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Konzentriert sich auf Gesundheit: Das Ostseehotel in Damp Foto: Helmut Heigert

Märkte & Unternehmen

Tourismus trifft Medizin

Das Ostseebad Damp setzt verstärkt auf Gesundheitsangebote für Best Ager

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2008/7 vom 16. Februar 2008
von

DAMP. Die Gründer des Ferienparks Damp zeigten 1973 Weitsicht: „Damp 2000“ nannten sie die Ferienanlage mit 2700 Gästebetten an der Ostseeküste Schleswig-Holsteins. Hauptzielgruppe waren damals Familien mit Kindern, doch nutzten auch Kegelklubs und Jugendgruppen die Anlage mit 690 Ferienwohnungen und 48 Hotelzimmern. Dann kam der Einbruch: Während die Belegung und die Durchschnittsraten stagnierten, stiegen andererseits die Betriebskosten. Außerdem entstanden nach der Wende neue Ferienanlagen in Mecklenburg-Vorpommern, die den Wettbewerb verschärften. „Es hatte sich ein Investitionsstau aufgebaut“, sagt Frank Behrens, Geschäftsführer der Damp Touristik GmbH.

Grund genug, Mitte der 1990er Jahre die Reißleine zu ziehen. Nun wurde nach Angaben von Behrens mit „Damp Vital“ ein neues Konzept für das Ostseebad entwickelt. Außer Familienurlaub wird Gesundheit mit Schwerpunkt Bewegung angeboten. „Das Gesundheitsbewusstsein der Bevölkerung hat sich gewandelt“, begründet Behrens diesen Schritt.

Nach Investitionen in Höhe von bisher 80 Mio. Euro unter anderem in das Vital Centrum Damp stehen heute die Themen Gesundheit und Erholung auch für Ältere im Vordergrund. In dem 3000 Quadratmeter großen Vitalzentrum gibt es Regionales wie Algenprodukte und Bernsteinmassagen. Außerdem wird ein Thalasso-Zentrum gebaut. Pauschalangebote für Radfahren, Laufen und Nordic Walking runden das Wellnessprogramm ab. „Wir wollen Prävention zum Teil des Kerngeschäfts machen“, so Behrens.

Um die gestiegene Nachfrage nach Hotelzimmern zu bedienen, investierte Behrens in die Ausstattung seines Ostseehotels. Gab es 2001 noch 148 Zimmer auf 3-Sterne-Niveau, kann er heute 207 Einheiten in seinem 4-Sterne-Hotel anbieten. Ziel sei es, das größte Gebäude der Ferienanlage komplett in ein Hotel umzuwandeln.

Außerdem investierte der Geschäftsführer in die Qualifikation seiner Mitarbeiter und ließ 80 Wellness-Berater ausbilden, darunter auch Busfahrer, Köche und Zimmermädchen. Behrens: „Unser Gesundheitskonzept geht nur auf, wenn jeder Mitarbeiter es versteht.“

Allerdings macht dem Geschäftsführer das kurzfristige Buchungsverhalten der Gäste zu schaffen. Konnte er in früheren Jahren bereits Ende März eine jährliche Auslastung der Ferienanlage von 50 Prozent verbuchen, sei dies inzwischen erst Ende Mai möglich. Dieser Trend werde durch die Nutzung des Internets bei Reisebuchungen noch verstärkt.

Der Anteil des Gesundheitstourismus am Umsatz der Touristik GmbH ist von 1 Prozent im Jahr 2001 auf 16,5 Prozent im vorigen Jahr gestiegen. Allerdings ist der Anteil der Touristik GmbH mit 17 Mio. Euro am Gesamtumsatz der Damp Holding in Höhe von 427 Mio. Euro im Jahr 2006 nach Angaben von Behrens noch ziemlich gering.

Die Damp Gruppe ist mit insgesamt zwölf Kliniken die größte private Klinikgruppe in Norddeutschland und beschäftigt etwa 7400 Mitarbeiter in Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern.

Helmut Heigert

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