereits die Zeiten und Preise der Wintersaison 2008/2009 zu lesen: Start ist am 5. Dezember 2008, Ende ist am 13. April 2009. „Ein längerer Betrieb lohnt sich für uns nicht“, sagt Beatrice Thurnher-Zarges. Im Sommer habe der 60-Seelen-Ort Zürs einfach zu wenig zu bieten. Die Betriebs- und Personalkosten würden dann in keinem Verhältnis zum Ertrag stehen, erläutert die Hotelmanagerin. Sommerurlauber, insbesondere Wanderer, zieht es ins benachbarte und größere Lech, so die Tochter des Hotelgründers.

Weitsicht hat Vater Thurnher schon vor mehr als 40 Jahren bewiesen, als sich der Textilfabrikant mit Thurnher’s Alpenhof einen Traum erfüllte. Das damals eher schlichte Haus, in alpiner Chalet-Architektur erbaut, wurde im Laufe der Jahrzehnte mehrmals umgebaut, modernisiert und in Service und Ambiente den Wünschen der internationalen Gästeklientel angepasst – etwa durch den Einbau eines Hallenbads, von Saunen und Fitnesseinrichtungen. „Will man den Standard halten, sind es Investionen ohne Ende“, sagt Beatrice Thurnher-Zarges.

Heute gehört das Hotel zu den Leading Hotels of the World und hat acht Mal in Folge den Five Star Diamond Award der American Academy of Hospitality Sciences erhalten. Die Mitgliedschaft bei den Leading Hotels zahle sich aus, so Thurnher-Zarges. Einmal im Jahr kommt der anonyme Tester der Kooperation ins Haus und prüft es anhand eines umfangreichen Kriterienkatalogs auf Herz und Nieren. „Das Feedback des Testers ist uns sehr hilfreich“, sagt die Geschäftsführerin. „So sind wir immer am Ball.“

Auszusetzen gibt es wenig. Dafür sorgen schon die stets wachen Augen von Beatrice Thurnher-Zarges und ihrer Mutter Elfi Thurnher sowie die regelmäßige Meetings und Besprechungen mit den Mitarbeitern. Und es sind die kleinen Aufmerksamkeiten. So werden die Gäste in den geräumigen 39 Zimmern, darunter Suiten mit Kamin oder Whirlpool, mit Orchideen und Obstschalen empfangen. Stilvoller Auftakt eines Aufenthalts. Das kommt an. Bester Beweis: Die Auslastung des Hauses liegt in den wenigen Monaten Betriebszeit bei über 90 Prozent. Oft ist das Haus total ausgebucht. Und die Gäste bleiben lange – im Schnitt eine Woche.

Gäste aus aller Welt

Während ihres Aufenthalts werden die Gäste im Gourmetrestaurant kulinarisch verwöhnt: reichhaltiges Frühstücksbuffet, Jause am Nachmittag und abends ein mehrgängiges Menü. Überraschungen wie Heurigenabend, Fischbüffet, Fondue- oder italienischer Abend inklusive.

Der Großteil der internationalen Gästeschar, darunter viele Stammgäste, kommt aus Deutschland. In der großen Halle und an der Bar tummeln sich aber auch viele Briten, Amerikaner und Russen. 80 Prozent der Gäste sind privat im Hotel.

Diese wollen alle umsorgt sein. Das garantiert eine große und gut zusammengestellte Mannschaft. „Auf 85 Betten kommen bei uns 60 Mitarbeiter“, gibt Beatrice Thrunher-Zarges die Richtgröße vor. Es sei nicht immer einfach Mitarbeiter für eine Saison zu finden. „Um sie zu gewinnen, zahlen wir gut, bieten Personalessen und ganz in der Nähe in einem eigenen Haus (mit Milchbar) auch großzügige Unterkünfte“, so die Hotelchefin. Den Mitarbeitern scheint’s zu gefallen. Manche arbeiten schon Jahrzehnte im Haus, andere lassen sich am Ende der Saison gerne wieder für den kommenden Winter verpflichten – nicht nur des Schnees wegen. Rüdiger Rüster

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