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„Airblade“: Trocknet schnell

Lieferanten

Teller haben jetzt ein Gedächtnis

Gastro-Innovationspreise in Stuttgart vergeben / Vernetzung, Effektivität und Nachhaltigkeit prägen die Siegerprodukte

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2008/7 vom 16. Februar 2008

STUTTGART. „Die Intergastra ist eine Fundgrube für innovative Lösungen“, sagt Professor Karl-Heinz Hänssler von der Berufsakademie Ravensburg. Während der Eröffnung der Stuttgarter Fachmesse stellte der Juryvorsitzende die Preisträger des bereits zum fünften Mal vergebenen Gastro-Innovationspreises vor. Den Stellenwert der Auszeichnung hat man auch auf offizieller Seite erkannt: Überreicht wurden die gläsernen Trophäen von Baden-Württembergs Ministerpräsident Günther Oettinger. Vernetzung, Effektivität und Nachhaltigkeit sind Attribute, die die diesjährigen Siegerprodukte prägen.

In der Kategorie Großkücheneinrichtung, Küchengeräte und Küchenzubehör setzten die Juroren die BHS Tabletop AG auf Platz eins. Sie erhielt den Innovationspreis für ihr intelligentes Porzellan, das zusammen mit der Firma Idastec aus Stuttgart entwickelt wurde. „Pabis“ nennt sich das neue System für einen automatisierten Abrechnungsprozess in der Gemeinschaftsverpflegung. Herzstück des Systems ist ein im Boden des Porzellans eingelassener und versiegelter Transponder, der die Teller zum Informationsträger macht. „Pabis“ ist damit das erste Geschirr, das rechnen kann.

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Der Teller weiß, was der Gast ihm aufgeladen hat, er kennt den Preis und andere Abrechnungsdaten und leitet diese an eine elektronische Kasse weiter.

Britischer Erfindergeist

In der Kategorie Hotel- und Gaststättenausstattung wurden zwei erste Preise vergeben. Die Jury zeichnet den „Airblade“, einen Händetrockner der britischen Firma Dyson, aus, der eine ganz neue Technik bietet. Während bei normalen Händetrocknern die Hände durch Verdunstung trocknen, erzeugt der „Airblade“ einen Luftstrom mit hoher Geschwindigkeit, der ungeheizte Luft durch einen Spalt von nur 0,3 Millimeter leitet. Dadurch entsteht ein Luftkissen, das wie ein unsichtbarer Scheibenwischer arbeitet. Er wischt die Nässe von den Händen und trocknet sie in nur zehn Sekunden vollständig. Ein herkömmlicher Händetrockner braucht dazu doppelt so lange und verbraucht dafür fünfmal soviel Energie. Der „Airblade“ entfernt zudem durch einen Filter Bakterien und Schimmelpilze aus der Luft, wie Erich Geisser, Geschäftsführer der Dyson GmbH, betont. Das Unternehmen hat sich bislang vor allem mit filterlosen Staubsaugern einen Namen gemacht. Bei der Entwicklung eines neuen Staubsaugermotors entstand nach Geissers Angaben auch die Idee zu diesem Trockner, der erst seit vier Monaten auf dem deutschen Markt erhältlich ist.

Den zweiten Preis in der Kategorie Hotel- und Gaststättenausstattung vergab die Jury für das Hotel-Schließsystem „Signature RFID by VingCard“, das von Assa Abloy Hospitality vertrieben wird. Die Technologie ermöglicht es, Schlösser berührungslos auf elektronischem Weg zu öffnen. Signalgeber können Schlüsselkarten sein, Armbänder, Anhänger oder Handys. Für den Hotelbereich bedeutet dies clevere Möglichkeiten, wie Chefjuror Karl-Heinz Hänssler bei der Preisverleihung erläuterte: „Der Gast bekommt die Reservierungsbestätigung per SMS auf sein Handy zusammen mit der Zimmernummer und einer PIN-geschützten Aktivierung der Schließfunktion. Er kann dann für die Dauer seines Aufenthaltes mit seinem Mobiltelefon die Zimmertür öffnen“. Der Check-in an der Hotelrezeption ist dann nicht mehr nötig.

Drei in einem Boot

Das System funktioniert schon in einigen Häusern mit Karten. Bis das Handy verbreitet dafür eingesetzt werden kann, wird es allerdings noch dauern. Voraussetzung ist nämlich, dass die Mobiltelefone mit einem so genannten NFC-Chip ausgerüstet sind. Große Hersteller arbeiten nach Angaben von Markus Nettelbeck bereits daran. „In ein bis eineinhalb Jahren werden 60 bis 70 Prozent der Handys damit ausgestattet sein“, so die Hoffnung des Geschäftsführers der Assa Abloy Hospitality GmbH.

Ungewöhnlich schließlich die Sonderpreis-Entscheidung der Jury. Auszeichnungen gingen an drei Hersteller von Spülmaschinen, Hobart und Meiko in Offenburg sowie Winterhalter in Meckenbeuren. Sie haben in den vergangenen Jahren viel investiert, um Gastronomen und Großverpflegern innovative Lösungen anzubieten und damit nicht nur einen Beitrag zum Umweltschutz und zur Ressourcenschonung zu leisten. Die Spülmaschinen der neuesten Generation dieser drei mittelständischen Unternehmen verbrauchen bis zu 50 Prozent weniger Wasser, Energie und Chemie. Die geringeren Verbräuche bedeuten für ihre Kunden in Hotellerie und Gastronomie zudem eine deutliche Senkung der Verbrauchskosten.

Der Gastro-Innovationspreis als Auszeichnung für innovative und zukunftsweisende Produkt- und Arbeitslösungen wurden von der Messe Stuttgart, dem DEHOGA Baden-Württemberg und dem Matthaes-Verlag mit der AHGZ ins Leben gerufen. „Auch dieses Mal hatte die Jury die Qual der Wahl“, so Hänssler, „wobei nicht immer nur die großen Innovationen preisverdächtig sind, sondern auch die kleineren Veränderungen, die Erleichterung bringen.“ (Seiten 3, 4, 6, 7, 26) Erwin Kiefer

www.bhs-tabletop.de

www.dyson.de

www.assaabloy.de

www.hobart.de

www.meiko.de

www.winterhalter.de

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