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Schwere Zeiten für Sanierungsfälle
STUTTGART. Investoren haben es in der Finanzkrise grundsätzlich schwer, Geld von Banken zu bekommen. Besonders große Probleme aber bereitet es, alte Hotels zu sanieren. Denn zu der Notwendigkeit eines Kredits gesellen sich oft Auflagen wie Ensemble- und Denkmalschutz sowie negative Überraschungen bei der Bausubstanz. Kurzum: Ein altes Hotel zu renovieren kostet Nerven und viel Geld – und kurzfristige Renditen sind gerade jetzt kaum zu erwarten. Dabei stehen viele der in die Jahre gekommenen Häuser in Deutschland vor einem bedrohlichen Investitionsstau.
Die größten Chancen haben historische Hotels. Dass sie trotz aller Schwierigkeiten renoviert werden, verdanken sie oft ihrem Charme. „Sie üben mehr als jeder andere Hoteltyp eine besondere Anziehungskraft auf ihre Gäste, aber auch auf Projektentwickler, Investoren und Hoteliers aus“, sagt Martina Fidlschuster, Geschäftsführerin der Frankfurter Unternehmensberatung Hotour. Einer dieser Investoren ist der Unternehmer Reinhold Würth, der gerade 15 Mio. Euro in das Spa seines Wald- und Schlosshotels Friedrichsruhe bei Heilbronn gesteckt hat.
Ungewiss hingegen ist das Schicksal der Steigenberger-Hotels Duisburger Hof und Badischer Hof in Baden-Baden. Geplante Renovierungsarbeiten wurden vorübergehend auf Eis gelegt. Das veranschlagte Geld reicht nicht.
Derweil herrscht beim Hotel Atlantic Kempinski in Hamburg Zuversicht. Investor Octavian hat Investitionen zugesagt. Bis Ende 2009 sollen bei laufendem Betrieb 22 Mio. Euro verbaut werden. In einem zweiten, noch teureren Abschnitt wird die Zimmerkapazität des Hauses bis 2011 von 252 auf 350 erhöht. Somit feiert das Hotel seinen 100. Geburtstag im kommenden Jahr auf einer Baustelle.
Was für historische Häuser wie Grand-Hotels gilt, sieht für jedes ältere Hotel ähnlich aus. Größere Investitionen sind nur sinnvoll, wenn der Betrieb längerfristig weitergeführt werden soll und die Investition diese Möglichkeit sichert. Ein Beispiel dafür ist das Hotel Ritter in Durbach. Der neue Eigentümer Dominic Müller hat einen zweistelligen Millionenbetrag in den Kauf des Traditionshauses und nachfolgende Investitionen gesteckt. Sein Trumpf gegenüber Banken: Er hatte ausreichend Eigenkapital.

