AHGZ-Barometer
Schwache März-Bilanz für Nürnberg
Die Kettenhotellerie in der zweitgrößten Stadt Bayerns hat im März starke Verluste hinnehmen müssen. Sowohl Auslastung als auch Zimmerpreise sanken. Entsprechend stürzte der RevPar (Erlös pro Zimmer) um 17 Prozent ab
NÜRNBERG. Nach einem außergewöhnlich guten Februar mit einem zweistelligen RevPar-Wachstum von 16,5 Prozent hat die Nürnberger Kettenhotellerie einen Monat später starke Einbußen zu verzeichnen. Diese sind aber hauptsächlich auf den Auslastungsrückgang zurückzuführen, der durch den Wegfall zweier Messen entstand.
So fiel die Belegungsrate im Vergleich zum Vorjahresmonat um fast 10 Prozentpunkte auf 62,1 Prozent. Infolgedessen gingen auch die Zimmerpreise um 3,8 Prozent zurück. Entsprechend stürzte der RevPar (Erlös pro Zimmer) um 17 Prozent auf 58,4 Euro ab. Dennoch lag er nicht unter seinem über zwölf Monate kumulierten Durchschnitt von 58 Euro. Und das, obwohl die Zimmerpreise mit 94 Euro im März über dem kumulierten Durchschnitt in Höhe von 87,80 Euro lagen.
Vor allem die höherwertigen Kategorien bekamen den Leistungseinbruch vom März zu spüren und musste ihre Preise infolgedessen besonders stark reduzieren. Dennoch: Mit einem RevPar von fast 67 Euro blieben sie ertragsfähiger als die Mittelklasse-Hotels der Franken-Metropole.
Nürnberg ist einer der bedeutendsten Kongress- und Messestandorte Deutschlands. Somit hängt der Hotelmarkt stark vom Messekalender ab. Durch den Ausfall der Messen Altenpflege, die zweijährlich in Hannover stattfindet, und Powtec, die erst im September läuft, ging es dem Kettenhotelmarkt im März 2008 schlechter als im Vorjahresmonat. Denn immerhin fielen so 45.000 Messegäste weg. Diese Tendenz zeigt sich auch am Nürnberger Flughafen. Verzeichnete er in den Monaten Januar und Februar noch ein Plus von 7,5 Prozent beziehungsweise 12,1 Prozent, lag die Passagierzahl im März rund 1 Prozent unter der des Vorjahresmonates. Für April 2008 scheinen die Aussichten jedoch wieder rosiger: Hier rechnet die Nürnberger Messe mit 150.000 zusätzlichen Messebesuchern durch die zweijährlich stattfindenden Messen Fensterbau/frontale und IFH/Intherm.
Die Verluste am Nürnberger Hotelmarkt lassen sich auch an den über zwölf Monate kumulierten Ergebnissen ablesen. So sank der RevPar um 3,4 Prozent auf 58 Euro; die Auslastung fiel um 2,3 Prozentpunkte auf 66,1 Prozent. Die kumulierten Einbußen beim Zimmerpreis (-0,1) hingegen erwiesen sich als recht gering. Dabei wiesen alle Kennzahlen im Jahresverlauf deutliche Schwankungen auf – diese sind aber typisch für einen vom Messebetrieb anhängigen Markt. Ein ausgewogenerer Gästemix, der nicht nur auf Messebesucher setzt, sondern auch auf Freizeittouristen und ausländische Gäste, könnte diese Schwankungen reduzieren.
Mit 2.048.267 Übernachtungen im vergangenen Jahr hat Nürnberg dennoch seinen Rekord von 2006 überschritten. Der Anteil an Übernachtungen ausländischer Gästen lag 2007 bei 32,2 Prozent. Das ist nur geringfügig weniger als im Fußball-WM-Jahr 2006, als er 33,5 Prozent betrug. Und zugleich eine Steigerung gegenüber dem Jahr 2005 mit satten 30,8 Prozent. Die ausländischen Besucher kamen im vergangenen Jahr überwiegend aus den USA, Italien, Großbritannien, Österreich und der Schweiz. Zu den stärksten Steigerungen bei den Übernachtungsanzahlen trugen zwischen 2005 und 2007 vor allem Touristen aus Griechenland und Russland bei. Ihr Anteil lag bei 35 Prozent. Gefolgt von Belgien, den Niederlanden und Großbritannien mit einem Plus von mehr als 20 Prozent und China mit 14 Prozent. Nur die Zahl japanischer Gäste sank um 19 Prozent.
Der insgesamt steigenden Nachfrage entsprechend befindet sich der Hotelmarkt in Nürnberg weiterhin in Bewegung: Noch in diesem Sommer sollen ein neues Holiday Inn Express Hotel und ein Motel One Hotel in der Franken-Metropole eröffnet werden. red
