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Innovative Technik: Türschlösser lassen sich mit dem Handy öffnen Foto: Messe Stuttgart

Lieferanten

Sparen war noch nie so einfach

Kostenreduzierung ist ein Zauberwort der Technik-Anbieter / Bei der Ausstattung sind Purismus, Opulenz und Mut zum individuellen Mix die Themen

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2008/8 vom 23. Februar 2008

STUTTGART. Die Verschwendungslust eines Ludwig XIV. können sich Hoteliers und Gastronomen kaum leisten. Hinter den Kulissen herrscht gewaltiger Kostendruck. Da ist die Zulieferindustrie mit bezahlbaren Problemlösungen gefragt, um Zeit zu sparen und Personalkosten zu senken. Ein Thema, das sich wie ein roter Faden durch die Stuttgarter Fachmesse Intergastra zog, bei der rund 900 Aussteller Neuheiten zeigten.

Ein Signal in diese Richtung setzte auch der Gastro-Innovationspreis, den die Messe Stuttgart, der DEHOGA Baden-Württemberg und die AHGZ ins Leben gerufen haben. Die Auszeichnung ging diesmal an den flinken Airblaide-Händetrockner des britischen Herstellers Dyson. BHS Tabletop erhielt den Preis für ein automatisiertes Abrechnungssystem. Kernstück sind die Teller, die dank eines integrierten Transponders speichern, was der Gast in der Kantine aufgeladen hat. Einen weiteren Preis vergab die Jury für das Hotel-Schließsystem Signature RFID by VingCard, das von Assa Abloy Hospitality vertrieben wird. Die Technik ermöglicht es, Schlösser berührungslos auf elektronischem Weg zu öffnen, etwa mit dem Handy.

Einfachstes Handling

Energiesparen ist ebenfalls ein Gebot der Stunde, nicht nur aus finanziellen Gründen. Für Verdienste um Nachhaltigkeit und Kosteneinsparung gab es einen Sonderpreis für das süddeutsche Spültechnik-Trio Hobart, Meiko und Winterhalter. Auch andere Firmen der Edelstahlfraktion halten mit: Palux etwa mit seinem schnellen, flexiblen Salamander sowie seinem Pastakocher aus der Topline-Serie, Stahl und Miele mit energiesparender Wasch- und Wäschereitechnik.

Weitere Trends bei der Küchentechnik: Einfache Bedienbarkeit der Geräte, was beim Nationalitäten-Mix in der Küche immer wichtiger wird. Farbcodierte 1-Knopf-Bedienung zeichnet beispielsweise die neue Gläserspülmaschine von Hobart aus. Convotherm bietet seinen Mini-Heißluftdämpfer auch als EasyTouch-Version an. Laut Unternehmen eine besonders einfache Benutzerführung. Auch MKN setzt auf ein neues Bedien-Design-Konzept. Als Unikat in beliebiger Form und Größe ist der Küchenmeister-Premiumkochblock ergonomisch und formvollendet zugleich. Die angeschrägte Bedienblende sorgt für den richtigen Überblick beim Kochen.

Große Kaffeevielfalt

Fast schon legendär ist der Bedienkomfort der Kaffeevollautomaten. Das Angebot wächst ständig, die Raffinesse wird immer größer. Mehr Vielfalt und geringeren Aufwand verspricht beispielsweise Franke Bremer bei der Zubereitung von Kaffee-Mix-Getränken. Durch die Kombination der Spezialitätenmaschine Franke Spectra S mit dem Instantgerät Spectra I sowie einer Kühleinheit mit Milchsystem werden allerlei Varianten möglich – mit nur einem Knopfdruck. „Bis zu drei Kaffeesorten, verschiedene Schokoladensorten oder Instant-Flavours und frische Milch lassen sich heiß, kalt oder als Milchschaum mixen“, so Marketingleiterin Katja Radünz.

Die Optik entscheidet mit. Das gilt vor allem für die Ausstattung in Hotellerie und Gastronomie. Draußen sind Korbmöbel immer noch ein beherrschendes Thema. MBM zeigt eine attraktive runde Korbinsel mit integriertem Sonnenschirm. Fischer Möbel hat eine Liege und Tischchen in puristischer Betonklotz-Optik dabei. Hipp Deko spannt ein Sonnensegel auf, das lückenlosen Wetter- und Sonnenschutz auf bis zu 80 Quadratmetern bietet.

Bei den Inneneinrichtern gibt es mehrere Tendenzen. Der relaxte Lounge-Trend bleibt, wird aber in den unterschiedlichsten Formen ausgelebt. Mal völlig ohne Firlefanz, dafür aber mit Möbeln aus Plexiglas, transparent oder in Knallfarben, für drinnen und draußen. Erfrischende Ideen gibt es dazu vom Möbelvertrieb Jan Kurtz aus Affalterbach.

Der Gegenpol: Brachial-Barock. Man könnte auch von humorvoll überzeichneter Opulenz sprechen. Zum Beispiel gepolsterte Stilmöbel, teilweise mit grotesk hohen Rückenlehnen. Die Bezüge sind aus farbigem oder Gold glänzendem Kunstlackleder, spielerisch mit schnörkeligen Ornamenten übersät oder metallisch schimmernd. Die Stücke des griechischen Herstellers Almeco sind charmant trotzige Protz-Trutzburgen. Frankreichs Sonnenkönig hätte seine Freude daran gehabt.

Auch beim Geschirr lassen die Designer der einzelnen Hersteller ihrer Lust nach außergewöhnlichen und experimentellen Formen freien Lauf. Ornamente oder Farben wären da nur störend, deshalb dominiert weißes Porzellan auf dem Tisch. Und das wird zunehmend gerne mit Geschirrelementen aus Glas kombiniert, die dank des gewagten Designs ein Hingucker sind, aber wegen ihrer Transparenz nicht aufdringlich wirken.

Showtreppe für Fingerfood

Auf optische Reize setzt man auch am Buffet. Delsana präsentiert verschiedene Glas-Showtreppen für Fingerfood, um die kleinen Köstlichkeiten wie Stars in Szene zu setzen, WMF hat seinem erfolgreichen Buffetkegel neue Einsatzmöglichkeiten spendiert. Beim Anrichten geht auch Frilich neue Wege und setzt dabei auf sachliche Funktionalität: Mit dem neuen Module-Konzept sind Gastgeber besonders flexibel. „Von der Konferenzinsel bis zum großen Bankett – fast alles ist möglich“, heißt es bei dem Buffet-Spezialisten aus Buseck.

Neu in Sachen Tabletop ist das WMF-Besteck Solid, laut Unternehmen eine besonders ausdrucksvolle, elegante und zeitgemäße Linie. Royal und Smart, zwei neue Trinkglasserien von WMF Hotel, ergänzen die Messeneuheiten des Geislinger Traditionsunternehmens.

Christoph Aichele, Micaela Buchholz

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