Shangri-La zeigt Herz für Haie
Gefährdete Fischarten verschwinden von der Speisekarte / Luxushotelkette geht beim Einkauf mit gutem Beispiel voran
Hongkong. Keine Gänsestopfleber in Paris, kein Kaviar in Moskau: Undenkbare Szenarien für die gehobene Gastronomie eines 5-Sterne Hauses in diesen europäischen Metropolen, würde man denken. Ein vergleichbares Unterfangen wagt nun die aus Hongkong stammende Luxushotelkette Shangri-La. Die asiatische Hotelgruppe mit 72 Hotels und Resorts mit mehr als 30 000 Zimmern verbannt ab sofort alle Haifischflossenprodukte von der Speisekarte. Gerichte aus anderen bedrohten Arten sollen folgen.
Das traditionelle kantonesische Gericht Haifischflossensuppe wird in China vor allem auf Hochzeiten serviert, gilt es doch als ein Zeichen für Wohlstand, Gesundheit und Glück. Auch diese Spezialität wird es künftig weltweit nicht mehr in den Shangri-La-Häusern geben. Ein bemerkenswerter Schritt, da die Gäste der Gruppe zu mehr als 50 Prozent aus Asien stammen. Lediglich Bankettbestellungen, die vor dem 17. Januar 2012 unterzeichnet wurden, können noch Haifischflossen-Produkte enthalten, teilt die Hotelkette mit. Auch andere bedrohte Fischarten wie etwa der Blauflossen-Thunfisch oder der chilenische Wolfsbarsch sollen bis Ende des Jahres aus dem Angebot gestrichen werden. Den ersten Schritt zur nachhaltigen Fischpolitik unternahm Shangri-La bereits Ende 2010 mit der Streichung aller Haifischflossengerichte von den Restaurantkarten. Nun sind sie auch auf Nachfrage nicht mehr erhältlich.
Eine mutige und nachhaltige Politik, die ihresgleichen sucht. Shangri-La will damit ein Zeichen setzen, sagt Maria Kuhn, Director of Corporate Communications bei Shangri-La Hotels and Resorts. „Es war immer Teil der Firmenphilosophie, sich für die Umwelt und die Gesellschaft, in der wir leben, zu engagieren und Verantwortung zu übernehmen. Die Kampagne zur nachhaltigen Fischerei war eines der dringlichsten Vorhaben auf unserer Liste der Initiativen für mehr Nachhaltigkeit, weil wir damit unmittelbare Erfolge erzielen können.“
In Europa betreibt Shangri-La bislang ein Hotel in Paris. Weitere Häuser sollen folgen, etwa 2013 in Istanbul und London. Sabine Kwapik

