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Wolken über der Idylle: Die Schweizer Hotellerie verzeichnete im Krisenjahr 2009 deutliche Einbrüche bei den Logiernächten Foto: MySwitzerland

Ausland

Schweiz: Mit einem blauen Auge aus der Krise

26. Februar 2010

BERN. Vor dem Hintergrund der weltweiten Wirtschaftskrise hat im vergangenen Jahr auch die Schweizer Hotellerie Einbussen in Kauf nehmen müssen. Mit einem Total von 35.588.893 nahm die Anzahl Logiernächte gemäss Bundesamt für Statistik um 4,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr ab. Den höchsten absoluten Rückgang verzeichnete das erste Quartal mit einem Minus von 9,5 Prozent gegenüber der Vorjahresperiode. Ab Juni zeichnete sich eine leichte Entspannung ab, die sich in den Folgemonaten fortsetzte.

"Wir sind bis jetzt mit einem blauen Auge davongekommen", so Guglielmo L. Brentel, Präsident von hotelleriesuisse. Die Hotellerie zeige sich weitaus krisenfester als in früheren Rezessionen und habe weniger gelitten als andere exportorientierte Branchen, so Brentel. "Zum einen hat das Impulsprogramm des Bundes für den Schweizer Tourismus die Nachfrage in den wichtigsten Nachbarmärkten angekurbelt. Zum anderen haben die Hoteliers richtig reagiert und sich noch stärker auf die Kundenpflege und die Optimierung ihrer Angebote konzentriert." Dank solidem Fundament - die Schweizer Hotellerie hat sich in den letzten Jahren stark entschuldet - konnte die Branche auch im vergangenen Jahr weiter investieren. Die Entwicklung der Hotel- und Restaurantbauten weist 2009 mit einem Investitionsvolumen von 1.085 Millionen Franken ein Plus von 10,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr aus.

Die grossen Schweizer Städte, die vom Wachstum der letzten Jahre am meisten profitiert
hatten, verzeichneten von Oktober 2008 bis Mai 2009 überdurchschnittlich hohe Einbrüche,
erholten sich ab Juni 2009 aber bereits wieder. Basel, Bern, Genf, Lausanne und Zürich
schlossen das Jahr 2009 mit einem Minus von 3,5 Prozent leicht besser ab als der Alpenraum (-5%) und liegen nach wie vor 4,7 Prozent über dem Stand von 2006. Bei den Sternekategorien fällt auf, dass klassierte Betriebe mit einem Rückgang von 3,6 Prozent im
Krisenjahr markant weniger hohe Einbrüche verzeichnen mussten als nicht klassierte Betriebe (-8,2%). Innerhalb der klassierten Betriebe verzeichneten die 2-Sterne-Betriebe mit einem Minus von 2,3 Prozent die geringsten Einbrüche, während die 5-Sterne-Hotels (-5,9%) am stärksten litten. Dabei gilt es zu beachten, dass sich die 5-Sterne-Stadtbetriebe schneller erholten als jene im Alpenraum und 2009 bereits wieder ein Wachstum ausweisen konnten.

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